80-Jährige können im Dortmunder Zentrum voraussichtlich erst ab dem 8. Februar gegen Corona geimpft werden
Es mangelt an Impfstoff

Warten auf den Impfstoff: Da er fehlt, können über 80-jährige Dortmunder, wohl erst ab dem 8. Februar im Zentrum auf Phoenix-West geimpft werden.
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  • Warten auf den Impfstoff: Da er fehlt, können über 80-jährige Dortmunder, wohl erst ab dem 8. Februar im Zentrum auf Phoenix-West geimpft werden.
  • hochgeladen von Antje Geiß

Über den auf den 8. Februar verschobenen Impfbeginn im Zentrum auf Phoenix West in Dortmund, die Sicherheit von Masken, den Schutz der ersten Impfung und die Entwicklung der Corona-Pandemie informierten gestern der Dortmunder Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken mit der Leiterin des Impfzentrums Beate Bachmann in einem Onlinestream.

Gestern meldete das Gesundheitsamt 91 weitere positive Corona-Testergebnisse, der Inzidenz-Wert sank in Dortmund auf 111,7 und drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoVid-19 wurden gemeldet. Derzeit befinden sich 1.965 Dortmunder in Quarantäne. Aktuell sind 1.410 Menschen in Dortmund mit dem Virus infiziert.
Dortmunder Krankenhäuser behandeln aktuell 147 Corona-Patienten, 25 davon intensivmedizinisch, zwölf werden beatmet. Zwei mit dem Virus infizierte Dortmunderinnen, 84 und 99 Jahre alt, verstarben in Pflegeheimen, ein 75-jähriger Mann, der am 15. Januar ins Krankenhaus kam, starb am 19. Januar ursächlich an COVID-19. In Dortmund verstarben bislang 139 Menschen ursächlich an COVID-19, weitere 78 mit SARS-CoV-2 infizierte Patient*innen verstarben aufgrund anderer Ursachen.

3.000 Corona-Tests pro Woche gemeldet

Über aktuell leicht rückläufige Zahlen bei den Infektionen freut sich das Team des Gesundheitsamtes. Gemeldet werden Testergebnisse elektronisch vom Labor. Rund 3.000 Coronatests aus dem Labor und auch solche, die routinemäßig in Krankenhäusern gemacht werden, sowie von einer Arztpraxis werden dem Amt gemeldet. Jedoch nicht Tests aus weiteren Arztpraxen, Pflegeheimen und von Testunternehmen.  

FFP2-Masken halten 95 % zurück

Zur Diskussion über sichere Masken und eine geplante Pflicht in Geschäften, Bussen und Bahnen medizinische oder FFP2-Masken zu tragen, erklärt Dr. Renken: "Medizinische Masken sind hellgrün oder hellblau. Das ist der Mundnasenschutz, den medizinisches Personal trägt, wenn es Angst hat, dass jemand durch den eigenen Atem mit irgendwas infiziert werden kann, etwa bei einer OP. Diese Masken haben eine relativ hohe Rückhaltewirkung. Aber sie haben nicht so eine Rückhaltewirkung wie FFP2-Masken, die bei 95 Prozent liegt, nicht nur beim Aus- sondern auch beim Einatmen. 
Diese Masken haben, wenn beide Seiten sie tragen, eine besonders hohe Schutzwirkung."
Es gibt auch Alltagsmasken, die würde der Leiter des Gesundheitsamtes nichts aufsetzen, da sie  überhaupt kein Schutz bieten.

Maske nicht tagelang benutzen

"Aber auch eine FFP2-Maske tagelang zu benutzen, die ist dann auch kein Schutz mehr, denn ich setzte den Stoff Partikeln aus und beim Auf- und Absetzen werden sehr viele Fehler gemacht", gibt er zu bedenken, "wenn ich FFP2-Maske richtig benutze und regelmäßig austausche, dann habe ich eine guten Schutz." Und bislang gebe es noch keine Überlegungen, ob die Stadt medizinische Masken oder FFP2-Masken zur Verfügung stelle. 

