Eröffnung der Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht"
Endlich Frauen auf den Wahllisten

Jahrzehnte lang hatten sich Frauen in Deutschland für das aktive und passive Wahlrecht eingesetzt. Vor 100 Jahren wurde es Wirklichkeit. Die provisorische Regierung in Berlin verkündete am 12. November 1918, dass "fortan alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen" durchgeführt werden sollen. Schon bei den folgenden Wahlen im Januar 1919 machte sich das auch in Velbert, Langenberg und Neviges bemerkbar, Frauennamen standen erstmals auf den Wahllisten. Mit der Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" informieren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher, und Stadtarchivar Christoph Schotten über dieses Thema. Zu sehen ist sie bis Donnerstag, 14. Februar, in der Stadtbücherei Velbert, Oststraße 20.
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  • Jahrzehnte lang hatten sich Frauen in Deutschland für das aktive und passive Wahlrecht eingesetzt. Vor 100 Jahren wurde es Wirklichkeit. Die provisorische Regierung in Berlin verkündete am 12. November 1918, dass "fortan alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen" durchgeführt werden sollen. Schon bei den folgenden Wahlen im Januar 1919 machte sich das auch in Velbert, Langenberg und Neviges bemerkbar, Frauennamen standen erstmals auf den Wahllisten. Mit der Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" informieren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher, und Stadtarchivar Christoph Schotten über dieses Thema. Zu sehen ist sie bis Donnerstag, 14. Februar, in der Stadtbücherei Velbert, Oststraße 20.
  • Foto: Maren Menke
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Mit der Ausstellung zum Thema "100 Jahre Frauenwahlrecht" erinnern die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher, und Stadtarchivar Christoph Schotten an dieses besondere Ereignis.

Auf fünf großen Bannern in der Stadtbücherei in Velbert, Oststraße 20, können sich Interessierte über das informieren, was Marie Stritt, vor fünf Jahrzehnten die Vorsitzende des Reichsverbandes für Frauenwahlrecht, als so "etwas wie ein Wunder" bezeichnete. Denn während es heute für Frauen selbstverständlich ist, ihr Kreuzchen zu setzen und ihren Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen, war das vor genau 100 Jahren eine Tätigkeit, die von Frauen erstmalig ausgeübt wurde. Lange hatten sie kämpfen müssen für dieses Recht; auch durch zivilen Ungehorsam hatten sie es zu erzwingen versucht.

Gleichstellung ist und bleibt Thema

Dass das Thema Gleichstellung von Männern und Frauen auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist und es weiterer Aufklärung bedarf, weiß auch Sabine Reucher. Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert trat sie im Frühjahr 2018 an Stadtarchivar Christoph Schotten heran - mit der Bitte, die Namen und Lebensdaten der ersten Ratsfrauen in der Region aufzulisten. "Eine sehr mühselige Arbeit", so Schotten, der daraufhin befand, dass diese Arbeit dann gleich mit einer Ausstellung noch einen Schritt weiter gehen sollte.
Gesagt, getan! Mit Hilfe von Kollegen aus anderen Archiven sammelte er Dokumente, recherchierte zu den Ereignissen vor 100 Jahren und ermittelte die Namen der ersten Ratsfrauen. "Wer waren diese Frauen, die in den Rat gewählt wurden? Mit dieser Leitfrage entstanden die fünf Banner, die sich teils auf das Frauenwahlrecht allgemein, teils auf die konkreten Veränderungen in Velbert, Neviges und Langenberg beziehen. "Zur Erinnerung: Damals, vor der Eingemeindung, waren das noch drei eigenständige Städte", erinnert der Stadtarchivar. "Also handelte es sich somit um drei eigenständige Stadtverordneten-Wahlen."

In der Ausstellung werden der geschichtliche Hintergrund und der Weg zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts erläutert. "Am 12. November 1918 bekamen Frauen das Recht, wählen zu dürfen", sagt Christoph Schotten. "In die Praxis umgesetzt wurde das neue Recht am 19. Januar 1919 bei den Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung sowie den anschließenden Kommunalwahlen am 23. Februar 1919 in Velbert und am 2. März desselben Jahres in Langenberg und Neviges." Auch dass die in späteren Jahren bekannt gewordene Helene Weber während des Wahlkampfes mehrmals in Velbert war und um Stimmen für ihre Partei warb, ist nachzulesen und dürfte für viele Besucher der Ausstellung ebenso neu sein wie die Namen der Frauen, die damals in die Rathäuser von Velbert, Neviges und Langenberg einzogen. Denn mit dem Recht wählen zu dürfen ging auch das Recht zur Wahl anzutreten einher. "In Velbert schafften es drei Frauen auf Anhieb in die Stadtverordnung, was heute mit dem Stadtrat gleichzusetzen ist", informiert Sabine Reucher. "Eine weitere Frau rückte außerdem nach, weil ein männlicher Kollege zurücktrat." In Neviges wurde eine weitere Frau gewählt; in Langenberg zunächst keine - erst vier Jahre später, also 1924, schaffte auch hier eine Frau diesen Sprung in die kommunale Politik.

Frauen legten ihre Mandate nieder

"Was wir leider feststellen mussten, ist die Tatsache, dass alle diese Frauen ihre Mandate niederlegten und ihr Amt nicht bis zum Ende ausübten", so die Gleichstellungsbeauftragte weiter. Die genauen Gründe dafür konnten nicht herausgefunden werden. Auch bei der Recherche nach möglichen Nachkommen, die eventuell in Velbert leben könnten, sei man in eine Sackgasse geraten. "Dem öffentlichen Aufruf nach Bildern und Dokumenten kam leider niemand nach." Dennoch: Kurzbiografien der Frauen vermitteln eine ungefähre Vorstellung ihres Lebens und Schaffens.

Information:
-Die Ausstellung in der Stadtbücherei Velbert-Mitte im Forum Niederberg (Oststraße 20) ist ab sofort während der Öffnungszeiten bis Donnerstag, 14. Februar, für Besucher zugänglich.
-Alle Interessierten sind zum Besuch der Ausstellung eingeladen.

Jahrzehnte lang hatten sich Frauen in Deutschland für das aktive und passive Wahlrecht eingesetzt. Vor 100 Jahren wurde es Wirklichkeit. Die provisorische Regierung in Berlin verkündete am 12. November 1918, dass "fortan alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen" durchgeführt werden sollen. Schon bei den folgenden Wahlen im Januar 1919 machte sich das auch in Velbert, Langenberg und Neviges bemerkbar, Frauennamen standen erstmals auf den Wahllisten. Mit der Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" informieren die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher, und Stadtarchivar Christoph Schotten über dieses Thema. Zu sehen ist sie bis Donnerstag, 14. Februar, in der Stadtbücherei Velbert, Oststraße 20.
Laden alle Interessierten zum Besuch der Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" in der Stadtbücherei ein; die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher, sowie Stadtarchivar Christoph Schotten.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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