Corona & Wucher
Mediziner beklagen Preisexplosion bei Medikamenten für Beatmungspatienten

"Es darf nicht sein, dass die Steuerzahler zwar die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente finanzieren – die Ergebnisse, Daten, entwickelten Medikamente und Eigentumsrechte aber von privaten Unternehmen vereinnahmt werden.", so Sahra Wagenknecht.
  • "Es darf nicht sein, dass die Steuerzahler zwar die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente finanzieren – die Ergebnisse, Daten, entwickelten Medikamente und Eigentumsrechte aber von privaten Unternehmen vereinnahmt werden.", so Sahra Wagenknecht.
  • hochgeladen von Carsten Klink

Mediziner klagten am Wochenende über große Preisanstiege bei Medikamenten, unter anderem für das Narkosemittel Propofol. Der Preis einer Ampulle habe sich von einem auf 20 Euro erhöht – so die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Das Medikament wird unter anderem zur Sedierung von Patienten eingesetzt, wenn eine Beatmung notwendig wird. Wie zum Beispiel bei den durch den neuartigen Coronavirus an Covid-19 erkrankten Menschen.

"Das bedeutet: Narkosen von Notfallpatienten könnten gefährdet und die Möglichkeiten, Kranke auf der Intensivstation zur Beatmung in 'künstlichen Schlaf' zu versetzen, bald stark eingeschränkt sein.", erklärt Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie.

"Solche Preisexplosionen bei in der Coronakrise überlebensnotwendigen Arzneimittel müssen verboten werden! Es kann doch nicht sein, dass ein paar Konzerne in dieser Krise auch noch mit Wucherpreisen Profit auf unser alle Kosten machen.", kommentiert Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) diese Entwicklung.

 "Gleichzeitig geht den Herstellern von Desinfektionsmitteln der wichtige Inhaltsstoff Ethanol aus. Gegen die Lieferengpässe brauchen wir eine Priorisierung solch lebenswichtiger Güter. Der Staat ist in der Pflicht, Wucher zu unterbinden und dafür zu sorgen dass knappe Güter an den wichtigen Stellen ankommen! Und wir brauchen zum Schutz vor Engpässen endlich wieder eine eigene unabhängige Arzneimittelproduktion in Europa.

Vor gut drei Jahren schloss in Frankfurt am Main eines der letzten großen Antibiotika-Werke in der westlichen Hemisphäre. Seitdem sind wir vollends abhängig von Importen – überwiegend aus China und Indien. Von dort stammen Schätzungen zufolge über 90 Prozent der weltweit hergestellten Arzneimittel. Besonders irreführend: Ein "Made in Germany" auf der Schachtel gibt es bereits, wenn nur der letzte Arbeitsschritt - häufig die Endkontrolle und Verpackung - hierzulande erfolgt.

Der Grund für die starke Verlagerung nach China und Indien ist der Preis: Krankenkassen und Klinken kaufen beim billigsten Anbieter. Statt üppiger Gewinne für Bayer und Co. brauchen wir eine Rückverlagerung der Produktion nach Europa. Für mehr Unabhängigkeit, aber auch, damit in einem Notfall wie jetzt Restriktionen in einzelnen Regionen nicht gleich große Teile der globalen Arzneimittelproduktion lahm legen.", legt Sahra Wagenknecht nach.

Autor:

Carsten Klink aus Dortmund-Ost

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