BürgerReporter des Monats Mai: Jürgen Daum aus Duisburg

BürgerReporter Jürgen Daum, hier beim Geburtstag von Lokalkompass-Freundin Renate Schuparra (2009).
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Jürgen Daum aus Duisburg ist bereits seit über drei Jahren in unserer Community aktiv. In seinem Profil beschreibt der 74Jährige sich ganz bescheiden als "nur ein Rumknipser". Aber wie unser Interview zeigt, ist das so bescheiden wie untertrieben: Jürgen ist quasi in der Dunkelkammer aufgewachsen, kennt Duisburg aus der Westentasche und hat diverse weitere Hobbys!

Bitte stellen Sie sich kurz vor

Ich bin 1939 in Duisburg geboren, seit 1967 verheiratet, zwei Kinder und eine Enkelin - wie man sieht also ein richtiger Oppa. Meine Arbeitswelt liegt hinter mir, denn 40 Jahre Thyssen als technischer Angestellter der Betriebswirtschaft sind genug. Die Lust zur Fotografie wurde mir ganz sicher in die Wiege gelegt, denn meine Mutter war schon als junge Frau mit dieser Materie vertraut und muß mir wohl beim Abstillen die Wahl überlassen haben: entweder linke Seite Filmentwickler oder rechte Seite Milch. Ich entschied mich sicherheitshalber dann doch für beides !!!

Ich erinnere mich, dass ich als sehr kleiner Bub von 4-5 Jahren zuschauen durfte, wenn die Mami die kleine Küche in eine Dunkelkammer umfunktionierte, die Lampe durch eine rote Glühbirne ersetzte, den Rollfilm aus der Kamera entnahm, diverse flache Schalen auf den Küchentisch plazierte und mit den entsprechenden Chemikalien auffüllte. Immer wieder war ich fasziniert, wie aus einem weißen Stück Papier plötzlich schwarze und graue Figuren entstanden. Das war ganz sicher das Schlüsselerlebnis, denn mit 16 Jahren bekam ich meine erste Kamera, eine so genannte Camera Obscura im Kleinformat, eine 6 x 9-Box für Rollfilme schwarz-weiß.

Warum sind Sie beim Lokalkompass?

Vor 3 Jahren benutzte ich eine Plattform des WDR-Köln, doch meine Unzufriedenheit mit diesem Verein wurde größer, weil jegliche Kommunikation mit anderen Usern nicht erwünscht war und gute Fotos nicht angenommen wurden. Der Duisburger Wochenanzeiger kam da als Retter in der Not...

Es sollte erst nur ein Versuch sein, doch dann überzeugten mich die vielen Möglichkeiten der Kommunikationen. Hier kann jeder seine ganz individuellen Fotos, Rezepte, Berichte aus der Region, Lebenserfahrungen, lustige und traurige Zeilen hochladen und mit allen anderen Usern sachlich oder auch humorvoll ausdiskutieren.

Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt?

Ich bin hier geboren, bin also ein echter Ruhr-und Kohlenpottler. Doch das ist es nicht alleine, es sind die krassen Gegensätze, die mich immer wieder faszinieren: Auf der einen Seite die gewaltigen Kulissen der Schwerindustrie, auf der anderen Seite die schöne filigrane Natur, beides in harmonischer Eintracht mit ihrem ausgeprägten eigenen Charme. Von meiner Wohnung bis zur Ruhr sind es nur 400 Meter. Sind Sie schon mal abends an der Ruhr gesessen und haben den Sonnenuntergang gesehen, wie er sich im Wasser spiegelt?

Gehen Sie mal mit Kamera und Stativ am Tage und des Nachts durch Duisburg. Sie werden erstaunt sein, wir reich diese Stadt an schöner neuer und alter Architektur ist, zum Beispiel die modernen Fassaden an der Königstraße im Einklang mit der 100-jährigen Immobilie namens Stadttheater oder das alte Hüttenwerk Meiderich (jetzt Industriemuseum Landschaftspark Duisburg-Nord, auch LapaDu genannt). Oder nehmen Sie den Innenhafen mit seinem eigenen Charme, oder die Sechs-Seenplatte Wedau, oder die Landmarke Tiger und Turtle. Kritikpunkte gibt es hier genauso wie in allen anderen Großstädten: häßliche und unbrauchbare Immobilien stören auch bei uns das Gesamtbild.

Was ist Ihr liebstes Thema?

