Die Pogromnacht vom 9. November 1938
Gedenken an ermordete jüdische Bürger*innen, gebrandtschatzte Synagogen und zerstörte Geschäfte

Alte Synagoge - Gedenkkundgebung an den 9. November 1938
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  • Alte Synagoge - Gedenkkundgebung an den 9. November 1938
  • Foto: Walter Wandtke
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Die hauptsächlichen Erinnerungsaktivitäten an diesem 9. November waren sicherlich auf die ebenso befreiende wie überraschende Öffnung der Berliner Mauer und der gesamtdeutschen Grenzen vor 30 Jahren im heftigen Jahr 1989 gerichtet. Außerdem hatten unsere Stadthonoratioren an diesem Samstag auch zur großen Jubiläumsparty "40 Jahre höchstes begehbares Rathaus Deutschlands" geladen. Von 11.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr wurde ein durchaus interessantes Programm zur Leistungsfähigkeit unserer Stadtverwaltung geboten.

Stadtgeschichte mit Stahlbuch von 1934

Immerhin war über das dort präsentierte übergroße "Stahlbuch", dem sehr speziellen Gästebuch der Stadt Essen, dass statt eines goldenes Buchs seit 1934 die Ehrengäste unserer Kommune, beginnend mit den Eintragungen von Adolf Hitler und Hermann Göring, auf Büttenpapier und in feinster Kaligraphie verewigt, doch noch eine Verbindung zur Pogromnacht von 1938 gegeben.
Zum Glück war es auch in unserer Stadt nicht so, dass nur an dieses freudige Ereignis gedacht wurde.
Viele Menschen haben sich in Essen zusammengefunden, um der Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938 zu gedenken, der staatlich verordneten Brandnacht im faschistischen Deutschland, die im deutschen Reich die Grenzlinie markierte von der Diskriminierung jüdischen Lebens, zur letztlich vom Staat organisierten Vernichtung.
In dieser Pogromnacht , die unter dem Vorwand angeblichen Volkszorns nach einem Attentat am 7. November 1938 auf den Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris, Ernst von Rath, mit SA und naderen NS-Organsiationen organisiert wurde, war die tödliche Willkür und Entrechtung gegenüber den jüdischen Bürger*innen in Deutschland unübersehbar geworden.  Wenn auch neben den organisierten und brutalen NS-Kohorten die allermeisten Deutschen nur passiv zugesehen haben, so fehlen doch ebenso Belege für merkbaren Protest gegen die Vernichtung der materiellen Existenzen jüdischer Familien. Die anschließenden Verhaftungswellen, brutalen Attacken gegen die Juden in Deutschland und der Ausschluß von wesentlichen staatlichen Rechten fanden immerhin noch in Friedenszeiten statt, der zweite Weltkrieg sollte erst 10 Monate später beginnen.
Trotz Mauerfalls viele Jahrzehnte später, müssen wir diese Brutalitäten des 9. November 1938 weiterhin in Erinnerung behalten - ein tödlicher Ausnahmezustand - vorerst nur für die Juden mitten im Frieden.

Autor:

Walter Wandtke aus Essen-Nord

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