Mäuse legen Kita in der Borbecker Armstraße lahm
Erst Ende Juli konnten Kinder in ihre Gruppen zurückkehren

Ideen für die Übergangszeit im Falle eines Neubaus haben die Elternratsmitglieder: Nina Hübner (r.) mit Britta und Boris Schäfer sowie Bianca, Ida, Benjamin und Freunden. Der Spielplatz an der Armstraße könnte als provisorisches Außengelände dienen.
  • Ideen für die Übergangszeit im Falle eines Neubaus haben die Elternratsmitglieder: Nina Hübner (r.) mit Britta und Boris Schäfer sowie Bianca, Ida, Benjamin und Freunden. Der Spielplatz an der Armstraße könnte als provisorisches Außengelände dienen.
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Die Zeit des Lockdowns hat insbesondere Eltern und Familien vor ein echtes Problem gestellt. Wie die Betreuung der Kids organisieren, wenn die Kita geschlossen ist? Für die Eltern der städtischen Kita an der Armstraße in Borbeck war das Betreuungsproblem mit Ende des Lockdowns aber noch lange nicht aus der Welt.

von Christa Herlinger

Erst im Juli gab es grünes Licht für eine endgültige Rückkehr der 76 Kita-Kids in die Einrichtung. Grund war nicht die Corona-Pandemie, Schuld waren Heerscharen von Mäusen, die sich in den Monaten zuvor Zugang zu dem aus dem Jahr 1932 stammenden Kita-Gebäude verschafft hatten. Entdeckt worden waren Spuren der kleinen Nager in den ersten Tagen des Lockdowns. "Die Erzieherinnen haben die Zeit genutzt, die Gruppenräume und den Bewegungsraum gründlich aufzuräumen und zu putzen", weiß die Elternratsvorsitzende Nina Hübner. Zunächst sah alles harmlos aus, doch der Mitarbeiter der eingesetzten Schädlingsbekämpfungsfirma fand schnell Hinweise auf eine wahre Mäuse-Invasion.

Borbecker Einrichtungen boten sofort Hilfe an

Für Nina Hübner begann eine anstrengende Zeit. Aufgrund von Systemrelevanz hatten einige Kita-Kids schnell wieder einen Anspruch auf Betreuung. Ersatzräume mussten her. Darum kümmerte sich die Immobilienwirtschaft. Drei andere städtische Einrichtungen im Stadtteil signalisierten sofort Unterstützung. Vorübergehend konnten die Kinder - auch nach der anschließenden Erweiterung der Systemrelevanz - in den Kitas am Kreyenkrop, Barchemhöhe und Schölerpad mit ihren Erzieherinnen untergebracht werden. "Aber damals wussten weder Kita-Leitung noch Eltern, wie lange sich die Arbeiten hinziehen würden", erinnert sich Hübner.

Was nicht heiß waschbar war, musste entsorgt werden

Das historische Gebäude musste durch den Schädlingsbekämpfer so gut wie möglich "Mäuse sicher" gemacht werden. Und dann ging es ans große Reinemachen. "Alles was bei 60 Grad waschbar war, konnte gereinigt und in Kisten verpackt werden. Die gingen zurück in die Kita. Alles andere wurde entsorgt", so die Elternratsvorsitzende. Nina Hübner hat selbst unzählige Maschinen mit Kita-Inventar gewaschen. "Die Bereitschaft zur Mithilfe bei den Eltern war riesig", schickt Kita-Leitung Sylvia Gajda ein dickes Dankeschön in Richtung der engagierten Eltern.

Eltern verzichteten auf Betreuungsplatz

Große Solidarität herrschte auch bei der Vergabe der Betreuungsplätze. "31 Kinder - mehr waren bis zum endgültigen Re-Start in den eigenen Räumen nicht unterzukriegen", erinnert sich Nina Hübner. "Wir haben alle Eltern angeschrieben und den Bedarf abgefragt, es waren nicht wenige, die zugunsten anderer ihr Kind weiter zu Hause betreut haben."
Britta Schäfer war eine von ihnen, Töchterchen Bianca blieb bis Juli daheim. "Der große Bruder hatte ja auch keine Schule. Wir konnten das leisten und haben ihren Platz zur Verfügung gestellt."
Jetzt hoffen Nina Hübner und ihre Mitstreiter, dass die Mäuse dauerhaft draußen bleiben. "Das wird sich allerdings erst im Winter zeigen", so die Elternratsvorsitzende.

Neubau und Containerlösung

Allerdings sind bei der Prüfung des historischen Gebäudes und der Nagerbekämpfung viele neue Baustellen sichtbar geworden. "Die Verkehrsfähigkeit ist gegeben", so Hübner. Trotzdem machen sich die Eltern für einen Neubau stark. "Das ist doch sonst ein Fass ohne Boden." Ideen für eine Interimslösung haben sie auch: "Eine Containerlösung auf dem Bolzplatz gegenüber der Kita. Dann könnten die Kinder den Spielplatz gleich nebenan als Außengelände nutzen."

Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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