Start um eine Woche verschoben

Zu dem Impfbeginn im Zentrum, der sich wohl um eine Woche verschieben wird sagt die Leiterin Beate Bachmann: "Wir hatten vor die über 80-Jährigen mit erstem Wohnsitz in Dortmund zum 1. Februar einzuladen, doch wahrscheinlich, so sieht es jetzt aus, muss der Beginn auf den 8. Februar verschoben werden."  
Wer in Dortmund seinen Hauptwohnsitz hat, und zum  31. Januar 80 Jahre und älter ist, bekomme übermorgen eine Impf-Einladung.  Beate Bachmann erklärt zum Ablauf: Ab Montag, 25. Januar, kann man online unter www.116117.de einen Termin wählen. Wer die 1161117 anruft, könne bei einem Callcenter einen Termin machen. Sinnvoll findet die Leiterin des Impfzentrums, gleich beide Termine für die erste und die zweite Impfe zu verabreden. 

Gemeinsamen Termin verabreden

Ehepaare können, wenn beide über 80 Jahre alt sind, sich gleichzeitig einen Termin geben lassen. Und zur Hygiene sagt sie: "Die Wartebereiche im Impfzentrum sind so ausgestattet, dass alle Abstände eingehalten werden, es werden die Hände desinfiziert und es wird Fieber gemessen. Die Termine werden für einen Zeitraum von 15 Minuten vergeben, es wird ein ständiger Flow da sein, damit keine Schlangen und Wartezeiten entstehen." 

Ins Impfzentrum begleiten

Begleitpersonen können gern mitkommen, aber nur angemeldete über 80-Jährige werden geimpft. Für den Impf-Termin sollten sich Dortmund rund 40 bis 50 Minuten einplanen. Denn vor dem Impfen sprechen sie mit dem Arzt, es wird der Personalausweis überprüft, aufgeklärt und am Ende in einem Bereich mit Stühlen 15 bis 30 Minuten abgewartet, dass keine Impfreaktion auftritt.  Der Arzt stellt auch eine Impfbescheinigung aus und nach der 2. Impfung wird beides in den Impfpass eingetragen.

Shuttle vom Parkplatz ins Zentrum 

Um den Weg für nicht so mobile Ältere vom Parkplatz ins Impfzentrum, wo Rollstühle bereit stehen, zu erleichtern, wird ein Mini-Shuttle eingerichtet. Das Impfzentrum ist komplett barrierefrei, Wege sind auch mit einem Rollator gut begehbar. Kleine Golfwagen werden Senioren zum Impfzentrum bringen. Taxi-Gutscheine von der Stadt nicht ausgestellt, aber der Hausarzt könne eine Bescheinigung ausstellen. 
Noch sei nicht geklärt, wann und von wem Bewohner von Behinderteneinrichtungen geimpft werden. Überhaupt, wann weitere Gruppen Jüngerer geimpft werden können, sei noch nicht abzuschätzen. Alles hänge vom Impfstoff ab. "Hätten wir ausreichend Impfstoff könnten wir am Tag 2.000 Menschen impfen", ist Beate Bachmann sicher. 

Wer Corona hatte, hat natürlichen Schutz

Wer die Infektion schon durchgemacht hat, komme erst später mit einem Impftermin dran, fügt Dr. Renken hinzu, "weil wir davon ausgehen, dass diese Menschen auf natürliche Weise schon geschützt sind. " Nicht nötig sei es, vor dem Impfen auf SARS zu testen. Wer über 38,5 Grad Fieber habe, werde nicht geimpft, obwohl der Hersteller darauf hinweise, dass der Impfstoff auch bei einem Infekt nicht zu einer Schädigung führe.  Im Aufklärungsbogen, der vor der Impfe ausgehändigt werde, stehe alles über den Impfstoff sowie auch die Informationen vom Hersteller.

