Nahrung für A52-Kritiker

Der Protest der Anti-A52-Bewegung (hier ein Bild aus dem Helenenpark) erhält durch die Offenlage der Pläne neuen Auftrieb. Gleichwohl sind die Gegenargumente diesselben geblieben. Archivfoto: Gohl
  • Der Protest der Anti-A52-Bewegung (hier ein Bild aus dem Helenenpark) erhält durch die Offenlage der Pläne neuen Auftrieb. Gleichwohl sind die Gegenargumente diesselben geblieben. Archivfoto: Gohl
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Der Ausbau der A52 im Tunnelvortrieb schien aus Kostengründen schon immer etwas illusorisch. Jetzt sickerten Pläne durch, die wie Wasser auf die Mühlen der Kritiker wirken. Stand heute würde der Lückenschuss in offener Bauweise erfolgen.

Erst im Anschluss kommt der „Deckel“ auf die Bahn drauf - so sieht es zumindest der Entwurf eines Essener Planungsbüros vor, der inzwischen in den unterschiedlichsten Gremien der Stadt kursiert und auch dem Nord Anzeiger vorliegt. Erstellt wurde der Plan im Sommer 2011.

Immer wieder bemängelten Lokalpolitiker die Informationspolitik von Straßen.NRW. Die Pläne sind zwar in die Öffentlichkeit geraten, noch aber warten die Bezirksvertreter in und um Altenessen auf eine offizielle Stellungnahme des Landesbetriebes. „Ist es zutreffend, dass die Planung der A52-Nordstrecke [...] die Alternative einer [...] offenen Bauweise betrachtet?“, fragt die Bürgerliste Nord beispielsweise. Eine rhetorische Frage, wie Bernhard Derks, Vertreter der Bürgerliste, selbst bekennt: „Seit mehr als zwanzig Jahren wird den Menschen im Essener Norden die Nordstrecke der A52 teilweise als „Tunnel“ verkauft - das mag im Fachjargon der Planer auch so sein. Der vorliegende Plan legt jedoch offen, was mit diesem Tunnel gemeint ist: Die Zerstörung des Helenenparks genauso wie das Verschwinden von Teilen der Pielsticker Straße, der Schonnefeldstraße, des Bückmannshofs.“

Die Entblößung der Pläne spielt auch der SPD Altenessen in die Karten. Der Ortsvereinsvorsitzende Theo Jansen brachte den Sanierungsstau im Stadtteil schon länger mit dem „Damoklesschwert“ A52-Lückenschluss in Verbindung: „Früher war die Pielstickerstraße eine ganz ansehnliche Siedlung. Heute tut sich da wenig - weil die Eigentümer verständlicherweise nicht mehr investieren wollen.“ Auf der Jahreshauptversammlung Ende Februar erinnerte die SPD Altenessen deshalb an den Beschluss des Unterbezirkes, der zuletzt durch Uneinigkeit in Sachen A52 bestach: „Entweder die Transitstrecke wird komplett im bergmännischen Vortrieb und ohne die Abfahrt Lierfeldstraße gebaut oder [...] sie wird gar nicht gebaut.“

Kurz vor Redaktionsschluss bezog dann Essens SPD-Chef Dieter Hilser Stellung: „Zu solchen Planungen sagt die SPD kompromisslos ‚Nein‘.“

Am Montag, 26. März, 19 Uhr, informiert die Bürgerinitiative „Stoppt A 52“ in der Hövelstraße 73 über den aktuellen Planungsstand.

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

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