Der Stadtrat wählte Daniela Grobe und David A. Lüngen zu Beigeordneten
Zwei Neue für Mülheim

Oberbürgermeister Marc Buchholz mit den neuen Hauptamtlichen Beigeordneten Dr. Daniela Grobe und David A. Lüngen (links). Alle Drei sind vollständig geimpft und ließen nur kurz die Masken fallen fürs Foto.
Foto: Henschke
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  • Oberbürgermeister Marc Buchholz mit den neuen Hauptamtlichen Beigeordneten Dr. Daniela Grobe und David A. Lüngen (links). Alle Drei sind vollständig geimpft und ließen nur kurz die Masken fallen fürs Foto.
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Mülheim bekommt zwei neue Hauptamtliche Beigeordnete. Der Rat der Stadt wählte Dr. Daniela Grobe und David A. Lüngen für jeweils acht Jahre zu Dezernenten.

Zunächst verkündete Oberbürgermeister Marc Buchholz, dass Daniela Grobe (Grüne) am Montag ihren Verzicht erklärt hatte auf ihr Amt als Stadtverordnete. In Folge dessen verpflichtete Buchholz als Nachrückerin die Grünen-Kreissprecherin Kathrin Rosa Rose. Da Daniela Grobe etliche Ämter inne hatte in Ratsausschüssen und Aufsichtsräten, wurden Nachnominierungen fällig.

Kompetent und engagiert

Die Ausschreibungen für die Beigeordnetenstellen hatten die Hürden hoch gelegt. Als Bedingungen waren eine gewisse Leitungserfahrung, Durchsetzungsvermögen, aber auch Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick und Kommunikationsfähigkeit gefordert. Die Kandidaten sollten engagierte, innovationsfreudige und flexible Persönlichkeiten sein, die Engagement mit fachlicher Kompetenz und administrativem Geschick zu verbinden wüssten.

Zugleich wurde verlangt, die angestrebten Ziele auch unter den besonderen finanziellen Anforderungen einer hoch verschuldeten Stadt zu erreichen. Der Bedeutung der Stelle entsprechend werde die Wohnsitznahme in Mülheim an der Ruhr erwartet. Eine Übersicht der Bewerbenden war den im Rat vertretenen Fraktionen, Gruppen und Einzelvertretern zur Verfügung gestellt worden. Die Bandbreite an mögliche Kandidaten war groß, so lagen für das Dezernat IV 27 Bewerbungen und für das Dezernat V 14 Bewerbungen vor.

Geheime Abstimmungen

Bevor sich jedoch der Stadtrat an die Wahl machen konnte, erklärte Lothar Reinhard, dass seine MBI die Bestellung eines zusätzlichen Dezernenten grundsätzlich ablehne und daher nicht an den Abstimmungen teilnehmen werde. Für die AfD stellte Alexander von Wrese klar, dass seine Fraktion den zusätzlichen Posten strikt ablehne und geheime Abstimmungen fordere.

Ins Rennen für die Stelle des Beigeordneten fürs Dezernat IV (Schule, Jugend und Sport) gingen auf Vorschlag der SPD die parteilose Dr. Tagrid Yousef und auf Vorschlag der Grünen David A. Lüngen. Zu diesem Dezernat gehören das „Amt für Kinder, Jugend und Schule“, das Amt „Mülheimer SportService“ und die „Gesellschaft für soziale Stadtentwicklung mbH“. Trotz aller Anspannung konnte sich der OB einen Hinweis nicht verkneifen: „Jeder nur ein Kreuz.“ Die 52 Wahlzettel wurden ausgezählt und der Oberbürgermeister konnte verkünden, dass der 41-jährige David Lüngen mit einer Mehrheit von 31 Ja-Stimmen gewählt sei. Für Tagrid Yousef hatten sich 13 Stadtverordnete entschieden, neben einer Enthaltung gab es 7 Nein-Stimmen.

Zwei Gegenkandidatinnen

Das Procedere wiederholte sich bei der Wahl einer Beigeordneten für das Dezernat V (Gesundheit, Soziales und Kultur). Dazu gehören das Amt „Kulturbetrieb“, das „Sozialamt“ einschließlich des zukünftigen „Jobcenters“, das „Amt für Gesundheit und Hygiene“, die „jsg-Job.Service GmbH“, die „Mülheimer Seniorendienste GmbH“ sowie die „Theater an der Ruhr GmbH“. Hier schlug Christina Küsters (CDU) Dr. Daniela Grobe vor. Für den BAMH erklärte Frank Wagner, in der Vorstellungsrunde habe die Bewerberin Isabell Mölls einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, daher schlage er sie zur Wahl vor.

Wagner hatte im Vorfeld von „Günstlingswirtschaft“ gesprochen und moniert, dass „solch bedeutsame Dezernenten-Positionen nicht nach Kompetenz und über neutrale Personalberater besetzt werden, sondern einzig und allein aus politischem Kalkül und zur persönlichen Machtsicherung“. Das Ergebnis ähnelte dem vorigen. Vor der Sitzung war durchgesteckt worden, dass neben den 27 Stimmen von CDU und Grünen sowie der des Oberbürgermeisters auch mit den drei Stimmen der FDP zu rechnen sei. Doch die 57-jährige Dr. Daniel Grobe erhielt mit 33 sogar noch zwei Stimmen mehr. Auf Isabell Mölls entfiel eine Stimme, es gab zwei Enthaltungen und 16 Nein-Stimmen.

Zusammenarbeit

Die frisch Gewählten nahmen ihr Amt an, dankten für das Vertrauen und freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und im Verwaltungsvorstand. Anschließend ließen OB Buchholz und seine beiden neuen Beigeordneten kurz die Masken fallen fürs Foto. Die Personalkosten für die Stelle im Dezernat V waren bereits fürs gesamte Kalenderjahr 2021 eingeplant. Da bislang aber noch keine Besetzung erfolgt war, reichen die zur Verfügung stehenden Mittel für den Rest des Jahres. Die Mittel für die zusätzliche Beigeordnetenstelle werden in den Haushaltsplänen der Folgejahre ohne Ausweitung des Gesamtetats zur Verfügung gestellt. Der genaue Termin der Dienstantritte wird noch bekannt gegeben, vermutlich werden sie Ende Oktober oder Anfang November erfolgen.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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