AWO zieht Notbremse - Scheck von Sparkasse

Die Sparkasse Mülheim unterstützt die AWO-Schuldnerberatung in jedem Jahr. | Foto: PR-Foto Köhring/PK
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Die Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO)zieht die Notbremse: Angesichts steigender Fallzahlen wird das Angebot zurückgefahren. Die fünf Berater sind mit jeweils über 450 Fällen völlig überlastet.

„Unsere Berater haben ihre Kapazitätsgrenzen längst überschritten“, sagt AWO-Geschäftsführerin Adelheid Zwilling. Aus diesem Grund stellte die AWO ihre Insolvenzberatung für Selbstständige zu Beginn des Jahres ein.
Offen ist auch, ob die bisher sehr kurzen Wartezeiten für neue Kunden beibehalten werden können. „Um die Arbeit weiter auf hohem Niveau durchzuführen, benötige ich mindestens zwei neue Mitarbeiter“, fordert Zwilling.

Entgegen der theoretisch ermittelten Fallzahlen für Städte wie Mülheim, steigt die Anzahl der Ratsuchenden seit Jahren stetig an. „Im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres hat sich die Anzahl der Hilfesuchenden um 44 Menschen auf nunmehr 512 erhöht“, erläutert Zwilling in den Räumen der Beratungsstelle in der Bahnstraße 18.

Angesichts dieser Zahlen ist ihr die Freude über einen Scheck der Stadtsparkasse für die Unterstützung der Beratungsstelle ein wenig vergangen.

Rund 28.000 Euro erhält die AWO-Schuldnerberatung in diesem Jahr von der Sparkasse Mülheim. Die ist als einziges Geldinstitut gesetzlich verpflichtet, der Schuldnerberatung finanziell unter die Arme zu greifen.

„Wir hoffen, dass andere Kreditinstitute uns bei unserer Arbeit freiwillig unterstützen - auch vor Ort“, so die AWO-Geschäftsführerin.

Lieber wäre ihr allerdings die Ausweitung der gesetzlichen Regelung auf alle Geldinstitute. „Unabhängig vom gesetzlichen Auftrag unterstützen wir die Beratungsstelle gern“, sagt Sparkassen-Vorstandsmitglied Helmut Schiffer. Die Zusammenarbeit mit der AWO nannte er konstruktiv. „Beide Seiten sind immer bestrebt, tragfähige Lösungen zu finden.“

„Allerdings ist die Sparkasse im Vergleich zu anderen Kreditinstituten deutlich unterrepräsentiert, was die Anzahl der Schuldner betrifft“, erklärt Schuldnerberater Carsten Welp. „Und das, obwohl unser Marktanteil in Mülheim bei 51 Prozent liegt“, ergänzt Schiffer. Die Sparkasse versage im Zweifel Kredite, wenn absehbar sei, dass die Verschuldungsfalle drohe.

Als Ursachen von Verschuldung nannte Zwilling die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere der Energie, niedrige Löhne, sinkende Realeinkommen, der einfache Zugang zu Krediten und die bisweilen falsche Beratung durch Kreditinstitute.

Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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