Arbeitskampf in der Corona-Krise
Donnerstag fahren keine Busse und Bahnen bei DSW 21 - ver.di ruft im öffentlichen Dienst zum Warnstreik auf

Ein erneuter Warnstreik legt den Dortmunder Nahverkehr am Donnerstag (8.10.) still.
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Ein erneuter Warnstreik legt den Dortmunder Nahverkehr am Donnerstag (8.10.) still. Das gilt im ÖPNV für sämtliche Stadtbahn- und Buslinien.

Im Rahmen der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst wurde DSW21 informiert, dass die Gewerkschaft ver.di einen ganztägigen Warnstreik plant. Die Streikmaßnahmen werden den Nahverkehr komplett stilllegen. Das gilt im ÖPNV für sämtliche Stadtbahn- und Buslinien am Donnerstag (von ca. 3.30 Uhr bis ca. 1.30 Uhr).

Betroffen sind auch die NachtExpress-Linien von DSW21, die gegenwärtig um 0.15 Uhr oder 0.45 Uhr vom zentralen Ausgangspunkt »Reinoldikirche« sternförmig in alle Stadtteile starten. In gleicher Weise werden die von DSW21 in den Nachbarstädten Castrop-Rauxel (480, 481, 482 und NE 11) und Schwerte (430, 435 und NE 25) betriebenen Buslinien betroffen sein.
Die KundenCenter »Petrikirche«, »Hörde Bahnhof« und »Castrop Betriebshof« bleiben am 8. Oktober ganztägig geschlossen.

Vom Streik nicht betroffen sind die Nahverkehrszüge und S-Bahn-Linien im DSW21-Verkehrsgebiet sowie die H-Bahn.

"Anhaltende Verweigerung"

Laut ver.di seien die Arbeitgeberweiterhin nicht zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag  bereit. „Für bundesweit einheitliche Arbeitsbedingungen in elementaren Fragen kommt nur die Vereinigung
der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) als Spitzenverband in Betracht. Die anhaltende Verweigerung, in Verhandlungen einzutreten, zwingt uns zu weiteren Warnstreiks. Wir werden  diese weiterhin frühzeitig ankündigen, damit FahrgästeAlternativen finden können“, so Peter Büddicker, bei der Gewerkschaft ver.di
Fachbereichsleiter Verkehr in NRW. Die Beschäftigtenhätten in der vergangenen Woche gezeigt, dass sie bereit seien, in großer Zahl in den Warnstreik zu treten. Sofern Teile des ÖPNV zur Verfügung stehen, werden die Kapazitäten deutlich eingeschränkt sein, kündigt ver.di an.

"Frühzeitige Ankündigung"

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle wies darauf hin, dass ver.di die Streiks frühzeitig ankündige, damit sich die Bürger auf die Situation einstellen und Alternativen organisieren könnten.

Hintergrund sei, dass die Arbeitgeber auch nach dem bundesweiten Warnstreik der ÖPNV-Beschäftigten am 29. September keine Bereitschaft gezeigt haben, in Verhandlungen über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für die rund 87.000 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr einzutreten. ver.di hatte die VKA am 30. September dazu aufgefordert, sich bis zum 2. Oktober 2020 zu melden, ob sie ihre Verhandlungsverweigerung aufgeben würde, um weitere Streiks zu vermeiden. Da die VKA die Verhandlungen weiterhin ablehnt, kommt es in dieser Woche erneut zu Warnstreiks.

15.000 Beschäftigte fehlen

Behle wies darauf hin, dass im Vergleich zum Jahr 2000 heute 15.000 Beschäftigte fehlen, während die Anzahl der Fahrgäste im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen hat. Die Konsequenz der Sparpolitik seien überdurchschnittlich hohe Krankenstände aufgrund der Belastungen und eine Anhäufung von Überstunden sowie ein Altersdurchschnitt von 49 Jahren bei den Beschäftigten. Die Einsparungen hätten auch dazu geführt, dass es in 60 Prozent der Unternehmen regelmäßig zu Fahrausfällen komme.

Die VKA hatte sich zuvor für nicht zuständig erklärt und auf die Verhandlungen in den Ländern verwiesen, obwohl sie bereits 2013 einen Tarifvertrag zur Bewältigung des demographischen Wandels im Nahverkehr mit ver.di abgeschlossen hat. In den Ländern laufen Verhandlungen zu landesspezifischen Forderungen der Beschäftigten. Dort geht es um unterschiedliche, spezifische Forderungen. Es wurde noch nirgendwo ein tragfähiges Angebot vorgelegt. Im Gegenteil fordern die Arbeitgeber hier massive Einschnitte, wie die Verlängerung der Arbeitszeit.

Infos zum Fahrplan von DSW21 auch auf www.bus-und-bahn.de (bub.mobi).

Autor:

Holger Schmälzger aus Dortmund-Süd

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