Oh, in erster Linie ist es die Familie, die Frau, die Kinder, die Enkelin. Dann kommt die Musik, vorzugsweise die alte Klassik, unsere Duisburger Symphoniker mit ihren diversen Konzerten, die Oper, besonders die italienische Oper. Natürlich darf Mozart nicht fehlen und Bizet, nur bei Wagner verzieh ich mich diskret. Als Kontrast liebe ich aber auch den Beat, Rock, Disco, Deutsche Welle, Irish Folk, Klezmer, Gregorianische Musik, Gospel. Aber auch lecker und gut essen, auch mal selber mitkochen können.

Was ist Ihr liebstes Hobby?

Die stärkste Kraft bestimmt die Fotografie an sich seit meiner frühesten Jugend. Mit der Schwarz-Weiß-Entwicklung in der Bundeswehr-Dunkelkammer wurde ich 1960/61 konfrontiert durch einen Stubenkollegen, der Kraft seiner Fotoausbildung Zugang bekam. Meine eigene Dunkelkammer richtete ich mir 1968 ein, nachdem ich an der Volkshochschule Oberhausen sehr viele Kurse besuchte, angefangen an der Basis, über die experimentelle Fotografie bis hin zu Portrait, Akt, Stilleben, Architektur, Natur.

1970 trat ich dem Thyssen Fotoclub bei, der seit 1948 besteht und dem ich noch heute angehöre. Mittlerweile nennen wir uns Fotofreunde von Thyssen-Krupp und betreiben mit cirxa 30 aktiven Mitgliedern ein schönes großes Fotoaufnahmestudio mit integrierter Dunkelkammer und planen auch eigene Ausstellungen. Außerdem habe ich seit 20 Jahren eine kleine Kellerwerkstatt der Tiffanytechnik, koche gern (chinesisch, vietnamesisch, ägyptisch, türkisch, thailändisch...) und übe mich in der Malerei (z.B. Kohle, Bleistift, Aquarell, Seidenmalerei, Batik).

Was gefällt Ihnen am Lokalkompass?

Die Möglichkeit mit LK-Usern viele unserer Beiträge zu kommentieren, manchmal richtig sachlich, manchmal aber auch so richtig schön albern sein zu können. Diese Plattform soll allen Usern gerecht werden: den Traurigen, den Lustigen, den Stillen und auch den Lauten. Eigentlich bin ich ein humoriger, geselliger Mensch, der gerne lacht, auch über sich selbst. Hier im LK finde ich immer das passende Pendant: Menschen auf Augenhöhe, mit denen man gerne den Kontakt pflegt. Was mir auch gut gefällt, ist die Kompetenz der Administratoren im Hintergrund, die von vielen Usern so nicht erkannt werden. Das muß doch auch einmal gesagt werden.

Was gefällt Ihnen nicht am Lokalkompass?

An der Plattform an sich gibt es für mich keine wesentlichen Kritikpunkte, aber was mir ganz furchtbar auf den Geist geht, sind die so genannten Nörgler, Besserwisser und Miesmacher, also User, die selber keinerlei Beiträge einbringen, warum auch immer, aber in andere Beiträge einsteigen, um ihr Gift zu verspritzen, Kommentare setzen, die nicht das Geringste mit dem Bild bzw. Beitrag zu tun haben, außer dass es zu üblen Belästigungen bis hin zu Beleidigungen kommt.

Haben Sie bereits jemanden aus dem Lokalkompass getroffen?

Oh ja, doch, schon öfter bei den so genannten LK-Treffs. Ich war bisher schon mehrere Male am Landschaftspark Duisburg dabei, dreimal am Wasserturm Duisburg, dreimal in Oberhausen sowie jeweils einmal in Hattingen, am Möhnesee und bei Familie Schröter. Hinzu kommen diverse kleine, private oder interne Treffen hier in der Region.

Was ist Ihr Lebensmotto?

In der Volkshochschule Oberhausen las ich diesen Spruch auf einer Wand, der mir sofort gefiel: "Wer kämpft kann verlieren, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren". Außerdem bin ich der geborene Optimist, für mich gilt stets die Regel: "Mein Glas ist immer halbvoll, niemals halbleer"

Welche Frage wollten Sie schon immer mal in einem Interview beantworten, die aber noch nie gestellt worden ist?

Dazu fällt mir nichts ein.

(Fotos: privat)

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