Silke Möckel aus Rahm ist Teil eines ambitionierten Theaterprojekts
Von Clowns und Liebe

Abel Aboualiten und Ulrike Möckel kennen sich seit dem gemeinsamen Studium bei Marcel Marceau in Paris. Das war in den 1980er Jahren. Danach ist der Kontakt nie abgebrochen. Im Rahmer Gemeindehaus erinnern sie sich gerne an alte Zeiten.
Fotos: Möckel privat
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  • Abel Aboualiten und Ulrike Möckel kennen sich seit dem gemeinsamen Studium bei Marcel Marceau in Paris. Das war in den 1980er Jahren. Danach ist der Kontakt nie abgebrochen. Im Rahmer Gemeindehaus erinnern sie sich gerne an alte Zeiten.
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RAHM. Ein Hauch von Charlie Chaplin weht durch Rahm. Silke Möckel (58) probt dort, aber auch in Paris, für ein deutsch-französisches Theaterprojekt. Im Pfarrheim von St. Hubertus am Rahmer Bach, ganz in der Nähe ihrer Wohnung, werden Erinnerungen an den legendären Clown Marcel Marceau wach.

„Ich bin der Kirchengemeinde total dankbar, dass sie uns die Räume für unser wirklich ambitioniertes Projekt zur Verfügung stellt“, sagt sie. Sie probt nicht allein. In gut einem Jahr soll das Stück „La Vie d'Artiste“ von Rahm aus die Bühnen erobern.

Es handelt vom Leben eines alternden Künstlerpärchens, das sich in- und auswendig kennt, sich liebt, hasst und trotz schwieriger Zeiten zusammenhält. Der Stil der Inszenierung ist klar verortet. Es handelt sich um Bewegungstheater in der Tradition des Stummfilms, wo Schauspiel, Pantomime und Musik eine untrennbare Einheit bilden.

Unterstützt
vom Land NRW

Silke Möckel probt nicht alleine. Die Idee zu dem Theaterprojekt hatte der französische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Abel Aboualiten, der im Hubertus-Pfarrheim mit dabei ist. Der Dritte im Bunde ist der Pianist Hanns-Jürgen Eimer aus Bonn, der bei den Proben nicht selten kräftig in die Tasten haut.

Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. „Ohne die Unterstützung hätten wir das gar nicht auf den Weg bringen können“, sagt Silke Möckel, die auch Musik und Theater am Getrud-Bäumer-Berufskolleg in der Duisburger Innenstadt unterrichtet. Und dass sie, Aboualiten und Eimer es gemeinsam umsetzen, ist kein Zufall.

Abel Aboualiten, der in seiner Heimat eine „künstlerische Hausnummer“ ist und schon in erfolgreichen US-Spielfilmen mitwirkte, und Silke Möckel haben sich in den 1980er Jahren kennengelernt, als sie gemeinsam an der „Ecole Internationale de Mimodrame de Paris“ des großen Pantomimen Marcel Marceau studierten. Dass es dazu kam, hat eine Vorgeschichte.

Zerbeulter Seidenhut
und eine rote Blume

Die Herzens-Rahmerin las in einer Zeitschrift einen Bericht über den französischen Pantomimen Marcel Marceau. Der tragikomische Clown im Ringelhemd mit dem weiß geschminkten Gesicht, dem zerbeulten Seidenhut und der roten Blume hatte ganze Generationen mit seiner redseligen Sprachlosigkeit und seinen vielsagenden Bewegungen zum Gesten zum Lachen, Weinen und Nachdenken gebracht.

Silke Möckel war Lesen des Artikels sofort Feuer und Flamme. Am nächsten Tag ist sie direkt nach Paris gefahren. Nach einem kurzen Gespräch mit ihm wurde sie seine Schülerin in der Kunst der Stille. Und Abel Aboualiten war da bereits einer seiner Meisterschüler. Nach dem Studienaufenthalt in Paris zog es Silke Möckel wieder zurück an die Folkwang-Hochschule, an der sie damals studierte. Dabei lernte sie den Bonner Hanns-Jürgen Eimer kennen, der dort Klavier studierte.

Auch hier stimmte vom ersten Augenblick an die künstlerische und die menschliche Chemie. Mit ihm ist sie viel gereist und hat in zahlreichen Ländern Projekte angeregt und umgesetzt. Gemeinsam haben sie Workshops etwa in Kuba, Indien, auf Sansibar und in weiteren Ländern Afrikas und Südamerikas durchgeführt. Und nun kommt es zum neuen Bewegungstheater-Projekt.

Der schönste
Stadtteil Duisburgs

In Rahm wird man noch öfter proben, aber auch in Bonn und Paris. Corona hatte für Unterbrechungen gesorgt. Zudem haben alle drei noch weitere berufliche Verpflichtungen. Bei Silke Möckel steht der Unterricht am Getrud-Bäumer-Berufskolleg im Vordergrund. Mit ihren Schülern gab es schon Auftritte im Lehmbruck-Museum, bei den Duisburger Umwelttagen, den Akzenten, aber auch bei der Ruhr-Triennale in Bochum.

Von dem ambitionierten Bewegungs- Musik- und Sprechtheaterprojekt mit Hanns-Jürgen Eimer und Abel Aboualiten wird sie ihren Schülern sicherlich auch erzählen. Der Weltstadt-Franzose hat ihrer Heimatstadt übrigens ein dickes Kompliment gemacht. „So schön und lebendig hatte er sich Duisburg nicht vorgestellt“, berichtet sie. Wieder lacht sie laut: „Ich hab' ihm dann noch gesagt, dass Rahm der schönste Stadtteil Duisburgs ist.“

Abel Aboualiten und Ulrike Möckel kennen sich seit dem gemeinsamen Studium bei Marcel Marceau in Paris. Das war in den 1980er Jahren. Danach ist der Kontakt nie abgebrochen. Im Rahmer Gemeindehaus erinnern sie sich gerne an alte Zeiten.
Fotos: Möckel privat
Auch bei den Theaterproben in Rahm kommt es im wahren Sinn des Wortes auf den richtigen Ton an. Pianist Hanns-Jürgen Eimer lauscht aufmerksam den Worten des Regisseurs.
Autor:

Reiner Terhorst aus Duisburg

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