Der MSV Duisburg erlebt einen bitteren Abend beim 1:1 gegen den Tabellenletzten
Jena gelingt die Sensation

Vincent Vermeij sorgte in der 14. Minute für die frühe Führung. In der zweiten Halbzeit fanden die Zebras nicht mehr statt. Vermeij fälschte einen Ball von Kircher ab und sorgte unfreiwillig für den zweiten Treffer des Spiels. | Foto: Archivfoto Preuß
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  • Vincent Vermeij sorgte in der 14. Minute für die frühe Führung. In der zweiten Halbzeit fanden die Zebras nicht mehr statt. Vermeij fälschte einen Ball von Kircher ab und sorgte unfreiwillig für den zweiten Treffer des Spiels.
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Die dritte Liga bleibt verrückt. Das abgeschlagene Schlusslicht Carl Zeiss Jena holt einen Punkt beim Tabellenführer. Der MSV begann druckvoll und ging durch Vermeij in der 14. Minute früh in Führung. Im Anschluss wurden viele Chancen liegen gelassen. In der zweiten Halbzeit fanden die Zebras nicht mehr statt und kassierten völlig zurecht den Ausgleich in der 62. Minute. Vermeij fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab.

Im Vergleich zum Spiel bei 1860 München wechselte Torsten Lieberknecht auf zwei Positionen. Yassin Ben Balla kehrte nach seiner kurzfristigen Verletzung zurück in den Kader, Max Jansen blieb dafür auf der Bank. Youngster Lukas Daschner wurde durch Leroy-Jacques Mickels ersetzt.
Gemäß den Vorgaben von Lieberknecht wurde von Beginn an Druck gemacht. Mickels hatte den ersten Abschluss schon nach 39. Sekunden. Die Gäste aus Jena wurden im eigenen Strafraum festgenagelt und fanden kein Mittel gegen die zahlreichen Angriffe. In der 14. Minute köpfte Vincent Vermeij die Führung für die Zebras. Tim Albutat brachte den Ball von links in den Strafraum rein, die Vorlage konnte der Stürmer für sein zwölftes Saisontor nutzen. Jena kam weiterhin nicht ins Spiel und die Zebras konnten sich munter den Ball zu spielen.

Personelle Probleme bei den Zebras

In der 29. Minute musste Arne Sicker verletzungsbedingt vom Feld, für ihn kam Lukas Scepanik in die Partie.
In der 40. Minute hatte Ben Balla beinahe das zweite Tor des Spiels mit dem Kopf erzielt. Sein Versuch nach einem Eckball verpasste das Tor nur um Zentimeter. Mit der knappen Führung verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Kabinen. Die Chancen für die Zebras auf eine höhere Führung waren da, am Ende fehlte die Präzision bei manchen Abschlüssen. Die Gäste aus Jena hielten so gut es ging dagegen, ohne wirklich eigene Gefahr vor dem Tor von Leo Weinkauf auszustrahlen.
In der Verteidigung gab es zu Beginn des Spiels einen Wechsel bei den Zebras. Marvin Compper ging wegen Problemen an der Wade runter, für ihn kam Vincent Gembalies rein. Die Gäste aus Thüringen kamen motiviert aus der Kabine und fanden besser ins Spiel. Kübler hatte in der 54. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, der Ball ging knapp über die Querlatte. Das Spiel kippte in den ersten fünfzehn Minuten nach Wiederbeginn komplett. Jena war am Zug und erspielte sich mehr Freiräume und Chancen im Strafraum des MSV. In der 62. Minute war es dann soweit und der Zeiss belohnte sich für die couragierte Leistung selbst. Nach einer kurzen Ecke landet der Schuss von Kircher im Fünfmeterraum, Vermeij fälscht den Ball unglücklich ab, der dann im eigenen Tor gelandet ist. Jena hat sich den Ausgleich verdient, die Zebras konnten den Angriffen nichts entgegensetzen und strahlten nach vorne hin auch keine Torgefahr mehr aus. Lieberknecht an der Seitenlinie konnte es nicht fassen und wirkte fassungslos nach dem Ausgleich.

