Geschenk zum 150-Jährigen der Hattinger Pfarrgemeinde St. Peter und Paul
Küster entdeckt per Zufall historisches Kirchenkreuz

Küster Rainer Bahlmann mit dem historischen Kirchenkreuz, das beim Festhochamt am 4. Oktober präsentiert wird.
  • Küster Rainer Bahlmann mit dem historischen Kirchenkreuz, das beim Festhochamt am 4. Oktober präsentiert wird.
  • Foto: Pfarrei St. Peter und Paul
  • hochgeladen von Michael Köster

Per Zufall hat der Küster der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul ein historisches Kirchenkreuz wiedergefunden. Das Schmuckstück im Bauhaus-Stil wird am Sonntag, 4. Oktober, ab 10 Uhr beim Festhochamt zum 150-Jährigen der Hattinger Pfarrkirche St. Peter und Paul zu sehen sein. Die eigentliche Jubiläumsfeier ist wegen der Corona-Beschränkungen verschoben worden und soll 2021 unter dem Titel „150+1“ gefeiert werden.

Sich einfach nur einen Überblick verschaffen wollte Rainer Bahlmann, als er vor neun Monaten seinen Dienst als Küster in der Pfarrkirche St. Peter und Paul antrat. In seiner ersten Orientierungsphase fand der 61-Jährige dabei zur Überraschung aller ein historisches Stück wieder. „Es lag in der Nebensakristei ganz oben auf einem Regal unter ein paar Kartons“, erinnert sich der Heiligenhauser an den Fundtag im Februar.
Was er genau entdeckt hatte, ahnte Bahlmann damals noch nicht: „Ich fand es nur schön und interessant und habe einfach mal versucht, es mit einem Poliertuch sauberzumachen.“ Das Kunstwerk mit Jesusfigur war an seinem versteckten Lagerort stark angelaufen. Der Küster entfernte Schicht für Schicht der ungewünschten Patina vieler Jahrzehnte: Hervor kam eine strahlend glänzende Bronzefigur.
Mittlerweile geht Bahlmann – nach Rücksprache mit dem früheren Pastor von St. Peter und Paul Winfried Langendonk – davon aus, dass das Schmuckstück im Bauhausstil aus den Jahren zwischen 1910 und 1920 stammt. Eines ist sicher: Es war früher das zentrale Altarkreuz über dem Tabernakel im alten Hochalter von St. Peter und Paul, bevor dieser 1969 entfernt wurde. Auf den historischen Bildern, die anlässlich des 150. Jubiläums der Kirche derzeit im Gotteshaus ausgestellt werden, sind der Hochaltar und das Kreuz noch auf Bildern zu sehen. Die Fotos stammen
noch aus der Zeit vor dem Bombeneinschlag in der Nachbarschaft 1943, bei dem der Chorraum und die Kirchenfenster von der Druckwelle stark zerstört wurden.
Nun wir das einst im Zentrum dieses Chorraums hängende Kreuz zu neuen Ehren kommen. Pfarrer Andreas Lamm hatte die Idee, es zum Vortragekreuz umgestalten zu lassen. „Ein schönes Stück der Geschichte unserer Pfarrkirche spiegelt sich in diesem Kreuz wider“, sagt Lamm. Zum ersten Mal wird das neue alte Vortragekreuz am Sonntag beim Festhochamt anlässlich der Weihe von St. Peter und Paul vor 150 Jahren präsentiert. Anmeldung für den Gottesdienst unter Tel. 02324/591926. Das eigentliche Jubiläumsfest und weitere Veranstaltungen und Projekte zum 150-Jährigen, die wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten, sollen 2021 unter dem Titel „150+1“ nachgeholt werden. Pfarrer Lamm: „Im kommenden Jahr werden wir vermutlich aus vielfältigsten Feiern nicht mehr herauskommen. Gerade deswegen ist es wichtig, jetzt etwas besonnener zu sein, um hoffentlich bald wieder mit vielen lieben Menschen so manche Feierlichkeiten gesund nachholen zu können.“ 

Historisches

-Das ehemalige Kreuz des Hochaltars ist nicht das einzige historische Stück, das nach dem Dienstantritt von Küster Rainer Bahlmann zu neuen Ehren gekommen ist. Das ehemalige Missionskreuz, vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, das im Keller lagerte, nahm er mit zu einem befreundeten Tischler mit. Es hängt nun zentral hinter dem Hochaltar zwischen den Statuen der vier Heiligen Ludgerus, Suitbertus, Altfried und Johannes.
-Am 17. Oktober 1870 wurde die neugotische Kirche St. Peter und Paul durch Weihbischof Joseph Freusberg aus Paderborn eingeweiht. Im gleichen Jahr wurde die für die katholische Gemeinde zu klein gewordene Kirche von 1788 an der Bruchstraße verkauft und in ein Wohnhaus umgebaut. 1971 wurde sie für den damaligen Karstadt-Neubau abgerissen.
-Der damalige Pfarrer Karl Engelhard gilt als der Erbauer der Kirche. Einfluss auf die Wahl des Standorts hatte wohl die Art des Bodens. Weil er lehmhaltig war, konnten die Ziegel direkt vor Ort gefertigt werden.

Autor:

Michael Köster aus Essen-Borbeck

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