Neuer Garten, neue Küche: In Jabang geht‘s voran

Töpfe, Töpfe, Töpfe in allen Größen und mittendrin beim Einkauf der Küchenutensilien (v.l.) Dr. Jürgen Fröber und Hans Hartung von „Kindergarten Linden, Schul- und Dorfentwicklung in Gambia“, dem Verein also, in dem „Hattingen hilft“ aufgegangen ist. Die gekauften Töpfe sind seit Mitte September immer gut gefüllt, seit die vom Verein gebaute Schulküche in Betrieb gegangen ist. Foto: privat
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  • Töpfe, Töpfe, Töpfe in allen Größen und mittendrin beim Einkauf der Küchenutensilien (v.l.) Dr. Jürgen Fröber und Hans Hartung von „Kindergarten Linden, Schul- und Dorfentwicklung in Gambia“, dem Verein also, in dem „Hattingen hilft“ aufgegangen ist. Die gekauften Töpfe sind seit Mitte September immer gut gefüllt, seit die vom Verein gebaute Schulküche in Betrieb gegangen ist. Foto: privat
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Seit „Hattingen hilft“ mit dem Kindergarten Linden zusammen den Verein „Kindergarten Linden, Schul- und Dorfentwicklung in Gambia“ gebildet hat (der STADTSPIEGEL berichtete), hat sich beim KLG, wie sich der Verein mit dem sperrigen Namen kurz nennt, allerhand getan.

Beispielsweise war Vereinsmitglied Dr. Jürgen Fröber in diesem Jahr bereits dreimal vor Ort, um sich einen Überblick über den Stand der Dinge zu verschaffen.
Den beschreibt er im Gespräch mit dem STADTSPIEGEL so: „Momentan kümmern wir uns in Jabang um die Dorfentwicklung. Dabei gehen wir ein Gartenprojekt an, für das die Dorfbewohner Feuer und Flamme sind. Ein wenig schwierig ist es nur mit dem Bürgermeister zusammenzuarbeiten. Der ist übrigens nicht von den Bewohnern gewählt, sondern bekommt sein Amt vererbt. Nach langem Hin und Her haben wir jetzt ein Gelände zur Verfügung gestellt bekommen, das rund 15.000 Quadratmeter umfasst.“
Einem gemeinsamen Beschluss nach wird es von einem Frauenkomitee für 15 Jahre übernommen mit der Option zur Verlängerung um jeweils weitere fünf Jahre. Voraussetzung dazu ist jedoch, dass die Gartenflächen gut angenommen werden.
Aber in dieser Hinsicht zeigt sich der Hattinger sehr optimistisch, weil an wichtigen „Schaltstellen“ die „richtigen Menschen“ säßen, die voll hinter dem Gesamtprojekt stünden. „Inzwischen ist das Gartengelände zum Anbau fertig hergerichtet und mit Stacheldraht eingezäunt“, so Jürgen Fröber. „Später wird hier eine Dornenhecke wachsen, die Kühe, Ziegen und Schafe abhalten soll. Brunnen wurden gebaut, zu denen nur 25 Meter zu laufen sind. Allerdings müssen die mit der Hand bedient werden. Ansonsten wäre möglicherweise zu viel Wartung nötig.“
Am wichtigsten jedoch ist das erste Saatgut. Hier wurden 140 Kilogramm Reis angeschafft. Nach 90 Tagen ist der bereits erntereif.
Jürgen Fröber wertet die Entwicklung des Projektes innerhalb noch nicht einmal eines ganzen Jahres als vollen Erfolg.
Wichtig ist ihm in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass Gelder von hier nur der Anschubfinanzierung dienen: „Unser Ziel ist auf allen Ebenen ein Miteinander. Erreichen wollen wir eine bessere Ernährung für die Dorfgemeinschaft, dass weniger Gemüse hinzugekauft werden muss und dass letztlich ein Teil des Ertrages sogar verkauft werden kann. Abzuwarten bleibt jetzt erst einmal, dass die 384 Frauen, die dem bewirtschaftenden Komitee angehören, den Garten längerfristig betreuen. Denn da ist täglich viel Arbeit zu leisten.“
Sollten die Menschen dort eine „Buschtoilette“ bis zum nächsten Besuch gebaut haben, weil die Gartenanlage rund 900 Meter vom Dorf entfernt liegt, dann überlegt der Verein, neuerlich „in die Schatulle“ zu greifen und ein festes Toilettenhaus dort hinzustellen.
Hans Hartung aus Blankenstein kümmert sich in Jabang mehr um das Schulprojekt. Da konnte der STADTSPIEGEL ja bereits über den Neubau von vier Klassenräumen, Büros, Lehrerzimmern und Toiletten berichten. Auch der Staat hat sich hier inzwischen eingebracht.
Mittlerweile ist an der Schule der Küchenbau für 15.000 Euro fertiggestellt worden. „Wir wollen den bislang 480 Schulkindern, zu denen im kommenden Schuljahr weitere 100 stoßen werden, in der zweizügigen Schule mit sechs Klassen wenigstens zweimal in der Woche eine warme Mahlzeit bieten. Mehr pro Kind kann sich unser Verein leider nicht leisten“, beschreibt Hans Hartung, der erst im Juni mit 380 Schulbüchern im Gepäck in Gambia war – wie alle Vereinsmitglieder selbstverständlich auf eigene Kosten.
Ein Schulessen ist mit rund 25 Cent kalkuliert. Zu diesem Betrag müssen die Familien neben fünf Cent auch das in Gambia übliche Stück Holz zum Kochen beisteuern. Kochgeschirr ist ebenfalls ganz frisch angeschafft worden.
Gekocht wird für die Schulspeisung seit Mitte September auf einem geschlossenen, Holz sparenden Ofen. Alle hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht, denn Holz ist teuer in Gambia.

Töpfe, Töpfe, Töpfe in allen Größen und mittendrin beim Einkauf der Küchenutensilien (v.l.) Dr. Jürgen Fröber und Hans Hartung von „Kindergarten Linden, Schul- und Dorfentwicklung in Gambia“, dem Verein also, in dem „Hattingen hilft“ aufgegangen ist. Die gekauften Töpfe sind seit Mitte September immer gut gefüllt, seit die vom Verein gebaute Schulküche in Betrieb gegangen ist. Foto: privat
Hier werden von Dorfbewohnern in Jabang Pfähle für den Zaun gesetzt. Später einmal wird der Stacheldraht unter einer Dornenhecke verborgen sein. Er soll Ziegen, Schafe und Rinder vom Plündern des Gartenprojektes abhalten. Foto: privat
Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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