Corona kostet:
Stadt Duisburg rechnet wegen der Pandemie mit drastischen Mindereinnahmen bei steigenden Mehrkosten

Die Stadt Duisburg könnte die Corona-Krise einen "niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag" kosten.
  • Die Stadt Duisburg könnte die Corona-Krise einen "niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag" kosten.
  • Foto: Hannes Kirchner
  • hochgeladen von Sabine Justen

Corona kostet nicht nur Gesundheit und Nerven, die Krise sorgt auch für ein drastisches Loch in der Duisburger Stadtkasse. Stadtdirektor und Kämmerer Martin Murrack rechnet für 2020 mit rund 50 Millionen Euro weniger Gewerbesteuereinnahmen im Säckel.

Satte Miese werden auch städtische Gesellschaften wie der Zoo verzeichnen: Bislang sind's hier eine Million Euro. Wie hoch die Mindereinnahmen bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft sein werden, kann Murrack noch nicht beziffern. Die DVG dürfte aber im März und April 60 bis 80 Prozent weniger Einnahmen eingefahren haben. Dem gegenüber muss die Kommune Mehrkosten zur Bekämpfung der Corona-Krise vor Ort stemmen. Die Rede ist von 10 bis 20 Millionen Euro. Mit den Folgen für das Jahr 2020 ist es aber längst nicht getan. Die eigentlichen Steuereinbrüche wird die Stadt 2021/2022 verkraften müssen, errechnen sich doch die Schlüsselzuweisungen durchs Land aus den Steuereinnahmen des Vorjahres.

Trotz dieser ersten, dramatischen Bilanz will Martin Murrack aber keine Haushaltssperre aussprechen. Die ein bis zwei Millionen Euro, die sich mangels Vergabe von Aufträgen einsparen ließen, stünden in keinem Verhältnis zu den Mehrkosten durch die Krise. Eine Haushaltssperre wäre zudem ein fatales, falsches Signal an die Wirtschaft, deren Lage eh sehr angespannt sei.

Durch die Corona-Krise gibt es in Duisburg bislang ein Plus von 0,8 Prozent bei der Arbeitslosenquote, eine "Explosion" bei der Kurzarbeit. 32.000 Beschäftige in 3.000 Betrieben sind hiervon betroffen. 25 Prozent der Unternehmen wollen, gegen ihr sonstige Gepflogenheit, in diesem Jahr nicht ausbilden. Zahlen, die Wirtschaftsdezernent Andree Haack vorlegt. Noch sei zwar sei keine nennenswerte Erhöhung bei den Insolvenzen zu verzeichnen, doch würden sich die wahren Auswirkungen erst in einigen Wochen und Monaten zeigen.

Kommunaler Schutzschirm gefordert

Duisburgs Stadtspitze erhofft sich von der Landesregierung eine deutliche Unterstützung. Zusätzliche Notkredite seien keine wirkliche Hilfe. Immerhin hat Duisburg dank größter Anstrengungen seit 2015 bereits die sechste Schwarze Null, also einen Haushalt ohne Neu-Verschuldung, vorlegen können. Stadtkämmerer Murrack und Oberbürgermeister Sören Link machen sich daher für einen kommunalen Schutzschirm stark und fordern weiter den wichtigen Altschuldenschnitt.
Und noch eines ist von großer Bedeutung: das Vermeiden eines zweiten Shutdown. Dieser hätte noch drastischere Folgen. Die Lockerungen dürften nicht zur Unvernunft führen, so der OB. "Es ist wichtig, dass wir das, was wir erreicht haben, nicht gefährden", betont Sören Link.

Autor:

Sabine Justen aus Duisburg

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