Essener Edelitaliener La Grappa kapituliert vor Corona
Rino Frattesi sperrt sein "Paradies" bis auf Weiteres zu

Da war die Gastro-Welt noch in Ordnung: Rino Frattesi (2.v.l.) bei einem Dreh von Sonnenklar-TV vor seinem "La Grappa".
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  • Da war die Gastro-Welt noch in Ordnung: Rino Frattesi (2.v.l.) bei einem Dreh von Sonnenklar-TV vor seinem "La Grappa".
  • Foto: Lokalkompass
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Feinschmecker aus Essen und Umgebung müssen bis auf Weiteres auf die ganz große italienische Feinkost-Oper verzichten. Die letzten Gäste ließen sich am Freitagabend im Ristorante La Grappa nach allen Regeln der Kochkunst verwöhnen, danach sperrte Rino Frattesi die Tür zu. "Corona lässt mich nicht arbeiten", erklärt der 64-jährige Padrone seinen Ausstieg auf Zeit.

Mit gerade mal 21 Jahren hatte Frattesi 1978 das La Grappa an der Rellinghauser Straße eröffnet und binnen weniger Jahre zu einem der angesagtesten Gourmettempel entwickelt. Unternehmer, Geschäftsleute, Politiker und Künstler gaben sich beim "Edelitaliener" unweit des Hauptbahnhofs die Klinke in die Hand und ließen es sich bei Hummer, Kaviar und teurem Rotwein gut gehen.
Im neuen Jahrtausend wurden die Zeiten für die Spitzengastronomie jedoch zunehmend härter. Großkonzerne hatten plötzlich ihre eigenen kulinarischen Institute, strenge Compliance-Regeln in Betrieben wirkten sich gerade in den gehobenen Restaurants enorm aus. Und dann kam im Frühjahr auch noch Corona.
"Normalerweise haben wir abends 60 Gäste, jetzt sind es maximal zwölf. Ich habe gekämpft, doch ich muss jeden Tag viel Geld dazu tun", erklärt Rino Frattesi, der Virus bedingt sogar seinen Weinkeller verkauft hat. Nun sieht er jedoch keinen anderen Weg mehr, als sein "kleines Paradies" vorübergehend zu schließen.

Gnocchi in Trüffelsauce

Wann demnächst wieder der Geruch der legendären Gnocchi in Trüffelsauce durch das pittoreske Lokal ziehen wird, weiß der Vollblut-Italiener nicht. "Wenn die Corona-Beschränkungen morgen aufgehoben werden, mache ich wieder auf", kündigt Rino Frattesi an. Da das jedoch nicht der Fall sein wird, will er in den nächsten Wochen über Veränderungen nachdenken. "Es läuft nicht mehr so wie früher. Deshalb müssen wir unser Konzept überarbeiten", so der Padrone.
Eines steht für den 64-Jährigen jedoch fest: "Ich werde mein Paradies auf keinen Fall im Stich lassen. Ich werde mit aller Gewalt wieder aufmachen."

Autor:

Michael Köster aus Essen-Borbeck

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