Das Ende der Förderung der deutschen Steinkohle - die Heißener Zechen

Kumpel der Zeche Wiesche anno 1904. Fotos (3): Stadtarchiv
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  • Kumpel der Zeche Wiesche anno 1904. Fotos (3): Stadtarchiv
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Das Ende der Förderung der deutschen Steinkohle steht unmittelbar bevor. Mit der letzten offiziellen Förderschicht auf der einzig verbliebenen Ruhrzeche - dem Verbundbergwerk Prosper-Haniel in Bottrop- am 21. Dezember endet eine Ära. Mülheim war vor 52 Jahren die erste Stadt des Ruhrgebiets, in der keine Kohle mehr gefördert wurde.

Die Werbegemeinschaft Heißen präsentiert auf ihrer Homepage die Geschichte der drei Heißener Zechen. Angefangen mit der Zechen Wiesche.

Wiesche

Der Förderturm, das zugehörige Maschinenhaus, sowie zahlreiche andere Betriebsgebäude fand man damals auf dem heutigen Gelände von Metallurgica. Abgeteuft, also einen Schacht durch die Herstellung von senkrechten Hohlräumen erzeugen, wurde dort zum ersten Mal im Jahre 1805. Dieses Jahr markierte demzufolge den Beginn des Tiefbaus der Zeche Wiesche. Die Förderungsmenge pro Jahr belief sich auf maximal 596.903 Tonnen. In den Jahren der Förderung belief sich die Beschäftigungszahl der Zeche auf bis zu 1593 Kumpel. Nach einigen Konsolidationen mit anderen Zechen wurde die Zeche Wiesche um das Jahr 1850 in Zeche Vereinigte Wiesche umbenannt. Wichtige Punkte markierten zum einen der Durchschlag mit der Zeche Rosenblumendelle im Jahr 1900 und zum anderen der Durchschlag zur Zeche Humboldt im Jahre 1906. Im Jahr 1952 endete die Ära der Zeche Wiesche mit einem Zusammenschluss von Zeche Rosenblumendelle und Zeche Wiesche unter dem Namen Rosenblumendelle/Wiesche. Die Brikettfabrik der Zeche Wiesche wurde nach dem Erbauen einer Zentralbrikettfabrik stillgelegt und so war die Zeche Wiesche eine der ersten Zechen im Ruhrgebiet die stillgelegt wurde.

Humboldt

Die Zeche Humboldt ist besonders für Freunde des Rhein-Ruhr-Zentrums interessant, da der Standort sich auf dem heutigen Gelände eben dieses befand. Bereits im 18. Jahrhundert wurde hier Steinkohle gefördert. Der Startpunkt für den Tiefbau der Zeche Humboldt lag im Jahre 1855, nachdem der Schacht Franz abgeteuft wurde. Dieser bestand noch über die Schließung hinaus bis ins Jahr 1952 und wurde von anderen Zechen mitgenutzt. Humboldt war eine der kleinsten Zechen in Mülheim mit einer Beschäftigungszahl von 768. Die höchste Förderung die eingefahren wurde lag bei 218.071 Tonnen und so lag es nahe, dass dieser Pütt früher oder später von den großen Zechen in Mülheim geschluckt wurde. So geschah es im Jahre 1929, als die Schließung kam und die Schächte und Förderungsanlagen von den Zechen Rosenblumendelle und Wiesche weiter genutzt wurden. Seit 1973 befindet sich das Rhein-Ruhr-Zentrum auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Humboldt. Demzufolge auch der Name Humboldtring.

Rosenblumendelle

Die Zeche Rosenblumendelle entstand durch einen Zusammenschluss der Zechen Rosendelle, Tutenbank, Kämpgenswerk und Blumendelle. Die Verleihung des Titels fand im Jahre 1847 statt, die erste Nennung im Jahre 1839. Wann der genaue Zusammenschluss stattfand, kann nicht eindeutig geklärt werden. Ab 1856 wurde auf dem Gelände der Zeche Rosenblumendelle angefangen Schacht 1 abzuteufen. Einer der ersten Malakowtürme, also Fördertürme, die von einer festungsähnlichen Struktur aus Mauerwerk umgeben waren, wurde für Schacht 1 gebaut. Für eine konzentriertere Förderung wurde der Schacht 2 abgeteuft. Dieser ging 1899 in Betrieb. Im Jahre 1928 bekamen die beiden Schächte neue Fördertürme. Während sich der Förderturm von Schacht 1 optisch nicht viel veränderte, wurde für Schacht 2 ein Förderturm in Stahlfachwerkart gebaut. Diese beiden Fördertürme prägten von nun an das Ortsbild Heißens. Nachdem die Zeche Wiesche stillgelegt wurde, wechselte ein Teil der Belegschaft zur Zeche Rosenblumendelle, wo im Jahre 1954 die größte Brikettfabrik Europas geschaffen wurde. Die Förderungsmenge der Zeche Rosenblumendelle betrug im Jahre 1954 1.334.939 Tonnen Steinkohle und die Beschäftigungszahl lag bei 5.264 Mitarbeitern. Sie war nun also fünfmal so groß wie die Zeche Wiesche zu ihren Sternstunden. 1966 war "Schicht am Schacht" und Mülheim wurde zur ersten bergbaufreien Stadt des Ruhrgebiets.

Homepage der Werbegemeinschaft

Die Homepage der Werbegemeinschaft Heißen ist im Netz unter der Adresse www.meinheissen.de zu finden. Hier finden sich auf einer klar gegliederten Seite viele Informationen rund um den Stadttteil. Besonders ans Herz zu legen ist der Terminkalender, wo jeder Benutzer eine Veröffentlichung platzieren kann. Motto: In Heißen nichts verpassen! Kumpel der Zeche Wiesche anno 1904. Fotos (3): Stadtarchiv

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