Wenn lernen Spaß macht...

Ana hat überhaupt kein Problem damit, in den Ferien Deutsch zu pauken.Der Unterricht macht ihr sogar Spaß.
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  • Ana hat überhaupt kein Problem damit, in den Ferien Deutsch zu pauken.Der Unterricht macht ihr sogar Spaß.
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Eine Woche lang besuchten 16 Kinder, die zwischen 7 und 14 Jahre alt sind, das "Sprachcamp" des Lalok Libre. Bis auf drei Ausnahmen kommen alle aus rumänischen Zuwandererfamilien. Die Projektleitung berichtet von viel Enthusiasmus und großer Lernbereitschaft, eine Fortführung des Projekts ist bereits geplant.

GE-Schalke. Es ist ein heißer und stickiger Raum, in dem die Kleinen arbeiten, daran ändert auch der kleine Ventilator neben der Tür nichts. Trotzdem sitzen die Kinder konzentriert über ihren Heften und füllen Lückentexte aus. "Bei über 35 Grad fällt es selbst uns schwer, hier zu sitzen und Unterricht zu machen, aber die Knirpse machen das top, wir sind echt von den Socken", erzählen die beiden Projektleiterinnen.
Viele der Kinder besuchen noch internationale Förderklassen (IFÖ), sollen aber nach den Ferien in normale Schulklassen integriert werden. Das Problem: Viele zugewanderte Schüler sind mit dem herkömmlichen Pensum überfordert. Genau da kommt das Lalok Libre ins Spiel. Das Sprachcamp soll den Kindern nicht nur eine Möglichkeit bieten, individuelle Förderung zu bekommen und gemeinsam mit Gleichaltrigen Deutsch zu lernen, es ist auch die Auftaktveranstaltung einer neuen Programmreihe namens "Lernzeiten".

Erfolge und Herausforderungen

Denn auch wenn die Schule wieder anfängt, werden die Kinder wöchentliche Kurse in der Einrichtung besuchen, bei der sie ihre Verständnisfragen aus dem Schulunterricht gemeinsam beantworten können. Vereinsleiterin Venetia Harontzas berichtet von der Lernbereitschaft der jungen Teilnehmer: "Es gibt ja leider immer wieder das Vorurteil, dass diese Kinder keine Lust aufs Lernen haben. Das können wir überhaupt nicht bestätigen. Wenn man ihnen eine Chance gibt, dann sind sie richtig lernwillig".
Die siebenjährige Sarah ist die jüngste Teilnehmerin und erzählt stolz von ihren Erfolgen: "Ich kann schon viel besser lesen und schreiben und die anderen Kinder helfen mir auch immer". Ob sie es anstrengend findet, in den Ferien jeden Tag vier Stunden Deutsch zu lernen? Im Gegenteil. "Das macht ganz viel Spaß und wir machen auch manchmal ein bisschen Quatsch in den Pausen", verrät sie grinsend. Die elfjährige Martha freut sich schon darauf, wenn sie bald in der Schule beweisen kann, was sie alles gelernt hat: "Deutsch ist mein Lieblingsfach und jetzt kann ich das auch viel besser", sagt sie strahlend.
Herausforderungen gibt es jedoch trotzdem. Viele Kinder kommen aus Elternhäusern, die ihnen keine geregelten Tagesabläufe bieten und so fehlen grundlegende Fähigkeiten, die in diesem Alter eigentlich selbstverständlich sind. Deswegen geht es beim Sprachcamp nicht nur ums Deutsch lernen, sondern auch darum, die Basiskompetenzen der Mädchen und Jungs zu stärken. Harontzas berichtet, dass die Lernerfolge auch daher kommen, dass den Kindern so entgegengekommen wird. Es wird differenziert auf die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Lernenden eingegangen.

Fehler müssen keinem peinlich sein

Auch die Gruppendynamik stimmt, schließlich sitzen alle im selben Boot. Die zwölfjährige Amalia erzählt, dass es niemandem peinlich sein muss, Fehler zu machen: "Wenn wir etwas falsch machen, lachen wir darüber und dann besprechen wir das alle zusammen in einer großen Runde".
Das Programm ist für die Teilnehmer kostenlos, inklusive Lernhefte, Stifte, Bücher und Verpflegung. Finanziert wird das Ganze durch den Quartiersfond Schalke.
Besonders wichtig sei es, langfristig auch die Eltern der Kinder in den Lernprozess miteinzubeziehen. "Nur wenn alle am selben Strang ziehen, können wir maximale Erfolge erzielen", davon ist Venetia Harontzas überzeugt. Ideen und Pläne für eine zukünftige Ausweitung des Projekts hat sie jedenfalls schon.

Autor:

Fotini Kouneli aus Gelsenkirchen

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