POINTEN AUS STAHL
Glosse: SPD-Casting und Klima-Mogelpackung

30 Jahre Deutsche Einheit, und Deutschland ist geteilt – in Ost und West, Stadt und Land, SP und D. Wer wird Chef der Alten Tante? Oder wie wir es bei uns im Pott in der ehemaligen roten Hochburg fragen würden: Wer wird die Alte Tante ihr Chef? Wird es der Ich-hab-als-Finanzminister-eigentlich-keine-Zeit-aber-wenn-sich-sonst-kein-Promi-meldet-tret-ich-halt-an-Kandidat Olaf Scholz, der als Scholzomat die verhasste Agenda 2010 verkündet hatte und über dessen Partnerin Klara Geywitz bereits gelästert wird, sie könne „von der zwischenmenschlichen Wärme her auch eine 10000er-Geflügelfarm leiten“? Oder doch jemand aus dem linken Lager? Karl Lauterbach, der die Fliege jetzt weglässt, weil ihm seine Kinder gesagt hätten, das wirke dynamischer ohne den Stoff-Propeller? Oder Ralf Stegner, über den selbst Genossen behaupten, jede Minute, die er im Fernsehen sei, koste die SPD zwei Prozentpunkte? (Was natürlich für Gerhard Schröder im Mindesten genauso gilt.) Viele glauben ja auch, Stegners Partnerin Gesine Schwan sei die Alte Tante SPD in persona.
Hoffnungsträgerin Franziska Giffey hatte von vornherein abgewunken, weil sie lieber abwartet, was bei der Prüfung ihrer Doktorarbeit herauskommt – ob sie geschummelt hat; das weiß sie selbst noch nicht, und nimmt vorsichtshalber kein Amt mehr an. Möglicherweise verliert sie noch ihren Doktortitel, bekommt dafür dann aber einen Adelstitel verliehen: Franziska Giffey zu Guttenberg.

Man hat den Eindruck, es sei ein ganz passables Schattenkabinett, das da antritt, aber leider hat niemand darunter das nötige Charisma für den Chefposten und die Kanzlerkandidatur. Aber vom Kanzleramt sind die Sozis ohnehin weit entfernt. Viele SPD-MdBs hatten ja in Berlin den Sommerschlussverkauf richtig genossen – das einzige Ereignis, bei dem sie noch einmal richtig Prozente bekamen. Und jetzt sehnen sich die meisten schon nach der Opposition, weil es in der GroKo nicht mehr weitergeht. Das Klimakabinett der Kanzlerin beweist das. „How dare you?“, fragt Greta Thunberg die Welt: „Wie könnt ihr es wagen?“ oder: „Was fällt euch ein?“. Die deutsche Antwort lautet: „Nicht viel.“ Und selbst das will sich die CSU lieber erst noch mal in Ruhe durchlesen. Dabei hatten die Demonstranten von „Fridays for Future“ auf ihren Pappschildern Botschaften stehen, die selbst im Oktoberfestzelt fruchten sollten: „Klima ist wie Bier! Wenn’s zu warm ist, ist es scheiße!“ Das sollte auch jenen einleuchten, denen sonst eher kein Licht aufgeht.
Doch selbst wenn die CSU ihren Segen gibt, bleibt das Klimapaket der GroKo eine Mogelpackung. Beispiel: Bahnfahren soll günstiger werden. Als Kabarettist freut man sich da natürlich, weil man viel mit der Bahn unterwegs ist. Aber leider werden die Tickets an sich gar nicht günstiger, sondern es wird nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz fällig. Das heißt: Ich kaufe ein Ticket von Essen nach München für 100 Euro und zahle nicht mehr 19 Euro Umsatzsteuer oben drauf, sondern nur noch 7 Euro. Da habe ich ganze 12 Euro gespart. Toll! Da kann ich zurück fliegen!

Schon vor dem Klimapaket hatte unsere Umweltministerin Svenja Schulze die Plastiktüte verboten. Auch hier: reine Symbolpolitik, vor allem wenn man bedenkt, dass die Plastiktüten gerade einmal 1 Prozent des gesamten Plastikmülls ausmachen. Wahrscheinlich wollen die Grünen demnächst noch Kondome verbieten. Das sind letztlich auch Plastiktüten. Dann kehrt man zur ökologischen Variante zurück: Schweinedarm. (Böse Zungen behaupten, für viele Landwirte in der Eifel sei das gar keine große Umstellung.)
Die Grünen sind in ihren Forderungen jedenfalls radikaler. Vor kurzem haben sie noch eine Urwald-Offensive für den deutschen Wald ins Gespräch gebracht. Man will weg von den Monokulturen und hin zu klimabeständigen Mischwäldern; fünf Prozent der Waldfläche sollen der Natur überlassen werden. Anton Hofreiter hat man bereits der Natur überlassen. Der könnte das Ganze – einzig mit einem Tigerfell-Lendenschurz bekleidet und mit Tarzanschreien von Baum zu Baum schwingend – dann überwachen: „Ich Tarzan, Du Göring-Eckardt!“ – Dare to risk!

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Die nächsten Show-Termine:

08.10.2019 - Mülheim - Markusgemeinde-Zentrum: Lachen ist Trumpf
09.10.2019 - Mülheim - Markusgemeinde-Zentrum: Lachen ist Trumpf
10.10.2019 - Mülheim - Markusgemeinde-Zentrum: Lachen ist Trumpf
11.20.2019 - Bottrop - Alte Börse: 8. Bottrop FrechDAX
19.10.2019 - Lauingen - Tif: Solo
27.10.2019 - Bottrop - Kammerkonzertsaal: Comedy im Saal

08.11.2019 - Hannover - TAK: Solo
09.11.2019 - Witten-Heven - Ev. Gemeindesaal - Solo
10.11.2019 - Bottrop - Kammerkonzertsaal: Comedy im Saal

Mehr unter: www.benjamin-eisenberg.de

Autor:

Benjamin Eisenberg aus Bottrop

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