Interview mit der Gelsenkirchnerin Erika Beck über den Patienten "Pflege"
"Die Leute werden immer älter"

Erika Beck, examinierte Krankenschwester
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  • Foto: Foto: picturepeople/ APD
  • hochgeladen von Harald Landgraf

Die Gelsenkirchnerin Erika Beck (62) ist seit 1977 examinierte Krankenschwester. Sie hat im Krankenhaus angefangen und zwölf Jahre als Stationsschwester gearbeitet. Nach einer Erziehungspause kehrte die Mutter eines Sohnes ins Berufsleben zurück. Inzwischen ist sie im 21. Jahr bei der APD in Gelsenkirchen tätig, einem privaten ambulanten Pflegedienst.

In welchem Bereich arbeiten Sie in der Pflege?
Als eine von drei Teamleitungen Ambulante Pflege bin ich für den Bereich Gelsenkirchen-Mitte und rund 20 Mitarbeiter zuständig. Ich koordiniere die Pflege-Touren der Pflegekräfte und Azubis. Unsere Arbeit fängt schon bei der Aufnahme eines Patienten an. Dabei ermitteln wir, was der Patient benötigt und was gewünscht wird. Ist er orientiert oder dement? Wünscht er Pflege zuhause oder in einer Wohngemeinschaft, männliches oder weibliches Personal? Darauf wollen wir schon Rücksicht nehmen.

Was läuft in ihrem Tätigkeitsfeld gut, was könnte besser sein?
Unsere Angestellten fahren immer die gleiche Tour, so lernen Pflegekraft und Klient einander gut kennen. Manche Klienten öffnen sich uns gegenüber leichter als gegenüber ihren Angehörigen, weil sie sich bei gewissen Dingen genieren. „Rennpflege“ gibt es bei der APD nicht, wir arbeiten sehr selbständig. Wenn zum Beispiel für die Grundpflege nur 20 Minuten zur Verfügung stehen, ein Patient aber besondere Zuwendung braucht, kann diese auch mal 40 Minuten dauern. Beim nächsten Mal ist wieder alles normal, auf längere Sicht gleicht sich alles aus. Zufriedene Kunden sind uns wichtig.

Es sollen 13.000 Stellen bundesweit neu geschaffen werden. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für den so genannten "Pflegenotstand"?
Die Leute werden immer älter. Zu meiner Ausbildungszeit gab es kaum ambulante Pflege, da ging es von der Wohnung oder vom Krankenhaus direkt ins Heim. Die Pflege ist noch immer ein Frauenberuf. Viele Mütter steigen nach ihrer Elternpause nicht wieder in den Beruf ein, weil er für einige vielleicht zu stressig war. Bei der APD kommen viele Frauen nach der Familienzeit gerne wieder – zum Beispiel in Teilzeit. Es gibt bei uns deshalb eine Vielzahl von familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen. Außerdem war die Wertschätzung des Berufs in der Gesellschaft bisher nicht so groß, heute aber merken die Menschen, welche Bedeutung die Pflege für die Gesellschaft hat.

Wie ist die Personalsituation vor Ort?
Alle Patienten müssen zuverlässig versorgt werden. Bei einer Grippewelle haben natürlich auch wir Probleme, aber wir kriegen unsere Dienste gut besetzt. Leider müssen wir täglich mittlerweile mindestens eine Neuanfrage ablehnen, weil wir nicht genügend Personal haben, um zusätzliche Klienten zu begleiten. Deshalb setzen wir noch stärker auf Aus- und Weiterbildung als bisher, das ist eine gute Sache bei der APD. Es ist nicht so, dass man nichts werden kann im Pflegeberuf. Bei der APD können Pflegekräfte wirklich Karriere machen. Die meisten Führungspositionen sind mit Frauen besetzt.

Was würden Sie als das Schönste in dem Beruf benennen?

Das Schönste in dem Beruf ist die Dankbarkeit der Leute und das Lächeln der Patienten, wenn sie sich freuen, dass man am nächsten Tag wiederkommt. Das ist der größte Lohn. Erika Beck, examinierte Krankenschwester.
 Die anderen Teile der verlagsweiten Serie finden interessierte Leser unter https://www.lokalkompass.de/tag/pflege-2019. Die Serie

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