Fichte-Grundschule wirbt fürs Zufußgehen
Kinder und Emma sagen „Buh!“ zum Elterntaxi

Die Fichte-Grundschüler der Klasse 3a haben mit Unterstützung der Polizei und dem BVB-Maskottchen Emma gegen Elterntaxis protestiert.
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  • Die Fichte-Grundschüler der Klasse 3a haben mit Unterstützung der Polizei und dem BVB-Maskottchen Emma gegen Elterntaxis protestiert.
  • Foto: Schmitz
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Ein Lob für den Fußweg, Ausbuhen für das Gebracht werden: Mit einer frühmorgentlichen Aktion hat der Arbeitskreis „Schulwegsicherheit“ der Fichte-Grundschule mit Schülern, Eltern, Polizei und BVB-Maskottchen Emma auf die Gefahren, die durch „Elterntaxis“ entstehen, aufmerksam gemacht.

Es ist ganz schön was los vor der Fichte-Grundschule an der Haslindestraße 44: Die Klasse 3a belohnt an diesem Morgen die Schüler, die zu Fuß kommen, mit Klatschen und Aufklebern mit dem BVB-Maskottchen Emma, das auch persönlich da ist. „Wer bis vor die Tür gebracht wird, bekommt dagegen ein ‚Buh‘ zu hören“, erklärt Elke Kochanek mit Blick auf die so genannten „Elterntaxis“. Zur Einbahnstraße wurde die Haslindestraße bisher nicht, daher setzen wir auf Freiwilligkeit“, so die Schulleiterin.

Auf selbst gemalten Plakaten weisen die Kinder auf die Gefahr und ihre Alternativen hin. „Vorsicht! Hier fahren eure Eltern“, „Wir gehen zu Fuß“ und „Achtung Kinder“ heißt es da. Die Aktion, von der der Eltern im Vorfeld nichts wussten, wurde auch im vergangenen Jahr durchgeführt. „Es hat auch was gebracht. Einige Eltern halten sich daran“, erklärt Anita Blankenheim vom Arbeitskreis „Schulwegsicherheit“. Es gebe aber auch Eltern, die das „Elterntaxi“ als den schnellsten und für sie einfachsten Weg nutzen. Gefahren entstehen auch dadurch, dass Fahrer entgegenkommender Autos teilweise auf den Gehweg ausweichen müssen, wie an diesem Morgen mehrfach zu sehen, und dadurch auch Kinder gefährden.

Klassenlehrerin Muriel Fipper hat eine Mutter gerade auf das absolute Halteverbot hingewiesen, in dem sie steht. Auch hat sie ihr Kind auf der Straßenseite aussteigen lassen, was besonders gefährlich ist. „Sie zeigte sich einsichtig“, lobt Muriel Fipper. Amelia (8) hilft der Lehrerin und hat unter anderem „Denkzettel“ verteilt, der die Eltern dazu auffordert, ihr Kind zu Fuß gehen zu lassen. Jonas (9) hat Eltern erklärt, dass sie ihre Kinder lieber zu Fuß zum Schule gehen lassen oder zumindest weiter oben an der Straße parken sollten. „Ich gehe meist zu Fuß, außer bei sehr schlechtem Wetter“, erzählt er.

Ziel ist es, dass die Kinder zumindest das letzte Stück zu Fuß gehen. Neben positiven Auswirkungen auf die Gesundheit werden sie so auch etwas wacher durch die Bewegung, beschreibt Anita Blankenheim. „Außerdem trägt es zur Selbständigkeit bei und fördert die Kontakte unter den Kindern, wenn sie zum Beispiel in einer Gruppe gehen“, erklärt Elke Kochanek. Auch die Polizei beteiligt sich. Mit dem Runden Tisch zur Prävention von Kinderunfällen der Stadt und der BVB-Stiftung „leuchte auf“ gibt es ebenfalls eine Zusammenarbeit.

Die Reaktion der Eltern ist gemischt. „Einige sind stur und sagen: Andere machen das, dann mach ich das auch“, beschreibt Kamillus Lihs von der Polizei. Man versuche die Eltern dafür zu sensibilisieren, dass sie ihre Kinder loslassen. „Mit acht oder neun Jahren schaffen sie den Weg auch alleine oder mit Freunden. Das ist für das Kind eine tolle Herausforderung.“ Es bringe mehr, wenn Kinder die Eltern ansprechen, so seine Kollegin Simone Börste. „Die Anwohner sagen, dass es hier jeden Morgen katastrophal zugeht.“

Nach der Aktion bekommen die Kinder T-Shirts vom BVB und Klickarmbänder. Verkehrserziehung ist in allen Jahrgangsstufen Thema, wie Elke Kochanek erläutert. Auch eine Fahrradausbildung gibt es und es wird ihnen erklärt, wie man richtig mit dem Bus fährt. Sie sind also gut gerüstet, um selbständig zur Schule zu kommen.

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