Polizeieinsatz überschattet Schalkes 1:1

Uchida (l.) zeigte sich zum Wolfsburg-Spiel verbessert, hatte aber abermals ein paar Unkonzentriertheiten in seinem Spiel. Foto: Gerd Kaemper
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  • Uchida (l.) zeigte sich zum Wolfsburg-Spiel verbessert, hatte aber abermals ein paar Unkonzentriertheiten in seinem Spiel. Foto: Gerd Kaemper
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Schalke zittert! Vor dem Play-off-Rückspiel für den Einzug in die Gruppenphase der Champions League steht die Mannschaft von Trainer Jens Keller unter Zugzwang. Die „Königsblauen“ kamen im Hinspiel gegen den griechischen Vizemeister PAOK Saloniki nicht über ein mageres 1:1 (1:0) hinaus. Überschattet wurde das Spiel allerdings von einem Polizeieinsatz in Schalkes Nordkurve. Zudem droht nun auch noch Farfan länger auszufallen.

Hier geht es zur Bildergalerie des Spiels Schalke gegen Saloniki

Jens Keller überraschte heute alle und stellte den 17-Jährigen Max Meyer in die Anfangsformation. Meyer spielte auf der linken Außenbahn für Christian Clemens, blieb im gesamtem Spiel aber eher blass. Blass war auch zunächst die Partie, in der Schalke zwar wesentlich mehr Ballbesitz hatte, aber keine nennenswerten Torchancen herausspielen konnte. Nach 45 Minuten hatte der S04 sage und schreibe 70 Prozent Ballbesitz, hätte aber beinahe nichts davon gehabt.

17-jähriger Max Meyer feiert Startelfdebüt in der Champions League

Erst in der 32. Minute sorgte Jefferson Farfan ausgerechnet mit seinem schwächeren linken Fuß für den Führungstreffer. Von der rechten Strafraumgrenze schlenzte der Peruaner nach gutem Einsatz und der Vorlage von Adam Szalai den Ball gegen den linken Innenpfosten, von wo aus der Ball ins Tor ging. Sieben Minuten später erwischte Jones eine weite Flanke von Draxler nach einem Konter nicht voll, grätschte zwar in den Ball hinein, konnte ihm aber keine entscheidende Richtung mehr geben. Kurz vorher waren es die Gäste, die zum ersten Mal gefährlich vor das Tor von Schalkes Schlussmann Timo Hildebrand kamen. Erst klärte Christian Fuchs im letzten Moment mit einer Grätsche gegen Alexandros Tziolis, dann schoss Lucas den Ball weit über das Tor. So blieb es zur Halbzeit beim 1:0 für Schalke, das sich in der zweiten Hälfte dann schwer tat.

Jefferson Farfan nach grobem Foul und dickem Knöchel ausgewechselt

Lucas war es, der in der 56. Minute Hildebrand mit einem Schuss prüfte. Schalkes Nummer eins hielt den Ball im Nachfassen fest. 13 Minuten später war aber auch er machtlos. Miroslav Storch, vor dem Jens Keller noch im Vorfeld gewarnt hatte, zog unbeirrt von der linken Außenbahn nach innen, ohne richtig angegriffen zu werden und schlenzte den Ball ins rechte Eck (73.). Es war der letzte Höhepunkt des Spiels - zumindest aus sportlicher Sicht. Doch zwei Tiefpunkte kamen noch dazu.

Einerseits wurde Farfan fünf Minuten vor Schluss übel gefoult. „Für mich war es eine rote Karte, so wie der Spieler mit beiden Beinen vorausging, dann wäre es noch ein Elfmeter gewesen und der Schiedsrichter hat nicht einmal gepfiffen“, war Jens Keller nach dem Spiel sauer auf den Unparteiischen. Wie lange Farfan ausfällt, steht noch nicht fest. „Er liegt mit einem dicken Knöchel in der Kabine und es sieht nicht gut aus.“

Traurig war leider, dass die griechischen Gäste insgesamt zwei Böller über das Spiel verteilt zündeten und auch einmal ein bengalisches Feuer zündeten.

