Kleingärtner kämpfen für den Erhalt ihrer Anlage

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Mitglieder des SPD-Ortsvereins Broich besuchten am Samstag die Kleingartenanlage an der Holzstraße. (Foto: RuhrText)

Die Tatsache, dass die Kleingartenanlage an der Broicher Holzstraße für eine Bebauung in Frage kommt, hat die Bewohner in Aufruhe versetzt. Sie haben eine Petition gestartet, die sie am 24. September Oberbürgermeister Ulrich Scholten übergeben wollen.

„Wir kämpfen seit 1998 um den Erhalt der Anlage“, sagt Bettina Reimann vom Vorstand. Einmal war das Thema sogar schon im Rat, wurde von der Politik aber damals abgelehnt. Seit 2014 haben die Broicher Kleingärtner einige Umstrukturierungen vorgenommen und zählen seitdem auch Familien mit behinderten Kindern zu ihren Mitgliedern. „Vor zwei Jahren haben wir uns getraut, für 10 000 Euro selbst Strom zu verlegen“, verrät Reimann. Und jetzt das. „Im Moment investiert natürlich niemand etwas, weil es diese ganzen Spekulationen gibt“, sagt Bettina Reimann.

Einen kompletten Wegfall ihrer Anlage müssen die Broicher aber nicht befürchten. „Wir werden die Kleingärten nicht gänzlich entfallen lassen“, bestätigt Stadtsprecher Volker Wiebels. Heißt aber auch, dass zumindest eine Randbebauung in Frage kommt. „Das ist aber alles noch total offen und vage“, sagt Wiebels. Kompromisse würden die Gärtner eingehen. „Aber bei einem Umzug müsste Ersatz vor Ort geschaffen werden“, sagt Hildegard Wagner, Vorsitzende des Kreisverbandes der Kleingärtner.

Sie vertritt 23 Vereine in der Stadt mit 1238 Pächtern. Sie war es auch, die eine Online-Petition gestartet hat, die bis Sonntag genau 2900 Unterstützer hatte. 1600 Unterschriften waren notwendig. „Dazu kommen noch fast 400 Unterschriften auf Papier, die wir in unserer Geschäftsstelle liegen haben“, erklärt Wagner.

Bis 15. September ist die Aktion datiert, neun Tage später ist ein halbstündiger Gesprächstermin beim Oberbürgermeister vorgesehen. Dort wollen der Kreisverband, die Vertreter der 23 Vorstände und natürlich die Mitglieder von der Holzstaße noch einmal ihr Anliegen vortragen.

Hildegard Wagner möchte dies auf keinen Fall als Protestaktion verstanden wissen. Sie freut sich über die Gesprächsbereitschaft von Politik und Verwaltung. Mehrfach waren Politiker vor Ort, um sich ein Bild zu machen – zuletzt am Samstag der SPD-Ortsverein Broich. Schon in den Gesprächen bekamen die Gärtner das Signal, dass eine Komplettbebauung vom Tisch ist. „Eventuelle Umzüge müsste aber die Stadt bezahlen“, fordert Wagner.

Am liebsten wäre den Broichern freilich, wenn ihr Areal zum Dauerkleingarten erklärt würde. Dazu müsste der Bebauungsplan geändert werden. „Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind gegeben“, sagt Hildegard Wagner. Seit 2006 haben die Holzstraßen-Gärtner zumindest einen Generalpachtvertrag.

Hier geht es zur Petition.
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Anke Müller aus Mülheim an der Ruhr | 10.09.2018 | 09:52  
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