Ein überzeugter Europäer

Dr. Cornelius Rhein sprach in seinem alten Gymnasium.
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Altschüler Dr. Cornelius Rhein wirbt für ein Europa in Frieden und Freiheit

Soll Deutschland in der EU bleiben? Oder doch lieber Dexit? Wer ist für Wiedereinführung der D-Mark? Wer ist da unentschieden?

Deutliches Ergebnis der spontanen Abstimmung: quasi alle Schüler votieren für einen Verbleib. Das freut Dr. Cornelius Rhein. Er steht in seiner alten „Penne“ auf dem Podium und wirbt für Europa: „Wieder hier in dieser ehrwürdige Aula zu sein, ist schon ein besonderes Gefühl.“ Nachdem er vor über 30 Jahren an der Grafenstraße sein Abitur gebaut hatte, zog es ihn nach Würzburg zum Jurastudium. Er promovierte in europäischem Umweltrecht und arbeitet nun für die Europäische Kommission. Alles in allem arbeiten etwa 24.000 Menschen für die EU-Kommission, hauptsächlich in Brüssel und Luxemburg. Zusammen mit dem Rat und dem Parlament bildet sie das institutionelle Dreieck der Europäischen Union.

Eine großartige Idee

Cornelius Rhein fragt die Schüler nach Argumenten für den Verbleib in der EU. Frieden wird da genannt, Reisefreiheit, aber auch Export. Rhein weist auf die Europaflagge hinter sich: „Dahinter steckt eine großartige Idee! Nie wieder Krieg auf europäischem Boden war die Losung, nun haben wir mehr als 70 Jahre Frieden.“ Schulleiterin Felicitas Schönau freut sich sehr über ihren Gast. Er kann als absoluter Insider über das berichten, was sich auch das Gymnasium Essen-Werden auf die Fahnen geschrieben hat: „Wir wurden von der Landesregierung ausgezeichnet als Europaschule.“ Schönau wird ernst: „Das Thema Europa ist aufgeladen mit vielen merkwürdigen Nebenbedeutungen. Ein Stichwort lautet da Brexit. Frieden, Freiheit und Wohlstand sind in Gefahr. Hier muss es uns Aufklärung gehen.“ Zwar sähen viele Menschen Europa als das Grundübel: „Aber viele Menschen von außerhalb Europas sehen das ganz anders und wollen zu uns. Die schlimmen Erfahrungen des letzten Jahrhunderts machen es zur Pflicht, sich der Wirklichkeit zu stellen. Es gilt, Toleranz und gute Lebensbedingungen für alle zu fördern.“

Treibhausgase und Rechtspopulismus

Doch wie funktioniert das eigentlich? Zu gerne raunen Stammtischparolen: „Brüssel hat entschieden…“ Doch wer entscheidet eigentlich da „in Brüssel“? Wie entsteht so ein EU-Gesetz? Rhein nennt als Beispiel sein Fachgebiet, den Klimaschutz. Um 40 Prozent sollen die Emissionen an Treibhausgasen verringert werden bis 2030: „Solche Ziele werden nicht formuliert durch die EU, sondern von den Staats- und Regierungschefs.“ Jahrelang konsultiert die EU-Kommission Bürger, Interessengruppen und Experten. Redet also mit der Industrie, aber auch mit Umweltverbänden und unabhängigen Sachverständigen. Rat und Europäisches Parlament greifen diese Vorschläge auf, verändern sie und erlassen die Gesetze. Die EU wirkt aber auch weltweit, so im Abkommen von Paris: „Der Temperaturanstieg soll auf zwei Prozent begrenzt werden.“ Denn die Treibhausgase sind ein globales Problem. Aber was gehen uns China an oder Indien? „Rund 90 Prozent unserer Konsumgüter werden in Asien hergestellt.“
Der Rechtsruck in Europa? „Eine extrem relevante Frage. Diese Tendenzen führen zu großer Besorgnis. Aber die Kommission schaut nicht weg, sondern geht zum Beispiel gegen die Eingriffe ins polnische Justizsystem vor. Mit Viktor Orbán gibt es ständige Konfrontation.“ Die EU sehe sich als Wertegemeinschaft, doch im Parlament seien ultrarechte Parteien vertreten. Ein Beispiel: Man führt Verhandlungen über den Finanzrahmen ab 2020. Aber der als Berichterstatter zuständige Europa-Abgeordnete kommt ausgerechnet von der Ukip. Diese europaskeptische Partei fordert die Streichung jeglicher staatlicher Finanzierung von Klimaschutz. Außerdem wird Großbritannien 2020 gar nicht mehr im EU-Boot sitzen. Eine geradezu absurde Situation. Cornelius Rhein schüttelt den Kopf.

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Alle Hände hoch: „Wer möchte, dass Deutschland in der EU bleibt?“
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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