Sicherung einer Ruine - Isenburg in Essen wird saniert

Architektin Hedwig Rosker-Hansel und Forstwirtschaftsmeister André Wortberg in der Ruine der Isenburg im Wald hoch über dem Baldeneysee.
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Sie thront hoch über dem Baldeneysee und ist nicht eben leicht zu erkennen, da der Wald sie bereits zu einem Großteil überwuchert hat: die Burgruine Isenburg. Der Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grün und Gruga hat nun beschlossen, die Erträge aus der „Stiftung zur Verschönerung der Stadt Essen“ für das Jahr 2018 in Höhe von 29.225,65 Euro zu einem Großteil für die Sanierung der alten Mauern hoch über dem Baldeneysee zu verwenden.

Vor 750 Jahren war die Essener Isenburg eine der größten Burganlagen der Region. Erst vor etwa 70 Jahren wurden größere Teile ausgegraben und zugänglich gemacht. Die komplette Burganlage steht heute unter Bau- und Bodendenkmalschutz und ist Eigentum der Stadt Essen.
Seit 2002 besteht der historische Erlebnispfad, der den Besuchern auf Infotafeln über die Geschichte und das Leben auf der Burg Auskunft gibt. Die Finanzierung erfolgte durch die Stiftung zur Verschönerung der Stadt Essen. Eben jene Striftung stellt nun auch circa 20.000 Euro zur Sanierung zur Verfügung.
Die Anlage hoch über dem Baldeneysee steht auf einem etwa 150 Meter hohen Bergsporn, der Hang zum See fällt steil ab. Sie wurde um das Jahr 1240 vom Grafen Dietrich von Isenburg erbaut und nur 48 Jahre später, 1288, wieder zerstört. Die Mauerreste wurden von Wald überwuchert, Überreste eines Turmes sind heute noch zu sehen.

Burg um 1240 erbaut

Vor Ort machen sich die Architektin Hedwig Rosker-Hansel vom Institut für Denkmalpflege und Grün und Gruga Forstwirtschaftsmeister André Wortberg ein Bild vom aktuellen Zustand der Ruine. "Wir überprüfen gemeinsam, was am Bau- und Bodendenkmal Isenburg gemacht werden muss", erklärt Hedwig Rosker-Hansel. "Als Denkmal ist die Isenburg wichtig für die Stadt, sie zeigt, wie man damals gelebt hat. Heute ist sie ein Schmuckstück - aber keine Mauer hält für die Ewigkeit!"
Da dem Eigentümer, also der Stadt, die Sicherungspflicht obliegt, ist es zunächst einmal wichtig, Steine, die herabfallen können, zu sichern und gegebenenfalls neuen Mörtel aufzubringen. Bruchstein benötigt allerdings einen besonders weichen, witterungsbeständigen Mörtel.
André Wortberg übernimmt vor Ort die Baumkontrolle und kümmert sich um das Freischneiden der Ruine, die schneller vom Wald vereinnahmt wird, als man glaubt. Schließlich sollen für die Besucher nicht zuletzt auch die Blickachsen auf den See erhalten bleiben.
Immer wieder gibt es an der Isenburg auch Schäden durch Vandalismus. Graffiti wurden an einigen Stellen auf das Mauerwerk gesprüht. "Und natürlich ist Feuer machen hier im Wald verboten", betont Wortberg. Lagerfeuerromantik ist demnach trotz pittoresker Kulisse nicht angesagt. Zum Glück hätten auch die Anwohner des benachbarten Fachwerkhauses regelmäßig ein Auge auf das alte Gemäuer, weiß Wortberg.
Der Grünrückschnitt werde circa ein Drittel der Kosten in Anspruch nehmen, mutmaßt er. Die Entfernung von Graffiti und das neu Verfugen loser Steine verschlingen nochmal ein Drittel - das letzte Drittel soll für neue Infotafeln, die alten verfaulen derzeit vor Ort, und ein neues Holzgeländer an der Vorburg, welches ebenfalls mehr als morsch ist, verwendet werden. Da sind 20.000 Euro schnell verbraucht.
"Die Ausschreibungen für die anstehenden Arbeiten sind soeben erfolgt", erklärt Hedwig Rosker-Hansel. Noch bis zum Ende des Jahres soll alles fertiggestellt sein.

Soziale Kontrolle durch Burgbesucher

Sowohl Hedwig Rosker Hansel als auch André Wortberg ist nicht nur der historische, sondern auch der ideelle Wert der Ruine wichtig. "Viele Essener kommen bereits seit ihrer Kindheit hierher." So können sie sich zusätzlich auch auf die soziale Kontrolle durch etliche Burgbesucher verlassen.
Hedwig Rosker-Hansel gibt zudem zu bedenken, dass der sichtbare Teil der Isenburg nur circa ein Drittel ihrer Gesamtfläche ausmache: "Unter der Erde ist noch viel mehr als das, was man hier sieht!"

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