Masterplan Industrie und Gewerbe
Unternehmerverband und IHK rechnen mit Industrieplan ab

Übten Kritik am Masterplan: Heinz-Jürgen Hacks und Veronika Lühl von der IHK sowie Kerstin Einert-Pieper und Hanns-Peter Windfeder vom Unternehmerverband (v.l.).
  • Übten Kritik am Masterplan: Heinz-Jürgen Hacks und Veronika Lühl von der IHK sowie Kerstin Einert-Pieper und Hanns-Peter Windfeder vom Unternehmerverband (v.l.).
  • Foto: PR-Fotografie Köhring
  • hochgeladen von Marcel Dronia

Der Unternehmerverband und die Industrie- und Handelskammer haben sich am Donnerstag zum „Masterplan Industrie und Gewerbe“ geäußert, der noch im Mai von der Politik verabschiedet werden soll. Es wurde zu einer Abrechnung mit den städtischen Planern.

Denn wesentliches Neues konnten weder der Unternehmerverbandsvorsitzende Hanns-Peter Windfeder noch die stellvertretende IHK-Geschäftsführerin Veronika Lühl in dem 91-seitigen Papier entdecken. Windfeder fehlt alleine schon eine realistische Bestandsaufnahme. „Würde man eine Schulnote geben, wäre das eigentlich eine Sieben“, lautet sein vernichtendes Fazit.

Der Masterplan stellt ein Drei-Säulen-Modell auf. „Er enthält aber nicht Maßnahmen für alle drei Bereiche“, kritisiert Windfeder. „Ich hoffe, dass die Politik das merkt“, so der Verbandsvorsitzende. Für ihn gehören Radwege, Grünflächen und eine Gartenschau nicht in einen Masterplan für Gewerbe und Industrie. „In einem Stadt-Leitbild ja, aber nicht hier“.

15 Angebote bei 83 Nachfragen

Auch im letzten Jahr konnte die Wirtschaftsförderung wieder nur einen kleinen Bruchteil der Nachfrage an Gewerbeflächen beantworten. Bei 183 Anfragen konnte Mülheim & Business nur 15 Angebote unterbreiten. Die Zahlen der Vorjahre waren ähnlich. „Wo würden wir stehen, wenn wir alle Arbeitsplätze geschaffen hätten, die wir hätten schaffen können?“ fragt Windfeder. Auf zehn Jahre hochgerechnet seien der Stadt 1000 neue Arbeitsplätze durch die Lappen gegangen. Laut IHK wären das allein sechs Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen gewesen.

„Wir brauchen ein Umdenken, wenn diese Stadt prosperieren möchte“, sagt auch IHK-Vertreterin Veronika Lühl. „Wir möchten nichts zuzementieren aber es müssen auch ernsthafte Gespräche über Freiflächen geführt werden“, fordert sie. Im Masterplan liege der Fokus ihrer Meinung nach zu sehr auf den Bestandsflächen. Ein Entwicklungsgedanke, wie der dramatische Mangel an Gewerbeflächen verringert werden könnte, sei für sie nicht erkennbar. „Es ist ein Plan, mit dem wir so nicht einverstanden sein können“, sagt auch Heinz-Jürgen Hacks, Geschäftsführer für Industrie, Raumordnung und Verkehr bei der IHK.

Gespräche mit Fraktionen geplant

Dabei haben die letzten zehn Jahre laut Hanns-Peter Windfeder gezeigt, dass es so nicht funktioniert. Ganz besonders in den letzten fünf, sechs Jahren. „Deswegen muss man von der bisherigen Strategie ablassen“, fordert er. Er ist gespannt auf die Reaktionen aus der Politik, die den Masterplan am Dienstag im Wirtschaftsausschuss erstmals thematisieren wird. Unternehmerverband und IHK haben zudem Gespräche mit den Fraktionen geplant. „Da sehen wir den einzigen Weg, etwas zu machen“, sagt Windfeder.

Zwar sieht auch der Unternehmerverband Bund und Land in der Pflicht, doch Windfeder will sich nicht auf höheren Instanzen als „großen Retter“ verlassen. „Wir müssen endlich Alternativen schaffen“, fordert er. „Mit diesem Masterplan werden wir weiter abstürzen.“

Autor:

Marcel Dronia aus Mülheim an der Ruhr

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