Borbecker veröffentlicht unter Pseudonym Erik van Denmark seinen ersten Roman
Himmel und Hölle: Boderline-Roman will aufklären

Unter dem Pseudonym Erik van Denmark hat der Borbecker seinen ersten Roman veröffentlicht. Im Fokus steht das Thema Borderline. Eine psychische Erkrankung, unter der in Deutschland geschätzt bis zu 1,5 Millionen Menschen leiden. Das Buch ist ein Stück Aufklärungsarbeit.
  • Unter dem Pseudonym Erik van Denmark hat der Borbecker seinen ersten Roman veröffentlicht. Im Fokus steht das Thema Borderline. Eine psychische Erkrankung, unter der in Deutschland geschätzt bis zu 1,5 Millionen Menschen leiden. Das Buch ist ein Stück Aufklärungsarbeit.
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Sein Buch ist keine kurzweilige Unterhaltung. Im Gegenteil. Die Geschichte, die der Borbecker Erik van Denmark in seinem Buch "Borderline - zwischen Himmel und Hölle" erzählt, macht betroffen. Sie ist verstörend auf der einen Seite und erzählt auf der anderen doch von einer liebevollen Romanze zwischen zwei Jugendlichen. Erik und Nadine heißen die Protagonisten. In einem Heim für psychisch kranke Jugendliche lernen sie sich kennen.

Van Denmark, der Borbecker Autor hat sich für ein Pseudonym entschieden, nimmt in seinem Erstlingswerk kein Blatt vor den Mund. Schnörkellos und mit harten Worten beschreibt er die familiäre Lebenssituation des kleinen Erik. Die Misshandlungen durch die Mutter, Lieblosigkeit, Alkoholmissbrauch und psychische wie physische Gewalt. Auch Nadine hat es nicht leicht, wird von ihrem Vater missbraucht. Im Heim lernen die beiden das erste Mal in ihrem Leben so etwas wie Vertrauen und Geborgenheit kennen. Doch es kommt zur Katastrophe.

Kein leichter Stoff

Kein leichter Stoff. Und van Denmark weiß, wovon er redet. War selbst mit 18 Jahren das erste Mal in psychiatrischer Behandlung. Dort bekam er die Diagnose: Borderline. "Ich leide fast mein ganzes Leben unser der so genanten Emotionalen instabilen Persönlichkeitsstörung." Depressionen, Schlafstörungen, Autoaggression, suizidales Verhalten, Missbrauch von Substanzen und Probleme im zwischenmenschlichen Bereich sind häufig Begleitsymptome. "Oft sind junge Menschen betroffen", erklärt van Denmark, solche, die in der eigenen Kindheit Missbrauchs- oder Misshandlungserfahrungen machen mussten. Für sie geht darum, Spannungen abzubauen. "Damit man überhaupt etwas fühlt", wagt der Borbecker den Versuch einer Erklärung.

Autobiographische Züge

Das Buch des 36-Jährigen hat autobiographische Züge. "Doch der weit größte Teil ist Fiktion", erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung.
Das Schreiben bedeutet Erik van Denmark eine Menge. Ist vielleicht sogar ein Stück weit Therapie. Schon früh hat er damit angefangen, Dehbücher konzipiert, Ideen für TV-Serien entwickelt. "Doch bislang", so bedauert der Essener, der vor seiner Erkrankung eine Ausbildung zum Karosseriebauer für LKW begonnen hatte, "hat noch kein Sender zugegriffen." Mit seinem Erstlingsroman verfolgt der 36-Jährige ein klares Ziel. "Ich möchte aufklären. Borderline ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft." Circa 1,5 Million Borderline-Patienten gibt es in der Bundesrepublik. "Die Dunkelziffer liegt bestimmt deutlich höher."

Eigenes Schicksal bewältigen

Und durch seine Geschichte, die daraus entstandene Mischung aus fiktionalen Elementen und persönlichem Erleben, arbeitet van Denmark auch an der Bewältigung des eigenen Schicksals. Bis heute ist der Essener in Therapie. Zu seiner Herkunftsfamilie hat er keinerlei Kontakt. Ein langer und beschwerlicher Weg liegt hinter ihm. "Doch ich bin relativ stabil", sagt er von sich selbst, nicht ohne einzuräumen, dass er auch immer wieder problematische Phasen zu durchleben hat. "Es gibt Dinge, die können mich aus der Bahn werfen." Hilfe bekommt der 36-Jährige im Sozialpsychiatrischen Zentrum Borbeck (SPZ). Dort arbeitet er in der Werkstatt für Holz, hilft in der Küche, ist Mitglied der Englischgruppe und nutzt die Sportangebote. Auch Arbeitstherapie und Gesprächsangebote stehen regelmäßig auf dem Plan. Das Team im Borbecker SPZ unterstützt seine schriftstellerischen Ambitionen. Und die sind auch über die Grenzen des Stadtteils hinaus nicht unbemerkt geblieben. Der Borderline-Roman hat Aufsehen erregt. Die Süddeutsche Zeitung hat einen Artikel gebracht, ebenso die FAZ.

Lesungen in Kliniken und Schulen

Und van Denmark möchte weitermachen. Mit dem Schreiben und der Aufklärungsarbeit. "Ich kann mir vorstellen, in Schulen zu lesen und natürlich in Kliniken und Tagesstätten." Eine Herzensangelegenheit, für die der Mann eine Menge Zeit und Engagement investiert. Dass es sich lohnt, dessen ist er sich absolut sicher.

Borderline - zwischen Himmel und Hölle. Erik van Denmark,
ISBN 978-3-86460-716-5 

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