Dortmunder Gastro-Initiative fordert nachhaltige Maßnahmen und Steuer-Entlastung
Stadt will in der Krise helfen

SOS funkten Gastronomen mit leeren Stühlen als #Gastrostillsterben auf dem Friedensplatz. Jetzt können Dortmunder mit Besuchen ihren Lieblings-Restaurants und -Biergärten helfen, die jetzt erst wieder mit viel Abstand, Gästelisten, Auflagen und Schutzkonzept öffnen durften.
  • SOS funkten Gastronomen mit leeren Stühlen als #Gastrostillsterben auf dem Friedensplatz. Jetzt können Dortmunder mit Besuchen ihren Lieblings-Restaurants und -Biergärten helfen, die jetzt erst wieder mit viel Abstand, Gästelisten, Auflagen und Schutzkonzept öffnen durften.
  • Foto: Jan Heinze
  • hochgeladen von M Hengesbach

"Wir arbeiten an einem Comeback-Programm für die lokale Wirtschaft", verspricht Wirtschaftsförderer Thomas Westphal. Sein Team plane in der Krise jetzt eine dritte Plattform im Beschaffungswesen. Über 500.000 Spenden seien durch "Wir stehen hinter dir" für die lokale Wirtschaft gesammelt worden. "Es darf auf keinen Fall so sein, dass wir zu viele Betriebe jetzt verlieren", weiß er, dass die Gastronomie, der Handel, aber auch das Transportwesen von der Corona-Krise extrem getroffen wurden.

Jeder vierte versicherungspflichtige Beschäftigte in Dortmund sei in Kurzarbeit. Das betreffe vor allem Gaststätten, Hotels, Geschäfte, Dienstleister und auch Produktionsstätten, deren Lieferketten abgerissen sind. "Dortmund ist im Vergleich zu anderen Städten im Mittelfeld", weiß Westphal, 42 Prozent der Düsseldorfer seien in Kurzarbeit. Dortmunds Wirtschaft sei ein Tausendfüßler, und das erkläre, warum die Stadt nicht so stark betroffen sei. "Das Kurzarbeitergeld führt dazu, dass schnell wieder der Betrieb aufgenommen werden kann", blickt Thomas Westphal auf die Lehren der Finanzkrise. Und dabei wolle die Stadt helfen: "Wenn die Gastronomie mehr Flächen benötigt, haben wir uns darauf verständigt, dass coronabedingte Sondernutzungsbebühren dafür erlassen werden", kündigt Oberbürgermeister Ullrich Sierau an.
Allerdings erwartet er auch, dass von Seiten de Landes, aber auch des Bundes jetzt Rettungsschirme und Konjunkturprogramme aufgebaut werden. Auch kommunale Unternehmen müssten unter den Rettungsschirm genommen werden. "Wir werden erhebliche Mindereinnahmen haben. Es kann nicht sein, dass wir einen Sonderhaushalt machen und das über 50 Jahre abschreiben", erwartet er Hilfen.
Bislang seien in der Gastronomie erst einige Betriebe bekannt, welche die Krise nicht überleben. "Es gibt noch andere, die gerade die Flügel strecken müssen, wir wollen verhindern, dass es zu viele werden", sagt Sierau. "SOS" funkte die Dortmunder Gastro-Initiative mit leeren Stühlen als großes "Gastrostillsterben" auf dem Friedensplatz. Denn wochenlang konnte in keinem Club gefeiert, in keinem Restaurant gegessen, in keinem Hotel geschlafen, in keinem Biergarten getrunken werden. Auch wenn viele Betriebe jetzt wieder unter Auflagen öffnen dürfen, seien viele Fragen noch nicht geklärt. Auf nationaler Ebene fordern die von der Krise getroffenen Gastronomen eine Erarbeitung individueller Lösungen für die jeweiligen Branchen und die Entwicklung nachhaltiger Hilfspakete in Form von nicht rückzahlbaren Soforthilfen unter Berücksichtigung der Gastronomiegrößen sowie -typen und der Schließungsdauer.
Um der Gastronomie unter den zu erwartenden Einschränkungen überhaupt einen rentables Geschäft zu ermöglichen und auch einePerspektive für die Zukunft zu geben, müsse der Mehrwertsteuersatz unbefristet und ab sofort auf alle Gastroumsätze, nicht nur Speisen, umgehend auf 7 Prozent reduziert werden. In Dortmund setzten die Gastwirte auf die kostenlose Freigabe öffentlicher Flächen zur Ausweitung der Terrassen, um Abstand zu wahren. Als Direkthilfe haben Städte, wie Leverkusen, gesondert Geld freigesetzt, um der Gastronomie direkt zu helfen. Eine weitere Hilfe wäre der Wegfall der Sondernutzungsgebühren für 2020 und 2021 sowie der Vergnügungssteuer, damit Betriebe die Corona-Krise überleben können. Auch bei Müllgebühren und Kontrollkosten wünscht sich die Gastro-Initiative eine Entlastung.

Autor:

M Hengesbach aus Dortmund-City

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