Mobilitätsthema am 21. Januar im WDR-Fernsehen
Wie NRW das Auto lieben lernte

Ford und Opel, Capri und Manta - das geht für viele nicht zusammen. Die Rivalen von einst sind bei Beate und Marc Keiterling ein vereintes Team. Foto: Daniela Loof
  • Ford und Opel, Capri und Manta - das geht für viele nicht zusammen. Die Rivalen von einst sind bei Beate und Marc Keiterling ein vereintes Team. Foto: Daniela Loof
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Wenn man in Deutschland über Autoindustrie spricht, dann redet man über Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Aber das erste Auto für jedermann kam aus Köln. Denn hier hatten sich die Pioniere der industriellen Autoproduktion angesiedelt. Von hier kamen die ersten Motoren. Hier liefen die ersten massengefertigten Autos vom Fließband. "Wie NRW das Auto lieben lernte" heißt ein Fernsehfilm, den der WDR im Rahmen seiner Sendereihe "Heimatflimmern" am Freitag, 21. Januar, ab 20.15 Uhr ausstrahlt.

1931 hatte Konrad Adenauer, damals noch Oberbürgermeister der Stadt Köln, für die Ansiedlung eines Zweitwerks eines US-Autobauers am Rhein gesorgt. Er überzeugte Henry Ford indem er Steuererleichterungen versprach und bot ihm ein Gelände am großen Fluss an. Hier lief vor gut 90 Jahren der Ford Y vom Band. Er kostete 1900 Reichsmark und sollte der Wagen für jedermann werden.

Bis 1962 war Ford Platzhirsch in NRW, dann kam Opel nach Bochum. Als Tochter von General Motors auch mit USA-Einflüssen versehen, wurde neben dem Stammsitz in Rüsselsheim ein zweites Werk auf dem Gelände der Zeche Dannenbaum hochgezogen. Damals war es ein Paradebeispiel für gelungenen Strukturwandel, 2014 kam das "Aus".

Für NRW waren die Autobauer aus dem Ausland damals ein Segen, boten sie doch vielen Menschen eine neue Lebensperspektive. Die Automobilindustrie NRWs hat für Veränderungen im Land gesorgt und diente auch als Motor für gesellschaftliche Umbrüche.

Die erste Meisterin bei Opel

Ulrike Goldmann wurde 1977 die erste Meisterin bei Opel. Damals eine Sensation. Mit 19 kam sie in das Bochumer Werk. Eigentlich wollte sie nur mal kurz Geld verdienen, denn bei Opel wurde gut bezahlt und aus dem Intermezzo wurde ihr ganzes Berufsleben. Eine Frau als Ingenieurin - damals undenkbar. Heute fast normal. Die 28-jährige Friederike Philipsenburg arbeitet seit vier Jahren als Entwicklungsingenieurin bei Ford. Für sie selbstverständlich. Für Vera Leopold-Oster aus Bergisch Gladbach dagegen war das Auto ein Vehikel zur Emanzipation. Sie hat schon Anfang der 70er Jahre ihre Ausbildung zur Fahrlehrerin gemacht, damals eine absolute Männerdomäne, und übt den Beruf immer noch aus.

Manta und Capri in einem Haushalt

Und dann gibt es Menschen wie Beate und Marc Keiterling aus Oberhausen. Sie fährt Manta, er fährt Capri. Die Konkurrenz zwischen Opel und Ford, den beiden US-Autobauern in NRW, ist zwischen den beiden ein Thema. Doch seit annähernd 30 Jahren sind sie ein Paar, trotz unterschiedlicher automobiler Vorlieben. Die Brüder Martin und Josef Degener aus dem münsterländischen Vreden sammeln Autos wie andere Briefmarken. Die beiden haben von allen Opel-Modellen, die zwischen 1940 und 1980 gebaut wurden, mindestens eins, meist aber mehrere. Mit den schönsten Modellen ziehen sie jetzt in die Eifel, in einen Trakt der Burg Vogelsang, um dort ein Opel-Museum zu eröffnen.

Der Blick auf das Auto als Statussymbol und die gesamte Branche hat sich gewandelt. Das betrifft auch den Standort NRW. Ford hat angekündigt, sein erstes rein-elektrisches Fahrzeug in Köln zu bauen. Für die Automobilindustrie in NRW bricht eine neue Zeit an.

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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