Digitale Künste erleben
UNESCO-Welterbe Zollverein eröffnet Ausstellung

"Another Moon".

Nach drei intensiven Wochen der Produktion eröffnete jetzt Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Ausstellung des Festivals für Digitale Künste NEW NOW auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen.

Die NEW NOW Ausstellung zeigt unter der künstlerischen Leitung von Jasmin Grimm, Expertin der digitalen Kunstszene und Künstlerische Leiterin der Stiftung Zollverein mit Schwerpunkt Digitale Künste, neben neuen Kunstwerken, die im Rahmen des Residenzprogramms entstandenen sind, auch Werke weiterer wegweisender Künstler.

Spektakuläres Architekturdenkmal und digitale Künste
Besucher erwartet in der Mischanlage der Kokerei Zollverein nicht nur ein spektakuläres Architekturdenkmal, sondern jetzt auch ein lebendiger Ort der Digitalen Künste – mit raumgreifenden Installationen, virtuellen Landschaften und performativen Skulpturen.
Höhepunkt der Ausstellungseröffnung ist die Weltpremiere der Lichtinstallation „Another Moon“. Sobald es dunkel wird, zeichnen 40 Laserprojektoren, gespeist aus Sonnenenergie, einen zweiten Mond in den Himmel.

Sechs Jahre lang arbeitete das koreanisch-britische Duo Kimchi and Chips an seinem virtuellen Mond. Unter anderem durch eine Förderung der RAG-Stiftung ermöglicht, erstrahlt „Another Moon“ ab sofort jede Nacht über den gesamten Ausstellungszeitraum bis zum 3. Oktober und zelebriert als monumentales Signal das Ende der Steinkohle-Ära.

Auseinandersetzung mit dem  industriellen Erbe der Region
Zahlreihe künstlerische Positionen der Ausstellung setzen sich mit dem industriellen Erbe der Region auseinander. Die Residenzkünstlerin Stine Deja fragt beispielsweise mit ihrer Arbeit nach der Bedeutung von Kohle und Feuer für unser Zusammenleben und Studio Above&Below schafft virtuelle Skulpturen aus den Vermessungsdaten der Ruhr. Die Projekte der Residenzkünstler werden in der Ausstellung von Arbeiten weiterer zeitgenössischer Digitalkünstler ergänzt, wie „Slow Violence“ von Joanie Lemercier, die den Umgang mit der Umwelt thematisiert. Lemercier erkundet in seiner Werkserie die Auswirkungen des Übertagebaus auf den Hambacher Forst, einen der ältesten Wälder Europas.

Datenmasken von The Constitute
Besonders spannend sind auch die Datenmasken von The Constitute. Besucher können mit diesen  aktiv eine fremde Perspektive einnehmen. Die Arbeit heißt „Point of You“ und besteht aus vier Helmen mit herauslösbaren und frei beweglichen Kameraaugen, die miteinander verbunden sind. Tauscht man mit seinem Gegenüber sein Auge, sieht man die Welt des anderen und muss sich neu orientieren.

Nicht zuletzt gibt es auch Kunstwerke in Virtual Reality zu erleben – darunter die Arbeit „Treehugger: Wawona“ des Kollektivs Marshmallow Laser Feast. Sie enthüllt das geheime Innenleben eines Riesenmammutbaums und hinterfragt die  Beziehung zur Natur in Zeiten von Krise und Wandel.

Virtuelle Festivalplattform „ZECHE“
Wer noch tiefer in die digitale Welt eintauchen möchte, kann noch bis zum 3. Oktober  die virtuelle Festivalplattform „ZECHE“ erkunden, einen postapokalyptischen Dschungel in Computerspielästhetik. Der Medienkünstler Christian Mio Loclair hat eine „Art-in-Art“- Experience erschaffen, in der zwanzig einzigartige digitale Arbeiten zu erleben sind, darunter auch neugeschaffene Werke der Residenzkünstler.

  • Die virtuelle Festivalplattform ist interaktiv und weltweit über das Internet zugänglich: web.journee.live/newnow.
Autor:

Lokalkompass Essen aus Essen-West

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