Aktuelles aus dem Rat der Stadt Essen / Die Junior Universität wird auf den Weg gebracht
Talente entdecken und fördern

Am Standort Zeche Carl soll die Junior-Universität Essen entstehen.
Foto: Stadt Essen / Elke Brochhagen
  • Am Standort Zeche Carl soll die Junior-Universität Essen entstehen.
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Der Rat der Stadt Essen beschloss den Start der Junior-Universität Essen, die am Standort Zeche Carl entstehen soll. Ziel wird es sein, den Essener Nachwuchs zum lebenslangen Lernen zu begeistern. Die übergreifende Absicht der Initiative sei es, Talente zu gewinnen und sicherzustellen, dass keines dieser Talente verloren gehe.

Die außerschulische Lehr- und Forschungseinrichtung solle aber nicht nur die Strahlkraft für den Stadtteil Altenessen entwickeln, sondern Anlaufstelle sein für alle jungen Menschen dieser Stadt. Kindern und Jugendlichen sollen ganzjährig Experimentieren und Forschen können. Erste Kurse sollen ab September laufen. Als Themenschwerpunkte sind zunächst vorgesehen: Mathematik und Informatik, Technik- und Naturwissenschaften, Medizin, Gesundheit, Ernährung und Bewegung, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Kultur, Kunst und Geschichte.

Der passende Standort

Die Zeche Carl in Altenessen sei der passende zentrale Standort für die Maßnahme und solle zugleich Ausgangspunkt einer perspektivisch über die komplette Stadt „ausrollbaren“ Projektstruktur sein. Die Initiative schließe dabei weitere Projekte auf dem Gelände der Zeche Carl ausdrücklich nicht aus. Es soll weder eine Konkurrenz zu bestehenden Maßnahmen in der Region geben, noch sollen diese verdrängt werden. Vielmehr gehe es um eine sinnvolle Ergänzung und Verzahnung der verschiedenen, bereits bestehenden Angebote.
Zum Aufbau der Junior Uni Essen wird eine gemeinnützige GmbH gegründet, Gesellschafter sollen je zur Hälfte die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH und die Stadt Essen sein. Es wird keinen Aufsichtsrat geben, sondern einen organisatorischen und einen wissenschaftlich-pädagogischen Beirat. Die Prognose der Betriebskosten ergibt für 2021 insgesamt 255.264,80 Euro und für 2022 eine Höhe von 369.029,60 Euro. Die Stadt Essen wird jeweils einen Betrag von 200.000 Euro zur Verfügung stellen. Es ist vorgesehen, dass die gGmbH zunehmend Einnahmen aus Spenden und Sponsoring generiert. Hier werden für 2021 und 2022 jeweils rund 115.000 Euro veranschlagt.

Auch Stadtteilbibliothek?

CDU und Grüne beantragten, den vorgesehenen Standort „Zeche Carl“ einer städtebaulichen Prüfung zu unterziehen. Trotz der vorrangigen Nutzung als Junior-Universität sollen weitere Nutzungsmöglichkeiten für Gruppen, Verbände und Vereine aus dem Stadtteil in eine Machbarkeitsstudie mit einbezogen werden. Das beinhalte die Prüfung von Raumkapazitäten innerhalb des denkmalgeschützten Malakow-Turms wie auch von Erweiterungsmöglichkeiten an dessen nicht gestalteter Ostseite sowie der ehemaligen Grubenschreinerei, ob als Bestandteil der Junior-Universität oder als neuer Standort der Stadtteilbibliothek Altenessen, die dort dann auch mit pädagogischen Konzepten auftreten werde.

Die Grüne Hiltrud Schmutzler-Jäger betonte, die Uni solle ein Vorzeigeprojekt werden „für neugierige, pfiffige und eventuell auch freche Kinder“. Für die CDU stellte Klaus Hagen klar, dass die Junior Uni nicht nur für den Stadtteil Altenessen eine enorme Aufwertung bedeute. Vielmehr gelte es, einen einzigartigen Kultur- und Bildungsstandort zu entwickeln. Die Anbindung der Stadtteilbibliothek sei auch von der Bezirksvertretung favorisiert worden. Der Sozialdemokrat Martin Schlauch gab zu bedenken, dass mögliche Eigenanteile an den Kurskosten Hürden darstellen könnten und man daher intensiv über Stipendien-Programme nachdenken müsse. Auch sei ihm zu wenig Bürgerbeteiligung vorgesehen.

Petra Hermann von der FDP freute sich, dass die Uni so zügig umgesetzt werden könne, um individuelle Talente zu entdecken und zu fördern. Für die Linke betonte Heike Kretschmer, dass hier zu mehr Bildungsgerechtigkeit beigetragen werden müsse: „Vor allem die Kinder im Essener Norden und Westen sollen die Möglichkeit haben, die Junior Uni zu besuchen.“ Man solle Teilnehmerbeiträge überdenken, solange die Querfinanzierung durch Spenden und Sponsoring noch nicht gesichert sei.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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