Großer Dank an die Dauerkartenbesitzer und Unterstützer

In der 69. Minute reagierte Liebeknecht und brachte Lukas Daschner für Krempicki. Den nächsten Wechsel gab es in der 78. Minute, Vorlagengeber Tim Albutat musste runter, Max Jansen durfte für die Schlussphase nochmal neue Impulse setzen. Stadionsprecher Piet Ahrens gab die Zuschauerzahl durch und bedankte sich bei den über 6.000 Dauerkarteninhabern für die Treue und Unterstützung von allen MSV-Fans in dieser schwierigen Phase.
Die Zeit spielte jetzt für die Gäste, in der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beim MSV fehlte aber die zündende Idee, um zu einem erfolgreichen Abschluss zu kommen. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Vermeij die große Chance zur Führung. Nach einer hohen Flanke stand er frei vor Jenas Schlussmann Coppens, er verpasste aber die Möglichkeit zur Führung.
Drei Minuten Nachspielzeit brachten keiner Mannschaft mehr etwas, die Gäste feierten den Punktgewinn und schöpften damit neues Selbstvertrauen im Abstiegskampf. Für die Meidericher wird die Luft an der Tabellenspitze immer dünner, erneut wurde eine Führung verspielt. Mittelfeldspieler Tim Albutat wirkte nach dem Spiel geknickt, gab sich aber kampfbetont für die nächsten Aufgaben: „Wir haben es vermisst, nach Ballgewinnen sauber nach vorne zu spielen. Wir haben ein Stück zu unsauber gespielt. Wir müssen unseren Weg weitergehen, es sind noch neun Spiele. Wir sind immer noch an der Tabellenspitze und müssen jetzt im nächsten Spiel die drei Punkte zuhause behalten."

Nächster Gegner ist der Chemnitzer FC

Trainer Torsten Lieberknecht wollte seiner Mannschaft nach dem Spiel keinen Vorwurf machen, er sah sogar Verbesserungen im Vergleich zum letzten Spiel: „Die erste Halbzeit war ein himmelweiter Unterschied zum Spiel bei 60 München. Wir haben in der ersten Halbzeit das gezeigt, was uns richtig ausmacht. Das wir mit unseren Positionswechseln klasse Fußball gespielt haben.“ Die Ausfälle von Sicker und Compper trugen laut Lieberknecht dazu bei, dass sich das Spiel in der zweiten Hälfte so gewandelt hat: „In der zweiten Halbzeit hat es Jena besser gemacht und wir hatten eine ähnliche Situation wie bei 60 auch, dass wir zu wenig in unser Positionsspiel gekommen sind. Die Jungs sollen kein Trübsal blasen, weil die Zeit haben wir nicht. Wir müssen Samstag wieder spielen.“
Am kommenden Samstag, 6. Juni geht es mit dem Heimspiel gegen den Chemnitzer FC um die nächsten Punkte. Eine gute Halbzeit wird in den restlichen Spielen nicht reichen, die Tabellenführung ist nach den letzten Begegnungen mehr denn je in Gefahr.
Der Negativtrend muss jetzt gestoppt werden und der MSV muss jetzt eine deutliche Reaktion zeigen.

Vincent Vermeij sorgte in der 14. Minute für die frühe Führung. In der zweiten Halbzeit fanden die Zebras nicht mehr statt. Vermeij fälschte einen Ball von Kircher ab und sorgte unfreiwillig für den zweiten Treffer des Spiels. | Foto: Archivfoto Preuß
An die leeren Ränge im Stadion mussten sich alle Beteiligten erstmal gewöhnen. | Foto: Faßbender
Autor:

Marcel Faßbender aus Duisburg

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