Der Verein braucht Wirte
„Da könnten wir doch mal bei Pollmann fragen“

Die Gaststätte mit viel Herz und Charme sucht mindestens zehn neue Wirte. Es dürfen gerne auch mehr werden.
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  • Die Gaststätte mit viel Herz und Charme sucht mindestens zehn neue Wirte. Es dürfen gerne auch mehr werden.
  • Foto: Treffpunkt Dorf e.V.
  • hochgeladen von Petra Zellhofer-Trausch

Nach nur sechs Wochen Betrieb war erstmal wieder Schluss. Wie alle anderen gastronomischen Betriebe ging die Ehrenamtskneipe Pollmann in den Lockdown. Acht lange Monate, in denen kein Betrieb möglich war, keine Versammlung, kein Teamtreffen. Stillstand. Wie bei den meisten anderen Vereinen auch.

Hamminkeln. Am 25. Juni 2021 durften die Türen endlich wieder aufgeschlossen werden. „Leise und vorsichtig, denn wir wussten ja nicht, wo die Reise hingeht mit den ständig wechselnden Corona-Auflagen“, sagt die 1. Vorsitzende Yvonne Hein. Deshalb gab es keine großen Ankündigungen, doch ein Dorf wäre kein Dorf, wenn sich nicht alles in Windeseile herumspräche.

Treffpunkt Dorf e.V.
„Da könnten wir doch mal bei Pollmann fragen“ ist ein Satz, den man in Mehrhoog nun häufig hört. Sehr zur Freude aller Beteiligten, denn es war ihr großer Wunsch, dass die Mehrhooger das Angebot der Ehrenamtskneipe annehmen. „Und das tun sie!“, freut sich der Vorstand des Vereins „Treffpunkt Dorf e.V.“, der die Traditionsgaststätte im September 2020 nach vierjähriger Schließungszeit wieder eröffnete. Anfragen für die beiden Säle, die eigentlich 200 Menschen Platz bieten, erreichen das Team fast täglich: Geburtstagsfeiern, Klassentreffen, Vereinsveranstaltungen und -feste, Tagungen, Beerdigungskaffees oder öffentliche Veranstaltungen wie Live-Musik, Dartturnier oder Parties, Karnevalsveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern - alles will zu Pollmann. Kein Wunder, ist es doch die einzige Gaststätte mit Saal am Ort, die zudem mit viel Herz und Charme aufwarten kann.

Anfragen über Anfragen
Außerdem bietet die Gaststätte Donnerstags, Freitags und Samstags allgemeine Öffnungszeiten. Einfach was trinken, mit Freunden oder allein… wobei: alleine ist man hier nie, irgendwen kennt man immer. Ist halt ein Dorf.
Wenn es nach den Anfragen ginge, könnte die Kneipe an sechs Tagen die Woche geöffnet sein, von 11 Uhr bis in die frühen Morgenstunden. „Aber obwohl wir ein wirklich gutes Team sind, können wir das nicht stemmen. Dabei tut uns jede Anfrage, die wir ablehnen müssen, in der Seele weh“, erklärt Hein. Denn das Team Pollmann besteht nur aus Ehrenamtlern, die neben Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen tun, was sie können, um die Nachfrage zu decken. Aber nicht alle des etwa 20-köpfigen Teams können jede Woche hinter der Theke stehen. Schon gar nicht mehrmals pro Woche. Manch gute Seele hält sich ganz im Hintergrund und kümmert sich um die Sauberkeit, Reparaturarbeiten, Einkäufe oder die Homepage. Buchhaltung, Kassenführung, Eventplanung, Corona-Auflagen mit Hygienekonzepten, Getränkebestellungen und -annahme, Schankanlagenreinigung, Versicherungen - das sind nur einige der Aufgaben, die nebenher noch organisiert werden, damit für die engagierten Wirte alles bereit ist.

