Schüler gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Mit der Aktion „Rote Hand“ setzt sich die evangelische Religionsklasse der 6. Jahrgangsstufe des Leibniz-Gymnasiums gegen den Einsatz von Kindersoldaten ein. Knapp 300 Handabdrücke haben sie bereits gesammelt; und es sollen noch mehr werden, auch mit Hilfe von Oberbürgermeister Frank Baranowski.

„Wir haben uns sehr über das Interesse des Oberbürgermeisters gefreut“, berichtet Religions- und Deutschlehrer Christian Eisenbraun, der die Aktion mit den Kindern initiierte. „Besonders freut es uns natürlich, dass er seine Unterstützung zugesagt hat und die örtlichen Jugendzentren und Kinderbeauftragten mit einbeziehen möchte.“

"Soziales Lernen" im Fokus

Im Religionsunterricht gehört das Thema „Kinder hier und anderswo“ zum Curriculum unter dem Aspekt „Soziales Lernen“. „Die Schüler haben sich gewünscht, mal etwas Aktives zu machen, statt immer nur alles theoretisch zu behandeln“, erinnert sich Eisenbraun.

Deshalb begab sich der engagierte Pädagoge auf die Suche nach einem praktikablen Projekt für seine 6. Klasse - und stieß auf die „Aktion Rote Hand“. „Die Kinder konnten dabei auch gleich den Umgang mit Mitmenschen proben“, freut sich Eisenbraun und erklärt, dass die Kinder mit einem vorher abgesprochenen Text in die Fußgängerzone Buers gingen, um die Aktion zu bewerben und Handabdrücke der Passanten zu sammeln.

„In 90 Minuten sammelten wir 288 Handabdrücke!“, freut sich Schülerin Charlotte. Ihre Mitschülerin Janet war überrascht, wie das Feedback zu ihrer Aktion auf der Straße war: „Vor allem ältere Leute fanden es gut, dass wir uns in unserem Alter für diese Sache engagieren. Sie blieben stehen und redeten mit uns, ließen sich informieren und gaben uns ihre Handabdrücke. Jüngere Leute sind meistens nur an uns vorbeigelaufen.“

Weitere Sammelaktionen sind bereits geplant

Es sollte aber auf keinen Fall bei dieser einen Aktion bleiben. So sammelten die Schüler/innen fleißig in der eigenen Schule und dem Verwandten- sowie Bekanntenkreis weitere Handabdrücke. Weitere Aktionen, wie beispielsweise auf dem Schulfest oder am Tag der offenen Tür, sind bereits geplant.

Doch was tun mit all den Handabdrücken? „Es lag nahe, die Aktion an höhere Stellen zu tragen, die UN war uns dann doch eine Nummer zu groß“, schmunzelt Eisenbraun und berichtet, dass die nächste Instanz für die Klasse der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski war. „Ich habe dann einen Brief an den Oberbürgermeister im Namen der Klasse verfasst“, strahlt Schülerin Jasmin.

Ein großes Paket für den Oberbürgermeister

Dieser Brief, in der die Klasse über ihre Aktion berichtet, wurde mit einem dicken Stapel Handabdrücke ins Rathaus geschickt. Einige Zeit später erhielt die Klasse eine erste Rückmeldung: „Wir bekamen einen Brief von der Sekretärin des Oberbürgermeisters“, erzählt Jasmin, „darin erklärte sie uns, dass das Paket angekommen sei und Herr Baranowski sich persönlich melden würde; sobald er dafür zeit findet.“

Der OB war so begeistert von der Aktion, dass er nicht nur ankündigte, bei der nächsten Gelegenheit seinen eigenen Handabdruck abzugeben, sondern gab bekannt: „Die fünf Kinderbeauftragten der Stadt sowie die Jugendzentren und Bauspielplätze werden in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen die Aktion aufgreifen. Die im Kinder- und Jugendforum Südost engagierten Kinder und Jugendlichen werden sich in ihrer nächsten Sitzung mit der Aktion ‚Rote Hand‘ beschäftigen.“

Die Thematik greift tief bei Gleichaltrigen

Das beispielhafte Engagement der Schüler/innen wurzelt vor allen Dingen in ihrem großen Interesse für den Unterrichtsstoff: „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie das in anderen Ländern ist, in denen es noch Kinderarbeit und den Einsatz von Kindersoldaten gibt - da beginnt man zu merken, wie gut es uns hier in Deutschland geht“, gibt Janet sich nachdenklich. „Wir hatten so viele Fragen zu dem Thema, da wir zwar alle schon davon gehört, aber uns nie intensiv damit beschäftigt hatten“, erklärt Maria ihren Enthusiasmus für die Thematik.

Eines machte die gesamte Klasse nämlich sehr betroffen: dass diese Kinder ihre Kindheit gar nicht auskosten können und, wenn sie nicht schon in jungen Jahren sterben, der Teufelskreis, der sich entwickelt wenn sie selbst einmal Kinder haben sollten.

Autor:

Deborrah Triantafyllidis aus Gelsenkirchen

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