Musiker Mario Stork: Coronavirus-Situation bedroht seine Existenz
"Hilfsgelder müssen schnell fließen"

 Musiker Mario Stork: Seine Kollegen und er kämpfen wegen der Corona-Krise um ihre Existenz.
Foto: Karim Khawatmi
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Keine Veranstaltungen, kein Einkommen: Für viele Künstler wird das Coronavirus zur existenziellen Herausforderung. Musiker Mario Stork fasst es so zusammen: "Ich habe keine Angst vor dem Virus, sondern davor, wie ich unsere wirtschaftliche Existenz sichern soll."

Der Gelsenkirchener verdient sein Geld damit, auf der Bühne zu stehen und Gitarre, Keyboard oder Klavier zu spielen. "Das Release-Konzert von Julian Rybarski, für das ich am Wochenende gebucht war, ist ausgefallen. Auch das Katielli-Theater in Datteln, für das ich regelmäßig spiele, hat vorerst alle Vorstellungen abgesagt", fasst er zusammen. Außerdem ist Stork Chorleiter und lehrt an privaten Musikschulen. "Bei der Probe in der letzten Woche habe ich noch flapsig angekündigt, dass unsere Gospelchor-Proben stattfinden, aber nach den rasanten Entwicklungen inzwischen muss ich das auch nochmal hinterfragen." Und das obwohl er für die Ansage Applaus geerntet hatte. "Die Leute sehnen sich ja inzwischen nach Normalität", ist er sicher.
Doch "normal" ist für ihn zurzeit gar nichts. "Wenn es so weitergeht, dann kann ich den Verdienstausfall nicht mehr kompensieren. Einen Monat lang können wir das vielleicht, danach wird es sehr eng", sagt der Familienvater. Er habe auch schon von verschiedenen Seiten gehört, dass an Hilfsgelder für Künstler gedacht wird, doch darüber zu reden helfe nicht. "Geld muss wirklich schnell fließen, weil es sehr viele Künstler gibt, die nicht auf Rosen gebettet sind und durch die abgesagten Veranstaltungen sofort in eine Notsituation geraten." Und er nimmt sich da nicht aus. Die Kulturbranche müsse jetzt zusammenstehen. Es gibt diverse Petitionen, die bei der Politik vorgebracht werden.
"Für Ein-Mann-Betriebe wie mich ist die Situation sehr brenzlig, aber man darf ja nicht vergessen, dass auch die Großveranstalter - die kleinen sowieso - in eine heikle Situation kommen. Wenn es keine Hilfen gibt, dann wird das gesellschaftliche Leben auf Jahre hinaus beeinträchtigt." Dass Banken einst mit Milliarden-Beträgen unterstützt wurden, vergisst er nicht zu erwähnen.

Und hier auch das Update, ein paar Tage nach dem Interview, das Mario Stork selbst bei Facebook postete: "Gestern war der Stadtspiegel mal wieder etwas dicker. Neben den geschätzten Kollegen Norbert Labatzki und Ulrich Penquitt wurde auch ich zur Corona-Krise befragt (danke an Silke Heidenblut). Ein Redaktionsschluss-bedingtes Update: Mittlerweile sind natürlich auch alle Chorproben auf Eis gelegt, aber auch hier testen wir verschiedene Formen, den Betrieb online am Laufen zu halten. Dadurch und durch den Musikunterricht via Skype sind meine Familie und ich einigermaßen abgefedert und die Verluste werden sich, falls es wirklich nach den Osterferien "normal" weitergehen sollte, in überschaubaren Grenzen halten. Das ist ein Privileg, das auf viele Kolleg*innen, die primär von Auftritten leben, leider nicht zutrifft. Darum ist es nach wie vor wichtig, nicht nachzulassen in unseren Bemühungen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass es die Kulturbranche samt ALL ihren Gewerken zwar mit als erstes getroffen hat, aber mittlerweile natürlich auch Millionen andere Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende, Kleinunternehmen aller Branchen vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. Lasst uns also solidarisch miteinander sein ohne Hauen und Stechen, lasst uns gemeinsam daran immer wieder erinnern und dafür kämpfen, dass die Regierung ihre Zusagen wahr macht und diesmal nicht nur den Großen hilft! Bleibt gesund, da draußen."

Das Stadtspiegel-Gespräch zum Thema mit dem Künstler Norbert Labatzki lesen Sie hier.

Autor:

Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen

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