Kein Wunschkonzert auf dem Thurmfeld - Abstriche beim Hallenbad in Borbeck?

Badespaß, den soll es auch in Zukunft im Freibad Hesse geben. Archivfoto: Winkler
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Das Freibad Hesse (Dellwig) und das Borbecker Hallenbad haben eine Generalüberholung nötig, das Hauptbad an der Steeler Straße wird von der Stadt „noch gerade so am Netz“ gehalten – Ersatz soll es in Form eines Hallenbades auf dem Thurmfeld im Nordviertel geben. Am Dienstag beriet der Sport- und Bäderausschuss über die Fortschreibung des Bäderkonzeptes.

Noch stehen die Planungen für das weitere Vorgehen am Anfang, im Rathaus ist soeben die „Phase 0“ angelaufen. Die Stadt hat die Firma zebra Baumanagement beauftragt, insbesondere die Ausstattung und Kosten für den Schwimmstandort Thurmfeld auszuloten.

Allerdings: Mehr als die bereitgestellten 9,7 Millionen Euro (zuzüglich etwaiger Fördermittel) sollte das Projekt nicht kosten. Eine Vorgabe, die intern als problematisch gilt - zumal noch unklar ist, aus welchen Mitteln die Baureifmachung des Grundstückes finanziert wird. „Die Baureifmachung sollte nicht den Sport- und Bäderbetrieben zur Last gelegt werden“, fordert jedenfalls Sportdezernent Andreas Bomheuer, stellvertretend für das Gremium. Schließlich sei dies eine gesamtstädtische Angelegenheit.

Hiltrud Schmutzler-Jäger, Ratsfrau der Grünen, betont hingegen die Wichtigkeit moderner Energiestandards: „Immerhin soll das Bad am Thurmfeld ein wirtschaftlicher Ersatz für das Hauptbad sein, mit dem die Stadt 20 bis 25 Jahre planen kann.“ Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführer des Essener Sportbundes (ESPO), sieht indes Probleme, sollte man die Planungen mit „allen möglichen Wünschen überfrachten“. Er lenkt den „Blick aufs Nötigste“: „Wir müssen dem Schul- und Vereinssport, der gesamten Sparte Schwimmen, gerecht werden. Mit dem Hauptbad geben wir ja auch eine Geschäftsstelle auf.“

Über einen Planungswettbewerb will die Stadt nun ein mögliches Konzept für den Bau einholen. „Bis zur Sommerpause sind die Kosten verifiziert“, kündigt Andreas Bomheuer an. Tritt der Ernstfall ein – das Thurmfeld-Bad kommt teurer – werden die Kosten wohl im Rahmen des mit der Bezirksregierung abgestimmten Bäderbudgets für die Jahre 2012 bis 2015 ausgeglichen. So stehen für die Renovierung des Hallenbades in Borbeck 4,7 Millionen, für den Umbau von Hesse 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Wo also Abstriche machen?

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Rainer Marschan, will beim Hesse-Umbau jedenfalls keine Kompromisse eingehen, war die Erhaltung des Bades im äußersten Nordwesten der Stadt doch ein zentrales Wahlkampfversprechen der Sozialdemokraten. „Wir erwarten, dass die Arbeiten im Freibad Dellwig zum Saisonbeginn 2013 umgesetzt sind“, so Marschan. Unterstützung kommt von Wolfgang Rohrberg: „Knackepunkte sind das Thurmfeld und Hesse. Borbeck ist wichtig, aber genauso wichtig wie die anderen Bäder in Werden oder Rüttenscheid.“
Einspruch gibt es vorerst nicht, der Ausschuss stimmte den Empfehlungen der Verwaltung einstimmig zu. Die Fortsetzung folgt im September, wenn die Rahmenbedingungen abgesteckt sind.

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

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