Der Verein braucht mehr Wirte
„Wir tun alles, damit jeder sich bei Pollmann wohlfühlt: Gäste und Wirte!“, erklärt Hein. „Dafür gehen pro Woche schon mal 20 oder 25 Stunden drauf. Aber es macht solchen Spaß, ich würde am liebsten nichts anderes tun.“
Das Einzige, was ihr nun auf der Seele brennt, ist: Der Verein braucht mehr Wirte!
Die reguläre Öffnungszeit umfasst jeweils vier Stunden (donnerstags 18 und 22 Uhr, freitags und Samstags jeweils von 20 bis 0 Uhr) und wird in Zweier- oder Dreier-Teams bestritten. Der Einsatz in Ehrenamtskneipe ist über die kostenlose Vereinsmitgliedschaft haftpflicht- und unfallversichert. Ebenso kostenlos gibt es den Thekenplausch über Gott und die Welt von ernst bis lustig mit netten Gästen und den Platz in einem netten, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Team, das neue Mitglieder herzlich willkommen heißt. „Und natürlich gibt es besonders gute Konditionen, wenn einer unserer Ehrenamtswirte selbst mal bei Pollmann feiern will.“, verrät Hein.

Das erwartet den Wirt während der Schicht
Bei der ersten Schicht ist es natürlich etwas aufregend: Wo stehen welche Gläser? Was für ein Glas nehme ich für welches Getränk? Kommt da ein Kreuz auf den Deckel oder ein Strich? Wo liegen die Stifte? Und was kostet ein Taucher? Was ist ein Taucher?! Schnaps ist leer! Wo steht der Nachschub? Wie trägt man ein Tablett voller Weißbiergläser? Wohin kommt das Trinkgeld? Was sind NFC-Gläser? Wie funktioniert die Kaffeemaschine?!? Was hatte der Gast noch gleich bestellt? Wo sind eigentlich die Eiswürfel? Ein Cocktail? Tequila Sunrise? Na klar, Sekunde!
Viele stellen es sich vielleicht schwierig vor, ein Bier zu zapfen oder einen Deckel abzurechnen. Aber das ist es nicht. Übung macht den Meister und die Mehrhooger Gäste machen es ihren Wirten wirklich leicht, denn sie sind dankbar für das Angebot im Ort. Auch Cocktailrezepte oder Longdrinks mixt man und frau mit ein bisschen Anleitung am Anfang schon nach kurzer Zeit sicher. Nach ein paar Schichten unter der Anleitung erfahrener Ehrenamtswirte lehnt man entspannt plaudernd hinter der Theke, erledigt Bestellungen nebenbei und konzentriert sich auf die Gäste.
Besondere Voraussetzungen muss man nicht mitbringen, nur Lust darauf, es mal auszuprobieren. Zweimal pro Monat sollte man dabei sein können, gerne natürlich auch häufiger. Dabei ist die Zeiteinteilung weitgehend frei. Es gibt auch Einsatzmöglichkeiten unter Woche Nachmittags zu Beerdigungskaffees. Oder Sonntags zu Vereinsveranstaltungen. Die Einsätze werden über eine vereinsinterne App und Chatgruppe koordiniert. Außerdem gibt es regelmäßige Teamtreffen für Besprechungen, Verbesserungen und Planungen.

Immer in netter Gemeinschaft 
Der Verein sucht mindestens 10 weitere Wirte, gerne auch 20. Wer sich alleine nicht traut, schnappt sich seinen besten Freund oder die beste Freundin, die lieben Nachbarn oder jemanden aus der Familie, dann kann man direkt ein Wirte-Duo oder -Trio daraus machen. Und zweimal im Monat ein sehr kommunikatives, gemeinsames Hobby in netter Gemeinschaft pflegen - inklusive neuer Freundschaften und Bekanntschaften quer durchs Dorf. Ganz in echt. Nicht nur über www. und Social Media, sondern von Angesicht zu Angesicht, von Wirt zu Gast, von Mensch zu Mensch. Dorf halt.

Weitere Fragen oder mal reinschnuppern? Das „Team Pollmann“ ist erreichbar unter Tel. 02857-90 27 82 oder per E-Mail an ymhein@t-online.de.

Autor:

Lokalkompass Wesel aus Wesel

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