Ergebnisse der Kommunalwahl im Ruhrtal
Der Süden hat gewählt

Wer wird Nachfolger von Benjamin Brenk als Bezirksbürgermeister?
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Im Essener Süden waren 42.896 Menschen dazu aufgerufen, ihrem Bürgerrecht nachzukommen und zu wählen. Spannend wurde es aber kaum bei der Kommunalwahl.

Sicherlich bedingt durch die Covid19-Einschränkungen hatten sich diesmal viele Bürger Briefwahlunterlagen ausstellen lassen. Die anderen begaben sich ausgerüstet mit Mund-Nasen-Schutz und eigenem Kugelschreiber in ihr Wahllokal. Lange Warteschlangen vor der Tür inklusive. Es dauerte auch entsprechend lange, bis die Ergebnisse auf dem Tisch lagen. Erst weit nach 23 Uhr wusste man endgültig Bescheid. Der bestätigte Oberbürgermeister Thomas Kufen fuhr im Essener Süden mit 61,90 Prozent sein bestes Ergebnis ein.

Hohe Wahlbeteiligung

Auch bei den Ratswahlen blieb die CDU im Süden mit 42,68 Prozent stärkste Kraft. Die SPD büßte 3,7 Punkte ein, deutlich weniger als der Stadtschnitt von zehn Prozent. Die Grünen dagegen konnten über eine Verbesserung um sieben Zähler jubeln, damit schoben sie sich vor die Sozialdemokraten. Die AfD lag ebenfalls unter ihrem Gesamtessener Durchschnitt, knapp dahinter lief die FDP ein. Die Tierschutzpartei kam auf 2,5 Prozent und lag damit nur hauchdünn hinter den Linken. Die Wahlbeteiligung lag weit über dem Essener Schnitt. Der Süden wird siebenfach vertreten sein im Stadtparlament. Darunter drei neue Gesichter. Der 25-jährige Christdemokrat Yannick Lubisch. gewann den neu geschaffenen Wahlkreis 28 Schuir/Werden/Heidhausen/Kettwig mit 41,99 Prozent der Stimmen. Daniel Behmenburg fuhr ein Ergebnis völlig gegen den desaströsen Trend der SPD ein und rutschte über die Reserveliste ins Stadtparlament. Über die Reserveliste ihrer Tierschutzpartei kam Simone Trauten-Malek wie auch Elisabeth van Heesch-Orgaß zum Ratsmandat. Ulrich Beul (CDU) holte im Wahlkreis 40 Bredeney / Fischlaken über die Hälfte der Stimmen. Im Wahlkreis 41 Werden / Heidhausen verteidigte Martina Schürmann (CDU) mit 40,49 Prozent ihr Mandat. So richtig umkämpft war nur der Wahlkreis 42 Kettwig. Hier konnte sich Ratsherr Guntmar Kipphardt mit 36,31 Prozent durchsetzen, lag damit vier Zähler vor Herausforderer Behmenburg.

CDU stärkste BV-Fraktion

In der Bezirksvertretung büßte die CDU 3,2 Prozent ein, die Grünen gewannen 8,6 Zähler hinzu und überholten die SPD, die ihrerseits 5,5 Punkte verlor. Die FDP verlor 1,8 Prozent und wird durch Gerd Kolbecher vertreten sein. Für die AfD soll Andreas Meitzke in die BV einziehen, nicht mehr vertreten sein werden die Linke und die EBB. Die CDU wird weiterhin neun Plätze belegen. Fraktionsvorsitzender Stephan Sülzer sagt dazu: „Wir freuen uns darüber, das gute Ergebnis von 2014 bestätigt zu haben und danken unseren Wählern für das Vertrauen. Wir haben auch alle vier Ratsdirektmandate im Bezirk errungen. Besonders freut es mich für unseren Neueinsteiger Yannick Lubisch, der souverän gewonnen hat.“ Sülzer redet nicht lange herum: „Den neuen Bezirksbürgermeister soll die Union als mit Abstand stärkste Fraktion stellen. Doch erst einmal wird sie sich konstituieren und dann werden wir schnell Gespräche aufnehmen.“
Hildeburg Hess-Steinhauer führt die vierköpfige grüne Fraktion an, der unter anderem der erste Stellvertretende Bezirksbürgermeister Ludger Hicking-Göbels angehört. Grünen-Sprecherin Anna Leipprand strahlt: „Wir haben uns nach Prozenten fast verdoppelt und finden auch die hohe Wahlbeteiligung super.“ Ein starkes Team habe mit viel Leidenschaft einen intensiven Wahlkampf geführt. Sie selbst setze zwar aus, um sich mehr Job und Familie zu widmen, sehe aber eine gestärkte grüne BV-Fraktion: „Wir werden unsere Ideen einbringen wie Verkehrswende, ÖPNV, Radwege, Erhalt der Freiflächen, mehr Kitaplätze und bessere Schulausstattung.“ Inzwischen werde ihre Partei vom Wähler über die klassischen grünen Themen hinaus in allen politischen Feldern anerkannt.

Brenk gratuliert

Ebenfalls vier Plätze wird die SPD mit Benjamin Brenk an der Spitze belegen. Brenk erhielt zwar von allen Seiten Lob für sein Wirken als Bezirksbürgermeister, dürfte aber abgelöst werden. Einen Tag nach der Wahl muss er sich noch sammeln: „Das BV-Ergebnis irritiert mich. Kleine Parteien wie EBB und Linke hätte ich stärker erwartet.“ Der Bezirk werde offenkundig konservativer. Da gelte es umso mehr, die sozialen Themen im Auge zu behalten: „Vier sozialdemokratische Vertreter sind da gar nicht so schlecht.“ Brenk möchte „in den kommenden fünf Jahren wieder gute Arbeit leisten“. Als Sportsmann freue er sich für Hanslothar Kranz, dass der als Spitzenkandidat der CDU so ein gutes Resultat geholt habe. Und seiner Konkurrentin bei der Ratswahl Martina Schürmann habe er auch schon gratuliert.
Zunächst setzt sich die BV noch zweimal in alter Konstellation zusammen, am 24. November wird sie sich neu konstituieren. Dann wird auch der neue Bezirksbürgermeister gewählt. Oder erstmals eine Bezirksbürgermeisterin?

Wer wird Nachfolger von Benjamin Brenk als Bezirksbürgermeister?
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CDU-Politiker Stephan Sülzer führt die mit Abstand stärkste BV-Fraktion. 
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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