Gedenkveranstaltung an der Stele vor dem Ehrenmal im Wittringer Wald
Der 9. November prägte auch in Gladbeck die Geschichte

Auch in diesem Jahr fanden wieder viele Gladbecker anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 9. November den Weg zur Stele vor dem Ehrenmal im Wittringer Wald.
  • Auch in diesem Jahr fanden wieder viele Gladbecker anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 9. November den Weg zur Stele vor dem Ehrenmal im Wittringer Wald.
  • Foto: Braczko
  • hochgeladen von Uwe Rath

Revolution - Novemberpogrome - Mauerfall: Wie kein anderer Tag im Jahr hat der 9. November die deutsche Geschichte geprägt. Auch in Gladbeck. Und so war die Zahl der Teilnehmer einmal mehr groß, die jetzt in Wittringen der Novemberrevolution (9. November 1918), dem Fall der Mauer vor dreißig Jahren und besonders der sogenannten „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 gedachten, an dem Nazi-Schergen und ihre Helfershelfer Synagogen und jüdische Geschäfte zerstörten. Vor allem Vertreter aus Politik, Kirchen, Verwaltung und Vereinen hatten den Weg zur Stele vor dem Ehrenmal gefunden.

Einleitende Worte sprach Bürgermeister Ulrich Roland und erinnerte an das Schicksal der Familie Kaufmann an der Horster Straße, die Verhaftungen und Deportationen erleben mussten. Roland: "Die jüdische Bevölkerung wurde bedroht, entrechtet, gedemütigt und gequält." Fassungslos richtete sich die Rede des Stadtoberhauptes auch auf den antisemitischen Anschlag in Halle. Der Bürgermeister dazu: „Wir müssen uns wehren, die Zeit des Schweigens ist vorbei – die AfD verhöhnt im Bundestag die Erinnerungskultur, Begriffe wie 'Umvolkung' und 'Lügenpresse' passen nicht zu unserer Demokratie.“

Eine interessante Rede hielt der Gladbecker Museumsleiter Alexander Borchard über die Gleichschaltung der der Museen im Sinne der „Blut-und-Boden-Ideologie“ der Nazis. Er erinnerte an das Jahr 1937, in dem bei einer „Tagung deutscher Museumsdirektoren“ mehrere Museumsleiter gegen einen Nazi-Vortrag protestierten, bei dem die Bilder des niederländischen Malers Rembrandt von Rijn als „entartete Ghettokunst“ bezeichnet wurden. Borchard kritisierte in diesem Zusammenhang auch den ehemaligen Leiter des Gladbecker Heimatmuseums, Ludwig Bette, der die Realität der multikulturellen Bergarbeiterstadt Gladbeck ausgrenzte. Dazu kam eine immer stärker werdende Rassenlehre auch im Museumsbereich, beispielsweise die Ausstellung „Sippenforschung Gladbecker Familien“. Und den Fund bronzezeitlicher Urnen in Ellinghorst (1937) versuchte die NSDAP, als „germanischen Ursprung“ zu deuten.

Eine Bläsergruppe der Musikschule unter ihrem Leiter Rolf Hilgers umrahmte die Feier, zum Abschluss legten die Anwesenden weiße Nelken an der Gedenkskulptur nieder.

Text und Foto: Peter Braczko

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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