Mit dem Rad von Berlin nach Peking - 24-jähriger Duisburger Maximilian Jabs mit seinem „Kumpel“ Nono 15.000 Kilometer für den guten Zweck auf Tour

Von Tag zu steigt bei dem 24-jährigen Duisburger Max (l.) und seinem Studienkollegen Nono die Vorfreude, aber auch die innere Anspannung. Am 2. September geht es von Berlin aus 15.000 Kilometer mit dem Fahrrad nach Peking.
Fotos: privat
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„Ja, es ist schon eine Mischung zwischen Verrücktheit, sozialem Engagement, Reise- und Abenteuerlust.“ Der 24-jährige Duisburger Maximilian Jabs berichtet mit leuchtenden Augen von seinem Projekt, von Deutschland aus 15.000 Kilometer mit dem Fahrrad nach China zu touren und das natürlich für ein soziales Projekt.

Ein bisschen verrückt sei er schon, meint er lachend, aber im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger über sein bevorstehendes Mammut-Projekt wird deutlich, dass er weder abgehoben noch ein Träumer ist. Vielmehr hat er klare Vorstellungen und steht mit beiden Beinen im Leben. Auf die Beine kommt es in den nächsten zwölf Monaten auch besonders an, wenn es gemeinsam mit seinem Studienkollegen und Freund Nono aus Eckernförde von Berlin aus über 20 Ländergrenzen, 4.500 Meter hohe Berge sowie viele Zeit- und Klimazonen bis nach China geht.

Auf ins Abenteuerland

Max und Nono haben sich vor einigen Jahren beim Marketing-Studium in Venlo kennengelernt. Die Chemie zwischen ihnen stimmte von Beginn an. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Bachelor-Studium wurde dann im Februar eine Idee geboren, die jetzt im wahren Sinn des Wortes vor dem Startschuss steht, wenn die beiden in knapp drei Wochen im Berliner Volkspark Friedrichshain auf die 15.000 Kilometer lange „Piste“ gehen, durch Deutschland, Österreich, die Balkan- und Kaukasus-Ländern, die Türkei, den Iran und China.

Die „Begleithymne“ zu dieser einjährigen Radtour für den guten Zweck könnte aus der Feder der deutschen Kultgruppe Pur stammen: „Komm mit mir ins Abenteuerland. Auf deine eigene Reise. Komm mit mir ins Abenteuerland. Der Eintritt kostet den Verstand. Komm mit mir ins Abenteuerland. Und tu's auf deine Weise. Deine Phantasie schenkt dir ein Land. Das Abenteuerland.“ Maximilian Jabs, den alle nur Max rufen, lacht jetzt ganz laut. Die Reaktionen von Freunden und Verwandten reichten übrigens von sorgenvollen Mienen, einem spontanen „Ihr spinnt“ über „Das schafft Ihr nie“ bis hin zu „Viel Glück und Erfolg“ und „Das ist ja modernes Abenteurertum“.

Geld für eine neue Schule

„Wir wollen mit unserem Abenteuer nach dem Studium und vor dem Einstieg ins Berufsleben die Aufmerksamkeit für Menschen erhöhen, die nicht so eine gute Bildung genießen können wie wir und sammeln mit der Tour deshalb Spenden für die international anerkannte Hilfsorganisation Pencils of Promise. Die Spenden sollen den Bau einer Schule und nach deren Fertigstellung ein ganzes Jahr lang die Unterstützung von 400 Schulkindern in Guatemala ermöglichen“, erläutert Max, der in Obermarxloh die Grundschule absolvierte und am Hamborner Abtei-Gymnasium sein Abi machte.

70.000 Euro wollen er und Nono „erradeln“, um das Projekt Schule in Guatemala in trockene Tücher zu bringen. Spenden kann jeder, der die Idee gut findet und unterstützen will. Das Geld geht dann sofort an Pencils of Promise. Auf der „Tour-Homepage“ von Max und Nono unter www.bikingborders.com wird erklärt, wie man spenden kann. „Von einem Euro bis Ende offen ist da alles möglich, denn jeder Euro hilft“, erläutert der Duisburger.

Englischlehrer in Vietnam

Die beiden sehen keinen Cent davon. Im Gegenteil, sie setzen Ihre Ersparnisse durch Jobs während des Studiums ein, um ein Jahr lang auf der „Pedal-Reise“ von Berlin nach Peking über die Runden zu kommen. Ausrüstungen wie die Fahrräder, das Zelt oder Versicherungen haben sie von Sponsoren bekommen, für alles andere stehen die Zwei gerade. Neben dem Rad ist das Zelt das wichtigste Utensil, denn aus Kostengründen wllen Max und Nono die meiste Zeit im Zelt übernachten.

„Ich habe keine Kinder und keine Schulden. Warum soll ich vor dem Berufsleben nicht was anderes Sinnvolles im Rahmen eines total verrückten Gap Years machen?“, fragt Max und ergänzt: „Wir beide haben uns Studium schon immer für Hilfsorganisationen eingesetzt und sind auch viel gereist. Ich habe in Indonesien und Vietnam als Englischlehrer gearbeitet und Nono war fast das ganze Jahr 2017 über in Mexiko und lateinamerikanischen Ländern wie halt Guatemala.“ So ist man auf das Schulprojekt dort gestoßen, das die beiden auf den Weg bringen wollen, damit Kinder nicht mehr arbeiten müssen, um Geld für ihre Familien zu verdienen, sondern ihre Chance auf Bildung erhalten.

Weihnachten in Istanbul

Am 2. September geht es definitiv los. Erste Station nach Berlin wird dann die Lutherstadt Wittenberg sein.Zurzeit ist Max noch auf Abschiedstournee bei seiner Mutter, Schwester, Oma und Opa und vielen Freunden: „Die sind alle stolz auf mich.“ Von Tag zu Tag steigt die Vorfreude, aber auch die Nervosität. Wird alles gut gehen?

Kurz vor Weihnachten gibt es dann in Istanbul ein Wiedersehen mit lieb gewonnenen Menschen. Dort machen Max und Nono über Weihnachten und Neujahr zehn Tage Station, denn nur dort können sie ihre Visum für den Iran bekommen. Dann erhalten die beiden auch Weihnachtsbesuch. Ana, die aus Spanien stammende Freundin von Max kommt, seine Mutter ebenfalls, und auch Nadine, die Freundin von Nono. Und da gibt es sicherlich schon einiges zu berichten, von einer „total verrückten Radtour für den guten Zweck“.

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