Stillstand auf Gleisen - Streik der GDL legt Bahnverkehr lahm

Bahnreisende warteten auch in Mülheim meist vergeblich auf ihren Zug. | Foto: Jiri Kollmann
  • Bahnreisende warteten auch in Mülheim meist vergeblich auf ihren Zug.
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Viel Verständnis mussten Bahnreisende in den letzten Tagen aufbringen. Der sechsstündige Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) legte auch in Mülheim den Verkehr in weiten Teilen lahm.
„Wir haben im Güterverkehr teilweise 90 Prozent zum Stehen gebracht, im Personenverkehr über 80 Prozent. Die Wirkung ist enorm“, so Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Nach der Urabstimmung innerhalb der GDL am Montag, bei der sich über 90 Prozent für weitere Arbeitskampfmaßnahmen aussprachen, kam es am Donnerstagmorgen bundesweit zu Ausfällen und Verspätungen im Nah- und Fernverkehr - auch in Mülheim standen sich zahlreiche Bahnreisende die Beine in den Bauch.
Neben Frankfurt, Berlin und München war vor allem Köln von dem sechsstündigen Streik der Gewerkschaftler betroffen. Die Auswirkungen auf Mülheim waren deutlich zu spüren. Regionalbahnen fuhren nur, wenn sie von Bahnbeamten gesteuert wurden, denen Streiken nicht erlaubt ist, und auch die S1 verkehrte bis Donnerstagmittag nur eingeschränkt oder fiel ganz aus. Alles in allem waren rund ein Drittel der Züge betroffen, so Bahnsprecher Torsten Nehring.
Höhere Löhne und einen Flächentarif fordern die rund 26.000 Lokführer in Deutschland, für Haustarifverträge plädiert zum Beispiel das Bahnunternehmen Keolis. Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und Privatkonkurrenten sind bisher gescheitert, seit sieben Monaten ist man zu keinem Ergebnis gekommen, ein verhandlungsfähiges Angebot liege nicht vor. Einzig mit den vier großen privaten Schienengüterverkehrsunternehmen ist man noch im Gespräch, ein Abschluss scheint in Sicht. „Wir haben am nächsten Mittwoch die letzte Verhandlungsrunde und ich bin sicher, dass wir gemeinsam den ersten Flächentarifvertrag abschließen werden“, freut sich Weselsky. Gänzlich zufrieden ist der GDL-Chef dennoch nicht. Trotzdem werde es bis einschließlich Dienstag nicht zu weiteren Arbeitskämpfen kommen. Und dann? Hinge es laut Auskunft von Gewerkschaftsvize Norbert Quitter allein von der Arbeitgeberseite ab, ob die Streiks ausgesetzt würden oder nicht.
Weselsky bittet alle Bahnreisenden schon jetzt um Verständnis, aber der Streik sei ein letztes Mittel, die Arbeitgeber doch noch zu bewegen. Fest steht: Sollte es erneut so weit kommen, wird sich zumindest an deutschen Bahnhöfen erst einmal nichts mehr bewegen. 73 Prozent dürfte es nach Angaben einer aktuellen Umfrage des ARD-Deutschlandtrends jedoch nichts ausmachen.

Eine aktuelle Umfrage finden Sie auf der Startseite auf www.lokalkompass.de/muelheim. Gern können Sie aber auch die unten stehende Kommentarfunktion nutzen.

Autor:

Lisa Peltzer aus Oberhausen

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