Höheres Risiko durch Erkrankung

"Wir gehen davon aus, dass Kontraindikationen nicht anders aussehen, als bei anderen Impfungen, und bei vielen chronischen Erkrankungen gilt, dass das eigene Immunsystem ist nicht mehr so gut. Und wenn ich die Infektionen erleide, habe ich im Falle einer Erkrankung ein größeres Risiko", so Dr. Renken.  
Und er berichtet, dass jemand wenige Tage nach der Impfung einen positiven PCR Test haben könne, aber das menschliche Immunsystem jedoch so schnell arbeite, dass er trotzdem nicht ansteckend ist. Denn der Test könne auch schon abgetötete Viren nachweisen. "Man hat nicht mehr Ansteckungsfähigkeit für Menschen", stellt er zur Impfung klar. Denn es werde Immunität aufgebaut, das Immunsystem fange  an, zu arbeiten und erinnere sich durch die Impfung, diesen Erreger zu zerstören. 

Erste Impfung schütze 30-70%

Möglich sei jedoch, dass man sich zwischen den beiden Impfen mit Corona anstecken könne. Dies sei etwa in Pflegeeinrichtungen vorgekommen. "Bisher deutet es darauf hin, dass der Schweregrad nach der ersten Impfung nicht so hoch ist und die Sterblichkeit reduziert wird, weil ich schon einen Impfschutz habe, wenn auch noch keinen vollen."  Zwischen 30 bis 70 Prozent betrage laut Schätzungen der Schutz nach der ersten Corona-Schutzimpfung.  

Impfstoff wirkt auch gegen Variante

Gute Nachrichten hat der Leiter des Gesundheitsamtes, was die neuen Corona-Varianten angeht: "Nach allem, was wir wissen, wirkt der Impfstoff auch gegen die Variante." 
Und es gebe keine Meldung, dass es durch die Schutz-Impfung zu vielen allergischen Reaktionen komme. Außerdem könne es bei jeder Impfe zu einer solchen Reaktion kommen. Wer Sorge hat, weil er allergische Erkrankungen hat, kann sich länger nach der Impfung im Extra-Bereich des Impfzentrums aufhalten. "Schwere allergische, bedrohliche Reaktionen treten sehr schnell auf", sagt Renken. Zur Aufklärung können sich Patienten mit Allergien zuvor von ihrem vertrauten Hausarzt beraten lassen. 

Die verschiedenen Impfstoffe

Moderna hatte so wenig Impfstoff, dass man sich entscheiden habe, den direkt in die Unikliniken zu geben. Im Gegensatz dazu müsse der Biontech Impfstoff innerhalb von 5 Tagen verimpft werden, wenn er von 70 Grad aufgetaut wird. Ein zu starkes Schütteln der aufgezogenen Spritzen könne dazu führen, dass der Impfstoff nicht mehr wirkt, "doch man kann vorsichtig Impfdosen von A nach B tragen, so kann man Restimpfdosen verimpfen kann", berichtet der Leiter des Gesundheitsamtes vom Umgang mit dem Impfstoff. Wenn Fläschchen noch nicht angebrochen sind, sei dies einfacher, dann können sie von einem Pflegeheim in ein Krankenhaus gebracht werden.

Transport des Impfstoffs 

Mit dem auf Spritzen aufgezogenen Biontech Impfstoff könne ein Arzt nicht von einer Wohnung in eine andere gehen. Und in einer Wohnung, wo nur 2 Personen zu impfen sind, mache es auch keinen Sinn, ein Fläschchen anzubrechen, da es 6 Dosen des seltenen Impfstoffs enthalte.
"Wenn es dabei bleibt, dass wir nur so geringe Impfstoffmengen bekommen, werden wir uns auf das 3. Quartal vertrösten müssen", schätzt Dr. Renken, wann gesunde Jüngere geimpft werden können,  "bekommen wir aber mehr, sieht die Situation ganz anders aus." 

Impfbereitschaft ist groß

Sehr viele Anfragen von Menschen, die geimpft werden wollen, gerade von Älteren, gibt es in Dortmund. "Die Impfbereitschaft ist groß", doch Dr. Frank Renken appelliert an die Jüngeren: "Sie haben noch Wochen, um eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Informieren sie sich und treffen möglichst eine Entscheidung für das Impfen, damit wir in der Lager sind, die Pandemie zu bekämpfen."

Autor:

Antje Geiß aus Dortmund-City

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