Hilfe für Namibia
Hattinger Verein unterstützt Schulkinder durch Patenschaften

Annette Krauskopf vom Hattinger Verein "Kinder in Namibia" mit Patenkindern im Vorort Katutura in Windhoek.
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  • Annette Krauskopf vom Hattinger Verein "Kinder in Namibia" mit Patenkindern im Vorort Katutura in Windhoek.
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Seit 1999 ermöglicht der Hattinger Verein „Kinder in Namibia“ Kindern in dem afrikanischen Land den Schulbesuch. Direkt vor dem Beginn der Corona-Krise reisten die beiden Vereinsmitglieder Petra Haaf (54) und Annette Krauskopf (53) nach Namibia, um sich vor Ort davon zu überzeugen, dass die Spendengelder der Paten ankommen.

Mit Patenschaften unterstützt der Verein, der von der 2010 verstorbenen Ingrid Lalk gegründet wurde, Kinder in Namibia von der Kita bis zum Schulabschluss. Er hilft, die Kosten für Schuluniform, Lernmaterialien, Fahrtkosten und für die eventuelle Unterbringung der Kinder in Schulheimen zu decken. Denn in den Familien fehlt oft das Geld, und Kinder von alleinerziehenden Müttern oder Waisenkinder haben gar keine Chance, weiß der Verein.
Einmal jährlich, nachdem die Zeugnisse zum Schuljahresende vergeben wurden, reisen Vereinsmitglieder nach Namibia. Für Petra Haaf war es bereits die neunte Reise, für Annette Krauskopf die erste. "Sie konnte mich gut führen", berichtet Krauskopf.
Zunächst wurden die beiden jedoch am Flughafen in Windhoek von einem Taxifahrer mit selbstgemalten Schildern der Patenkinder empfangen. In ihrer Unterkunft, dem Genade Kinde Bewaarhuis, einem kleinen Haus mit Kindergarten und Waisenhaus, wartete dann eine Begrüßung mit deutscher Fahne, vielen Luftballons, selbstgemachten Bildern und vielen kleineren und größeren Kinder auf sie.

Straßen- und Häusergewirr

"Der Vorort Katutura besteht aus tausenden kleinen Hütten aus Metall oder Stein. In manchen Hütten ist eine Wirtschaft, Frisör oder eine Art Kiosk, der bis auf eine Luke zum Warenaustausch total vergittert ist. In diesem Straßen- und Häusergewirr tummeln sich viele Menschen, Kinder und Hunde. Alle sind hier sehr freundlich, und die Kinder lachen und machen einen glücklichen Eindruck", schildern Krauskopf und Haaf ihre ersten Eindrücke. "Abends ändert sich die Lage in Katutura, und man sollte es vermeiden, sich außerhalb des Grundstücks aufzuhalten, denn durch die Armut ist die Kriminalität groß. Sehr viele Häuser verfügen über einen riesigen Stacheldraht ums gesamte Grundstück."
Gut drei Wochen hielten sich Krauskopf und Haaf in Namibia auf, besuchten Orte und Schulen, ließen sich die Zeugnisse der Patenkinder zeigen. "Die Unterlagen werden von uns geprüft und mit den Kindern besprochen. Dann werden Fotos für die Paten in Deutschland gemacht", erklären die Vereinsmitglieder. Im Anschluss beschenkten sie die Kinder mit Süßigkeiten, Obst, einem Geldbetrag und dem Brief der Paten.

Besuche auf einer Farm und an der Küste

Neben dem dicht besiedelten Windhoek besuchten Annette Krauskopf und Petra Haaf Patenkinder auf einer Farm, wo sie auch die Ruhe, Tiere, Natur und Weite genießen konnten und wo sie einem Kind einen Platz auf einer weiterführenden Schule sicherten.
Nächste Station war der Küstenort Swakopmund. "Der Ort ist sehr gepflegt und für den Tourismus ausgelegt. Hier wird überwiegend deutsch gesprochen. Die Zeit der deutschen Kolonie in Süd-Westafrika ist hier noch sehr präsent", berichten Haaf und Krauskopf. "Nach zehnminütiger Autofahrt ist man in dem großen Township Mondesa. Hier leben 70 Prozent der Bevölkerung von Swakopmund, auch unsere Patenkinder und ehrenamtlichen Helferinnen." Hier wurden die Zeugnisse am Strand überprüft, weil der Strom ausgefallen war.

Fest zum Abschied

Mit einem großen Fest verabschiedeten sich Petra Haaf und Annette Krauskopf in ihrem Basislager in Katutura. Alle Kinder und Erwachsenen aus der Nachbarschaft nahmen daran teil, es wurde getanzt und gesungen. "Nicht jedes Kind aus dem Patenprogramm hat es geschafft, die Schule mit einem Abschluss zu beenden, aber genügend Kinder haben diese Chance genutzt, einen Schulabschluss, eine Berufsausbildung und einige sogar ein Studium zu absolvieren", berichten die beiden Vereinsmitglieder. "Schauen wir in die leuchtenden Kinderaugen, wissen wir, es wird sich immer lohnen, jedem einzelnem Kind diese Chance zu geben."
Kurz bevor Reisen wegen der Corona-Pandemie eingestellt wurden, kehrten Haaf und Krauskopf nach Deutschland zurück. "Bei unserer Einreise nach Namibia wurden wir schon mit Wärmebildkameras getestet. Als wir gute drei Wochen später nach Deutschland zurückkamen, gab es dort keine Tests", erzählt Annette Krauskopf.

Patenschaft übernehmen

- Der Hattinger Verein "Kinder in Namibia" freut sich über neue Paten und Spenden.
- Für Informationen und Rückfragen steht die Vereinsvorsitzende Gabi Kroll unter Tel. 02324/83217 zur Verfügung. Weitere Infos gibt es unter www.kinder-in-namibia-ev.de.tl.

Annette Krauskopf vom Hattinger Verein "Kinder in Namibia" mit Patenkindern im Vorort Katutura in Windhoek.
Petra Haaf mit Patenkindern auf einer Farm in Namibia.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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