Rot-Weiss Essen unterliegt MSV Duisburg im Pokal-Halbfinale

RWE vs. MSV / Fotos: Gohl
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Alles war angerichtet für den Pokalschlager im Revier: 20.000 Zuschauer, erstmals ein ausverkauftes Stadion an der neuen Hafenstraße. Dazu zwei Teams, die es nach höheren Aufgaben dürstet. Leider wurde ein intensives Halbfinalspiel im Niederrheinpokal durch unschöne Szenen getrübt. Da ging es fast unter, dass sich die Essener gut verkauften und erst im Elfmeterschießen geschlagen geben mussten.

Aufgeregt waren sie schon, die Essener. Die anfängliche Nervösität legte sich mit jedem Ballgewinn. Samuel-Marian Limbasan wagte einen frühen Annährungsversuch, doch sein Kopfball nach Flanke von Ex-Zebra Kevin Grund war kein Problem für MSV-Torhüter Michael Ratajcaz (5. Minute). Eine Halbchance zwar - die aber offenbarte, dass der Favorit aus der dritten Liga keineswegs sattelfest stand.
Etwas mehr Präzision, etwas mehr Selbstvertrauen und die Rot-Weißen hätten die Duisburger frühzeitig in Verlegenheit gebracht. So brauchte es bis zur 22. Minute bis Limbasan einen neuen Anlauf unternahm. Diesmal musste sich Ratajczak schon mehr strecken.

Den Meiderichern fiel in der ersten Hälfte wenig ein, jeden Anflug von Spielkultur der Gäste wischten die Essener mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung in der Rückwärtsbewegung weg.
War das die graue Maus aus dem Niemandsland der Regionalliga-West? Wo war der Klassenunterschied? Während sich etliche Fans auf der Tribüne verwundert die Augen rieben, trugen Limbasan und Ratajczak ihr Privatduell in die dritte Runde. Erneut behielt der Duisburger Schlussmann die Oberhand. Seine Vorderleute hatten den Youngster, der sich immer wieder aus dem Rückraum anschlich, nicht auf dem Zettel, sie waren damit beschäftigt, RWE-Torjäger Marcel Platzek zu decken.

Der MSV besaß Nachholbedarf und entschied sich, in den zweiten 45 Minuten mitzuspielen. Nachdem Marcel Platzek im Alleingang zu weit rechts gezielt hatte (48.), wachte die Mannschaft von Karsten Baumann auf. Vor allem über die rechte Seite, wo sich der pfeilschnelle Phil Ofosu-Ayeh aus der Defensive wagte, fanden die Gäste ihre Räume. Beste Chancen besaßen Nikolas Ledgerwood (nach Freistoß von rechts in Rücklage) und Kingsley Onuegbu (Drehschuss, abgeblockt). Es entwickelte sich ein spannender Abschlagabtausch, der jäh abgewürgt wurde.

Zunächst fielen Fans beider Lager durch unnötige Pyro-Einlagen auf, in der 75. Minute musste Guido Winkmann sogar unterbrechen, nachdem einige Unverbesserliche das Tor von der West zum Innenraum aufbrachen. Ein massiver Polizeiauflauf und eine geschlagene halbe Stunde später konnte die Partie auf Bewährung wieder aufgenommen werden. Die Hafenstraße sah nun eine aufgekratzte Begegnung mit Vorteilen für RWE: In der allerletzten Minute stand nur der Pfosten im Weg.

Der Urschrei ertönte nur wenige Minuten nach dem erneuten Wiederanpfiff, der eben erst eingewechselte Alexander Langlitz schlenzte das Leder über Ratajczak. Ein schönes Erfolgserlebnis für den Sommer-Neuzugang, der noch nicht richtig in Essen angekommen ist.
Doch auch der MSV besitzt einen Kunstschützen in seinen Reihen: Pierre De Witt versenkte in der 107. Minute einen direkten Freistoß. Die Entscheidung zugunsten der Gäste fiel im Elfmeterschießen: Schmeichelhaft für die Duisburger, bitter für die Essener, die eines ihrer besten Spiele in dieser Saison zeigten.

Text: Patrick Torma; Fotos: Michael Gohl, Kerstin Gohl, Frank Gröner

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