Duisburg - im Garten der Erinnerung

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Rasenwellen assoziieren Wasser und führen auf den Innenhafen mit den Five Boats.
Duisburg: Garten der erinnerung |

Aus dem Brotkorb des Ruhrgebiets wurde der "Garten der Erinnerung". Er ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den gelungenen Übergang vom industriellen ins postindustrielle Zeitalter, von der Vergangenheit in eine neue Zukunft.

Ob Innenhafen-Lauf, Kinder Kultur Festival, andere Veranstaltungen oder einfach nur Sonne genießen - der Altstadtpark am Duisburger Innenhafen lohnt immer einen Besuch. In einem Teil des Areals stehen seltsame Reste älterer Bebauung, weiße Bänder strukturieren das Wiesengelände. Türme, Büsche und Baumgruppen setzen plastische Akzente, dazwischen eine Reihe von lackierten Stahlträgern und eine alte Waage. Es sind Relikte der ehemaligen Nutzung des Geländes als Getreideumschlagplatz. Der israelische Künstler Dani Karavan gestaltete den "Brotkorb des Ruhrgebiets" 1997-99 zu einem "Garten der Erinnerung" um. Es entstand ein skulpturales Gesamtkunstwerk aus Natur und Architekturfragmenten.

Die industrielle Vergangenheit
Knapp 100 Jahre florierte der Getreidehandel am Duisburger Innenhafen. Getreidemühlen und Speicherhäuser entstanden, ehe hier in den 1960-70 Jahren auf Grund veränderter Transportbedingungen die Getreideindustrie zum Erliegen kam und  eine neue Nutzung der Industriebrache nötig wurde. Mit einem Kunstgriff hat Karavan die industrielle Vergangenheit sichtbar gemacht: Er ließ einige Gebäudefragmente und die Grundrisslinien der Bebauung stehen. So entstanden offene Plattformen für Veranstaltungen wie das Ludwig Forum. Paradoxerweise wirken diese Reste wie die Ruinen antiker Ausgrabungsstätten, zumal über und in ihnen Bäume sprießen. Vor dem Seniorenzentrum entstand aus Abbruchmaterial ein Steingarten, der inzwischen von Büschen und Pflanzen überwuchert wird.

Weitere Zeichen der Erinnerung
Im Verlauf der Planung wurde der Neubau der Synagoge und des Jüdischen Gemeindezentrums in den Garten integriert. Wie die fünf Finger einer Hand oder die aufgeschlagenen Seiten eines Buches öffnet sich das Bauwerk des Architekten Zvi Hecker zum Gelände. Es wurde in unmittelbarer Nähe zu der 1938 in der Pogromnacht zerstörten alten Synagoge errichtet – und ist somit auch ein Zeichen der Erinnerung. Ein Zeichen der Versöhnung ist der nach dem ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Yitzak Rabin benannte Platz hinter dem Ludwig-Turm. Schließlich ruft die nahe Stadtmauer mit dem Koblenzer Turm Duisburgs Bedeutung im Mittelalter ins Gedächtnis.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Foto-Spaziergang durchden "Garten der Erinnerung".

Weitere Infos gibt es bei den Bildunterschriften.

Quellen
wikipedia
http://www.innenhafen-portal.de/standort/historie....
StadtKunstführer, Skulpturen im Duisburger Stadtraum, Hrsg. Stiftung Wilhelm Lehmbruck-Museum, Oberhausen o. J. (2012?)
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Manfred Wittenberg aus Düsseldorf | 13.06.2018 | 18:29  
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 13.06.2018 | 19:01  
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Dagmar Drexler aus Wesel | 13.06.2018 | 19:27  
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Jürgen Daum aus Duisburg | 13.06.2018 | 20:09  
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