Kleve muckt auf

Die Fraktionsvorsitzenden: Paul Zigan, Offene Klever, Daniel Rütter, FDP, Siegbert Garisch, Bündnis 90/Die Grünen, Alexander Frantz, SPD und Udo Janssen, CDU (vo.re)
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  • Die Fraktionsvorsitzenden: Paul Zigan, Offene Klever, Daniel Rütter, FDP, Siegbert Garisch, Bündnis 90/Die Grünen, Alexander Frantz, SPD und Udo Janssen, CDU (vo.re)
  • Foto: Heinz Holzbach
  • hochgeladen von Annette Henseler

Montag Abend, Stadthalle Kleve: Am Mikrofon WDR-Mann Ludger Kazmierczak. Die Moderation des Abends lag in seinen Händen.

Zur Bürgerinformationsveranstaltung hatten die fünf Klever Ratsfraktionen in die Stadthalle eingeladen. Hier sollten den Klever Bürgerinnen und Bürgern die vom Investor Sontowski überarbeiteten Pläne zur Minoritenplatzbebauung vorgestellt werden.

Im Vorfeld war deutliche Kritik laut geworden: Klotzbebauung war dabei noch einer der freundlicheren Begriffe. Vereine und Geschäftsleute waren sich mit vielen Bürgern einig: So soll der Minoritenplatz nicht bebaut werden. Das 120 Meter lange Gebäude, die Gabionenfassade und der nicht weiter definierte Geschäftsbesatz stießen nicht gerade auf Zustimmung. Dem Investor war vom Rat der Stadt Kleve die Aufgabe gestellt worden, sich noch einmal intensiv mit den Plänen auseinanderzusetzen und sie zu überarbeiten.

Und das sahen die Klever am Montag Abend: Ein nach wie vor 120 Meter langes Gebäude, das allerdings nun durch verschiedene Stilelemente unterbrochen wird. Glas in der Mitte, an der Seite Türme, nach wie vor viergeschossig, von Gabionen war allerdings nicht mehr die Rede. Ein Stadttor, das als Bodendenkmal noch erhalten ist, findet Berücksichtung. Eine Tiefgarage mit 150 Stellplätzen plus Anfahrt zur Volksbank-Tiefgarage soll gebaut werden. Fensternischen, Grün an den Fassaden - der Investor bezeichnete all diese gestalterischen Elemente „als zusätzliche Elemente, die zur Belebung der Wallgrabenzone führen.“

Ludger Kazmierczak, der äußerst schlagfertig durch den Abend führte, erntete ersten Beifall für seine Frage: „Man kann nicht sagen, dass sie nicht viel getan hätten - was ist denn jetzt mit den Gabionen?“

Die Fraktionsvorsitzenden ergriffen das Wort, verteidigten die Position ihrer Ratsfraktion. Udo Janssen, CDU, outete sich erneut als klarer Befürworter des Projektes. Ziel sei es, der Innenstadt einen Abschluss zu geben. „Die Pläne halte ich für gelungen - bis auf die Rückseite. Das muss geändert werden, damit keine Abwehrmauer entseht.“ Kleve brauche größere Geschäftsflächen (500 Quadratmeter). Discounter und Billiganbieter seien nicht akzeptabel. Er sehe eine Verwirklichung nur dann, wenn die architektonischen Mängel beseitigt würden.

Alexander Frantz, SPD, ging auf die Bürgerbefragung ein, erläuterte, dass damals die Minioritenplatzbebauung nur rudimentär angelegt gewesen sei. Die SPD wolle den Dialog im Planungsverfahren aufrecht erhalten. Es sei zu begrüßen, dass die Gabionenwand außen vor bleibe.
Für die Grünen ergriff Siegbert Garisch das Wort: Die Grünen hätten die „Verlobung“ im Juni nicht gefeiert, weil die Pläne zuwenig mit dem Ergebnis der Bürgerbefragung zu tun gehabt hätten. Stichworte: „Kleinteilig, Geschäfte, Wohnungen“. „Das war uns zu groß und zu wuchtig. Daran hat sich wenig geändert.“ Was nicht passieren dürfe: „Dass hier ein Geschäftshaus gebaut wird, das die Klever nicht wollen.“

Die Position der FDP schilderte Daniel Rütter. Die FDP habe schon das Werkstattverfahren nicht mitgetragen. Bedenklich stimme die FDP, dass mit dem Neubau eine massive Kaufkraftverlagerung einhergehe könne. „Wir wollen eine Ergänzung und keine Konkurrenz, die sich gegen die Innenstadt stellt.“

Als „größenwahnsinniges“ Projekt bezeichnete Paul Zigan das Vorhaben für die Offenen Klever. „Wir sind gegen den Klotz, egal, ob er geteilt wird oder nicht“, bezog er eindeutig Position.

In der anschließenden Diskussion fragte Jörg Hopmanns, Vorsitzender des Klever Citynetzwerk, was Rat und Verwaltung so sicher mache, Kleve mit diesem Bau zukunftssicher zu machen. Udo Janssens Antwort, die Notwendigkeit größerer Geschäftsflächen sei im letzten Cima-Gutachten dargelegt worden, fand schnell Widerspruch: Das Gutachten sage lediglich, dass die Geschäftsflächenerweiterung verträglich sei. Im weiteren Verlauf des Abends wurde immer wieder die Klotzbauweise aufgegriffen. Ludger Baumann kritisierte das Verschwinden der Großzügigkeit. „Wenn man heute nach Kleve reinfährt, kann man erkennen, wie kleinkariert das ist.“ FDP-Mann Rütter forderte ein „Reset“ - „Wenn die Pläne umgesetzt werden, dann brauchen wir einen Bürgerentscheid, aber einen richtigen.“

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