Provozierten Schalke-Fans die Griechen mit Mazedonien-Flagge?

Viel trauriger war allerdings der Polizeieinsatz in Schalkes Nordkurve. Rund 15 Minuten vor Schluss stürmten dutzende Polizisten über mehrere Eingänge in die Nordkurve. Auslöser war das Aufhängen einer mazedonischen Fahne. Schalkes pflegt eine Fan-Freundschaft mit Skopje, allerdings befürchteten die griechischen Offiziellen, dass die Gäste-Fans sich dadurch provoziert fühlen könnten. Ein Schalke-Mitarbeiter sagte zum Stadtspiegel: „Die UEFA wurde benachrichtigt, woraufhin der Wachschutz zunächst einschritt und die Fans bat, die Fahne herunter zu nehmen. Das wurde aber nicht gemacht, woraufhin die Polizei einschritt.“ Wüste Szenen, Prügeleien, fliegende Gegenstände wie Fahnenstangen und volle Bierbecher prägten dann die Schlussminuten. Die Polizeikräfte blieben bis zum Ende des Spiels in der Schalker Nordkurve und durften sich immer wieder ein gellendes Pfeifkonzert und Beschimpfungen unter der Gürtellinie anhören. Dafür setzten die Polizisten laut Angaben von Fans unter anderem Pfefferspray an. Gegen Mitternacht sickerte durch, dass die Polizei wegen "Volksverhetzung" einschreiten musste.

Mazedonien ist für die Griechen nach wie vor ein rotes Tuch, da Mazedonien nach wie vor nicht als Land angesehen und akzeptiert wird. „Da herrschen nach wie vor große politische Probleme“, sagte so auch beispielsweise der griechische Dolmetscher am Rande der Pressekonferenz.

Auf der befand Salonikis Trainer Huub Stevens, dass man in den ersten sieben Minuten zwar noch ganz gut gespielt habe, dann aber zunehmens unter Druck geriet. „Schalke bleibt nach wie vor Favorit, sie sind stark genug, um auch auswärts ein Tor zu erzielen. Wir werden auch nicht auf ein 0:0 spielen, das ist zu gefährlich“, so Schalkes „Jahrhunderttrainer“.

Auch Schalkes Jens Keller war derselben Meinung. „Wir sind stark genug, um auch auswärts mindestens ein Tor zu erzielen.“ Nur bei der Bewertung des Spiels zielte der Übungsleiter nicht unbedingt Einigkeit mit den anwesenden Journalisten. „Ich bin mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden. Wir haben aber eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der zweiten Hälfte fehlten dann allerdings öfter die letzten Schritte, wie auch beim Gegentor. Die Art und Weise, bis auf die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit stellten mich auch zufrieden. Man muss ja auch bedenken, dass wir nicht gegen irgendjemanden gespielt haben. Auch Saloniki hat sich für die Champions League-Play-offs qualifiziert.“

Der Kader allerdings wird nun langsam dünner. „Huntelaar fällt schon länger aus, Kolasinac auch, und jetzt hoffe ich, dass es bei Farfan nicht auch noch so ist. Sonst gehen uns langsam die Alternativen aus.“

Für Schalke geht es nun am Samstagnachmittag weiter. Um 15.30 Uhr spielen die „Knappen“ bei Hannover 96. Das Rückspiel in Saloniki findet am kommenden Dienstag, 27. August, um 20.45 Uhr statt. Dann allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Da PAOK noch einen Teil einer Drei-Spiele-Sperre ohne Zuschauer wegen Ausschreitungen in der letzten Europa League-Saison absitzen muss, werden Saloniki und Schalke das Rückspiel vor leeren Rängen austragen müssen.

Tore: 1:0 Jefferson Farfan (32.), 1:1 Miroslav Storch (73.)

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Uchida (l.) zeigte sich zum Wolfsburg-Spiel verbessert, hatte aber abermals ein paar Unkonzentriertheiten in seinem Spiel. Foto: Gerd Kaemper
Jermaine Jones und Schalke müssen wieder aufstehen. Der Saisonstart ist mehr als nur durchwachsen. Foto: Gerd Kaemper

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