Schülerwünsche begleiteten den ersten Spatenstich beim Großprojekt Gesamtschule Saarn
„Zukunft kann man bauen“

Große Freude beim Spatenstich mit "Wunschkapsel": Stv. Schülersprecher Hubertus Mintrop, Schülersprecherin Pia Sebastian, Schulleiterin Dr. Claudia Büllesbach, stv. Schulleiter Michael Röver, Kämmerer Frank Mendack, Stellv. Bezirksbürgermeister Dieter Zeitnitz (v.).
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  • Große Freude beim Spatenstich mit "Wunschkapsel": Stv. Schülersprecher Hubertus Mintrop, Schülersprecherin Pia Sebastian, Schulleiterin Dr. Claudia Büllesbach, stv. Schulleiter Michael Röver, Kämmerer Frank Mendack, Stellv. Bezirksbürgermeister Dieter Zeitnitz (v.).
  • Foto: Fotos (5): PR-Fotografie Köhring
  • hochgeladen von Reiner Terhorst

Als einen ganz entscheidenden Schritt zur Stärkung der Mülheimer Schullandschaft werden die Neubau- und Sanierungsmaßnahmen an der der Gesamtschule Saarn angesehen. Rund 36 Millionen Euro wird das „Zukunftsprojekt“ kosten, das Mitte 2023 abgeschlossen sein soll.

Bei der Vorstellung der Maßnahme gab es nur strahlende Gesichter, insbesondere bei Lehrerkollegium und Schülern. Ein spürbares Aufatmen machte sich breit: „Endlich ist es soweit!“ Ein symbolischer erster Spatenstich war Anlass für eine kleine Rückschau und einen großen Blick in die Zukunft, angereichert durch einen Wunschkatalog der Schülerschaft.

Bereits im Dezember 2014 hatte der Rat der Stadt einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Gesamtschule Saarn gefasst. Nach dem Brand im September 2017 musste die Zeitplanung noch einmal überarbeitet werden. „Das hat uns ganz schön zurückgeworfen“, stellte Stadtsprecher Volker Wiebels fest.

Zuerst ein richtiger Schock

Schulleiterin Dr. Claudia Büllesbach war da gerade einmal wenige Wochen im Amt und sah sich mit ihrem gut 100-köpfigen Lehrerkollegium mit neuen Herausforderungen und erheblichen Einschränkungen des Schulalltags konfrontiert. „Aber“, so Büllesbach, „wir haben das gemeinsam gemeistert und wurden bestens von der Stadt und dem Immobilien Service unterstützt und mitgenommen. Das war zuerst ein richtiger Schock. Aber Lehrer, Schüler und Eltern sind in in der Zeit zu einer richtigen Schulfamilie zusammengewachsen.“

Auch in die Detailplanungen der künftigen grundsanierten und dann zum Teil neu gebauten „Vorzeigeschule“ sei man eingebunden gewesen. Einige Wünsche wurden bereits erfüllt, andere stehen noch in den Sternen. So haben alle 1037 Schülerinnen und Schüler in ihren Klassen und Jahrgangsstufen diese Zukunftswünsche zu Papier gebracht und sie in eine Kapsel gesteckt, die beim Spatenstich an Mülheims Kämmerer Frank Mendack übergeben wurde, der zugleich städtischer Immobiliendezernent ist. Die Kapsel wird dann später bei der offiziellen Grundsteinlegung, in Anlehnung an ein Gedicht von Friedrich Schiller, „fest vermauert in der Erden.“

Schülersprecherin Pia Sebastian (18 Jahre): „Jede Klasse hat zwei Wünsche erarbeitet. Das war eine muntere Diskussion. Fazit aller war eigentlich, dass unsere teilweise doch recht dunkle, düstere Schule hell und freundlich werden muss, halt ein Ort, wo das Lernen Spaß macht.“ Ihr Stellvertreter Hubertus Mintrop (19): „Einen guten Schulabschluss zu bekommen, um somit fit für Zukunft zu sein, stand für viele ganz oben auf dem Wunschzettel.“ Er ergänzt schmunzelnd: „Das trifft auch für mich zu.“

Wenn Wünsche wahr werden

„Ich wünsche mir einen Fußballplatz und weitere Spielmöglichkeiten, um die Pausen sinnvoll zu gestalten“, sagt Eugen Kniss (12). Seine Mitschülerin Melisa Rugovaj (16) sieht das etwas grundsätzlicher: „Unsere Schule soll bunt seine, offen für alle. Eine Schule, in der alle hier wohlfühlen.“ Sie wünscht eine Aufbruchstimmung in der und für die Gesamtschule Saarn. Saubere Toiletten oder eine großzügige Schulbücherei waren weitere Wünsche.

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Dieter Zeitnitz brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen. Und genau dies wollen wir hier tun.“ Der Zeitplan steht, die Maßnahmen sind „festgezurrt“. Das Berufskolleg Saarn wird ebenfalls in die Gesamtsanierung einbezogen, so dass das „neue“ Schulzentrum Saarn im Laufe des Jahres 2023 mit Fördermitteln des Projekts „Gute Schule 2020“ komplett fertiggestellt sein wird.

Matthias Knospe und Lisa Siepler vom Immobilenservice erläuterten den Zeitrahmen. Bis Ende Januar nächsten Jahres wird geht es an die Schadstoffsanierung des Hautgebäudes. Von März 2019 bis Januar 2020 erfolgt dort die „eigentliche“ Sanierung. In den Osterferien 2020 steht dann der Rückzug vom derzeitigen Provisorium ins Hauptgebäude an. Dort werde man sich sicher genauso wohl fühlen wie in den „Übergangs-Containern“, die eigentlich „Pavillons“ sind und höchsten Ansprüchen genügen. So überlegt die Stadt, wie Kämmerer Mendack mitteilte, diese derzeit gemieteten Objekte sogar zu kaufen, um sie an anderen Ort sinnvoll einzusetzen.

Richtig froh und glücklich

Der Reihe nach wird dann die Gesamtmaßnahme fertiggestellt. Baubeginn für den Ersatzneubau an der Ernst-Tommes-Straße ist Mitte 2020. Fertiggestellt sein soll er bis November desselben Jahres. Die Sanierung des Berufskolleg wird in den Sommerferien 2022 abgeschlossen sein. Die sanierte Sporthalle steht im April 2023 zur Verfügung. Die Mensa ist im Mai 2023 wieder zur Kalorienaufnahme freigegeben.
„Richtig froh und glücklich“, so Schulleiterin Claudia Büllesbach, „sind wir, dass wir, dass wir eine tolle neue Aula mit allem Schnick und Schnack erhalten. Das ist der ideale Aufführungsort für unsere fantastische Musical-AG.“ Die Aula soll dann auch für andere Events und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Neben den baulichen Voraussetzungen wird die voranschreitende Digitalisierung der Schullandlandschaft ebenfalls Einzug in das runderneuerte Schulzentrum halten. Michael Röver, stellvertretender Schulleiter: „Manche Kollegen bekommen schon jetzt feuchte Augen.“

Die Kosten

Neun Millionen Euro gehen in die Sanierung Hauptgebäudes der Gesamtschule Saarn. 9,5 Millionen Euro sind für die Sanierung des Berufskollegs vorgesehen. 12,5 Millionen Euro kostet der Ersatzneubau, gut drei Millionen sind für die Sporthalle veranschlagt und eine Million für die Mensa. Kämmerer Frank Mendack: „Gut angelegtes Geld für die Zukunft unserer Kinder.“

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