Holsterhausen
Ausstellung zum Leben und Wirken von Otto Herbert Hajek

Das Melanchthon-Gemeindezentrum am Holsterhauser Platz wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. | Foto: Kirchenkreis Essen/Achim Pohl
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  • Das Melanchthon-Gemeindezentrum am Holsterhauser Platz wird in diesem Jahr 50 Jahre alt.
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Anlässlich des 50-jährigen Bestehens ihres Melanchthon-Gemeindezentrums würdigt die Evangelische Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen das Leben und Werk des Künstlers Otto Herbert Hajek (1927-2005) mit einer Ausstellung. Seine geometrischen Figuren in kräftigem Gelb, Rot und Blau am Turm und eine Wand mit farbigen Stelen hinter der Altar-Glaswand geben dem Gebäudekomplex am Holsterhauser Platz ein unverwechselbares Gesicht. Für die Präsentation hat Urban Hajek, der Sohn des Künstlers, der Kirchengemeinde eine Auswahl an Gemälden, Grafiken, Fotografien und Skulpturen seines Vaters zur Verfügung gestellt.

Im Mittelpunkt der Eröffnung am Donnerstag, 12. Mai, um 18 Uhr steht der Vortrag „Otto Herbert Hajek als Christ“; für die musikalische Gestaltung sorgt der Essener Geiger und Komponist Yo Shino. Einen lebendigen Eindruck vom Leben und Wirken des Künstlers bietet der SWR-Film „So einer wollte ich werden – der böhmische Bildner“, der am Samstag, 14. Mai, um 16 Uhr im Melanchthon-Gemeindezentrum zu sehen ist. Am Donnerstag, 9. Juni, um 19 Uhr spricht der Architekt Peter Brdenk über den Architekten Otto Bartning, der die Vorläuferkirche am Ort des heutigen Gemeindezentrums entwarf; sein Bau aus Stahl und Glas ging bei der Bombardierung Essens am 9. März 1942 in Flammen auf.

Als Otto Herbert Hajek gebeten wurde, den großen Gottesdienstraum des Melanchthon-Gemeindezentrums von außen her mitzugestalten, hatte er sich längst im In- und Ausland einen Namen gemacht; zu seinen bekanntesten Arbeiten zählte schon damals der „Kreuzgang“ im Vorhof der „Regina Martyrum“ in Berlin-Plötzensee.

Auch die Mauerplastik, die er für die Außenwand des Melanchthon-Gemeindezentrums schuf, lässt sich nicht nur betrachten – man muss sie begehen, mit den Augen und Händen betasten, muss ihre Formen und Farben mit allen Sinnen begreifen. Von außen in den Raum hinein installiert, greift sein Kunstwerk auf die Umgebung über und geht über die Funktion einer bloßen akustischen und optischen Abschirmung weit hinaus. Innen konfrontiert Otto Herbert Hajek die Besucherinnen und Besucher mit drei Betonquadern, die sich an die Mauer lehnen und an ihr Halt finden. Die Frage nach ihrer symbolischen Bedeutung hat bis heute zu besonders vielfältigen Antworten und gedanklichen Assoziationen angeregt: Dreifaltigkeit? Glaube, Hoffnung, Liebe? Die drei Kreuze von Golgatha, der Hinrichtungsstätte Jesu?

„Wir hoffen, dass das 50-jährige Bestehen unseres Gemeindezentrums einen Anlass bietet, das Kunstwerk von Otto Herbert Hajek neu zu entdecken“, erklärt die Erlöserkirchengemeinde Holsterhausen. Auch aus diesem Grund hat sie das gesamte Jubiläumsprogramm unter das Motto „Begegnen“, den Titel seiner Installation, gestellt. Als neuen Termin für den Festgottesdienst mit Superintendentin Marion Greve, der am 8. Mai gefeiert werden sollte und wegen des plötzlichen Todes von Pfarrer Joachim Greifenberg kurzfristig verschobenen werden musste, hat die Kirchengemeinde mittlerweile den 21. August festgelegt.

Zur Person: Otto Herbert Hajek

Otto Herbert Hajek wurde 1927 in Kaltenbach im heutigen Tschechien geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und war von 1980 bis 1992 Professor für Bildhauerei in Karlsruhe. International bekannt wurde er durch die Kasseler Ausstellungen „Documenta II“ (1959) und „Documenta III“ (1964), auf denen er mehrfach mit eigenen Kunstwerken vertreten war. Otto Herbert Hajek starb 2005 in Stuttgart. Seine Kunstwerke, überwiegend farbige Skulpturen bzw. Objekte aus Stahl und Beton sowie Innenraum- und Fassadengestaltungen an Gebäuden, werden bis heute weltweit ausgestellt und gewürdigt.

Autor:

Stefan Koppelmann aus Essen

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