Helden des Alltags: "Wenn es der Familie gut geht, geht es mir gut"

Käthe und Janina Mohoric sind ein eingespieltes Team.
  • Käthe und Janina Mohoric sind ein eingespieltes Team.
  • Foto: Foto: Gohl
  • hochgeladen von Petra de Lanck

Heute ist Käte ten Hagen 65 Jahre alt und kann sich glücklich schätzen, eine Familie zu haben, die sich rund um die Uhr liebevoll um sie kümmert. Denn vor acht Jahren hatte Käte ten Hagen einen Schlaganfall - und danach war in ihrem Leben nichts mehr so, wie es vorher einmal war.
Jeden Tag fährt ihre Tochter, Käthe Mohoric, mit dem Auto von Karnap nach Altenessen zur Wohnung ihrer Eltern. Vater Heinz ten Hagen ist froh, dass er auf seine Familie zählen kann, denn langsam strengt die jahrelange Pflege seiner Frau ihn selbst sehr an. Doch Tochter und auch Enkelin Janina unterstützen ihn, wo es nur geht.
„Damals, als meine Mutter nach dem Schlaganfall in die Reha kam, musste mein Vater, der ja noch berufstätig war, erst einmal lernen, eine Waschmaschine zu bedienen und zu kochen“, erinnert sich Käthe Mohoric. „Meine Mutter braucht aber seither eine 24 Stunden Betreuung.“
Das ist körperlich kräftezehrend und so hat auch Vater Heinz heute Probleme mit den Beinen und die Pflege geht ins Kreuz. Doch für die Famile steht fest: „Wir möchten, dass meine Mutter so normal wie nur möglich lebt.“
Zwar sind die Eltern eine Etage tiefer in eine behindertengerechte Wohnung mit großem Bad gezogen, doch noch immer schläft die Mutter im eigenen Bett und lebt in ihren eigenen vier Wänden und nicht im Pflegeheim.
„Man merkt allerdings, dass sie traurig ist, dass sie diese Wohnung nicht selbst einrichten konnte, das hat sie früher immer so gerne gemacht.“
Auch Janina Mohoric (21) erinnert sich noch gut an ihre Oma und die Zeit vor dem Schaganfall: „Damals hat sie mich oft von der Schule abgeholt, als ich krank war und im Krankenhaus lag, hat sie mir Stofftiere mitgebracht. Ich war immer ganz stolz auf meine Oma, auch weil sie sich oft so chic angezogen hat.“
Heute ist Käte ten Hagen halbseitig gelähmt, doch man merkt immer noch, wie sehr sie sich freut, wenn ihre Familie um sie herum und für sie da ist - das kann sie dann zwar nicht mehr in Worte fassen, doch man sieht es an ihren Gesten.
Tochter Janina ist stolz auf ihre Mutter, die trotz Teilzeitjob die Pflege ihrer Oma schultert. Sie war es auch, die Käthe Mohoric für die STADTSPIEGEL Aktion „Helden des Alltags“ vorschlug. Auch Ehemann Jürgen Mohoric unterstützt seine Frau dabei voll und ganz. Er schenkte ihr sogar ein Auto, damit sie flexibler ist.
Käthe Mohoric selbst fühlt sich keinewegs als Held: „Viele Frauen sind doch in der gleichen Situation wie ich. Und wenn es meiner Familie gut geht, dann geht es mir auch gut. Ich bin froh, meiner Mutter etwas zurückgeben zu können.“

Autor:

Petra de Lanck aus Essen-Süd

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