2.000 Meter Livemusik

Es darf getanzt, geschwoft und mitgesungen werden, bei der zehnten Auflage der Musik-Sommer-Nacht in der City.
  • Es darf getanzt, geschwoft und mitgesungen werden, bei der zehnten Auflage der Musik-Sommer-Nacht in der City.
  • Foto: Archivfoto Hadasch
  • hochgeladen von Daniela Neumann

Am kommenden Samstag, 16. August, geht in der City ordentlich die Post ab. Die Musik-Sommer-Nacht lockt wieder in die Innenstadt von Alt-Oberhausen und wartet mit erstklassiger Livemusik von unterschiedlichsten Bands auf.

Von 18 Uhr an, bis spät in die Nacht gibt es an verschienden Plätzen in der Innenstadt viel Musik die Lust auf Tanzen und Schwofen macht. An allen Veranstaltungsorten ist zudem der Eintritt frei, es gibt keine Bändchen, keine Karten und keine Einlasskontrollen. Wer kommt der kommt, „Spontanität ist immer gut“, so Franz Muckel, Citymanager. „Jeder kann sich an diesem Abend treiben lassen und sich nach Lust und Laune von Bühne zu Bühne oder besser, von Gaststätte zu Gaststätte begeben. Unser Grundprinzip orientiert sich an einem Rundlauf. Alle Plätze der Innenstadt sollen miteinbezogen werden. Es geht also vom Friedensplatz durch die Elsässer Straße, über die Marktstraße vorbei am Café Extrablatt zum Altmarkt und über den Saporishja-Platz zurück zum Friedensplatz.“

"evo-Newcomer Max Krumm zieht den Altersdurchschnitt ganz schön nach oben"

Auf dem Altmarkt vor dem Gdanska spielt um 19 Uhr der Solokünstler Max Krumm. Er hat in diesem Jahr den evo-Newcomer-Musikwettbewerb für sich entscheiden können. „Max spielt Akustik-Pop und will zeigen, dass die Oberhausener Musikszene lebendig ist. Durch sein junges Alter von gerade einmal 21 Jahren, zieht er zudem den Altersdurchschnitt dieser Veranstaltung drastisch nach unten“, lacht Birgit Konopatzki von der evo.
Ab 20 Uhr wird das Konzert der Rockband ,Welcome‘ erwartet, die in den 80er und 90er Jahren das Aushängeschild der Oberhausener Musikszene war. Im Laufe des Abends werden verschiedene Bandformationen auf der Bühne stehen und ihr Können beweisen.
„Alle Bands werden von den Gaststätten selbst ausgewählt, denn es ist uns sehr wichtig, dass die Musik auch zu den Stammgästen und dem Ambiente der jeweiligen Lokalität passt“, erklärt Muckel. Durch dieses Auswahlprinzip ist zudem eine breite und sehr unterschiedliche musikalische Breite gegeben.

Von 18 bis 0 Uhr darf geschwoft und gefeiert werden

Los geht die zehnte Musiksommernacht bereits um 18 Uhr. Bis 0 Uhr darf gerne mitgesungen und ordentlich gefeiert werden. „Ab Mitternacht müssen wir die Feierlichkeiten aber nach drinnen verlagern“, weiß der Citymanager. „Wir haben zwar alle Anwohner über das bevorstehende Event benachrichtigt und in den vergangenen Jahren auf sehr positive Resonanzen zurückgreifen können, jedoch wollen wir niemandem die wohl verdiente Nachtruhe rauben.“

"Aus einem Flop heraus ist der Drache in der Innenstadt erwacht"

Die erste Musik-Sommer-Nacht nannte sich im übrigen ,Cab Nightflight‘ und war ein absoluter Flop in der Geschichte dieses einzigartigen Outdoor-Events. Am 15. März 2004 entschied sich das Citymanagment, gemeinsam mit einer Werbeagentur aus Berlin dazu, die erste Musik-Sommer-Nacht in Oberhausen zu starten. Vorrangiges Ziel war es, junges Publikum anzusprechen. „Was ja in Oberhausen, und gerade im Innenstadtbereich nicht gerade einfach ist. Viele junge Leute zieht es zur Neuen Mitte und nicht in die Innenstadt“, so Muckel. Durch vergangene Veranstaltungen in 2003 („Oberhausen- der Drache erwacht!“) war die Berliner Werbeagentur auf Oberhausen aufmerksam geworden und sah in der Vermarktung ihres Getränks „cab“ und der Oberhausener „Drachenstadt“ eine perfekte Symbiose. Lange Rede kurzer Sinn: Der Kontakt zum Citymanagement wurde aufgenommen und die Idee einer Musikveranstaltung in der Innenstadt wuchs. Titel dieser Aktion sollte ,Cab Nightflight‘ sein. Doch schon damals äußerte das Oberhausener Citymanagement seine Bedenken. „Wir hielten einen Eintrittspreis von zehn Euro für zu hoch und auch die Einlasskontrollen und die Absperrungen im Innenstadtbereich hielten wir für völlig überzogen.“
Trotz allem wollte man an einer neuen Idee festhalten, trommelte die Gastronomen zusammen und stellte den Kontakt zwischen allen Verantwortlichen her. Die Agentur stellte damals „angesagte“ Bands für die Zielgruppe „junge Leute“ zur Verfügung, rührte ordentlich und sehr professionell die Werbetrommel und startete die Veranstaltung schließlich am 15. Mai 2004.

Negatives Resultat nach erster Musik-Sommer-Nacht

Resultat: Leere Kneipen, ein vergraultes Stammpublikum und nur einzelne junge Leute, die bereit waren, zehn Euro für eine Veranstaltung zu zahlen, die es anderswo kostenfrei gibt. „Erst einmal waren wir alle geschockt, das sich dieses Event als solch großer Flop geoutet hatte“, so der Citymanager. „Doch dann ergriff uns der Ehrgeiz und wir wollten dem Oberhausener Publikum zeigen, dass wir das besser können.“
Gesagt getan: Aus der zuvor entstandenen Kooperation zur „cab Nightflight“ entwickelte sich ein Stammtisch. Man tauschte sich aus und analysierte die Fehler. Grunsätzlich kam man zu dem Ergebnis, dass eine Musiknacht der Oberhausener Innenstadt sehr wohl gut tun würde. Auch war man der Ansicht, dass man eine Veranstaltung wie diese in 2004 selbst auf die Beine stellen kann. „Uns war von Anfang an sehr wichtig, dass die Veranstaltung kostenlos sein muss. Auch die Musik musste der jeweiligen Kneipe angepasst sein, sodass das Stammpublikum nicht wieder Reißaus nimmt“, so Goran Klaric vom Café Lux, der auch schon seit Beginn der Musik-Sommer-Nacht im Team mit dabei ist.

Harter Kern von Anfang an

Von Anfang an und bis heute dabei sind die Gaststätten Uerige Treff, Alter Hut, Transatlantik, Café Lux, Café Extrablatt und das Gdanska. „Es stießen immer mal wieder neue Betriebe hinzu, der Kern ist aber stabil geblieben“, erklärt Muckel. Auch das Grundprinzip ist sich nach zehn Jahren treu geblieben. Es wird wieder mehrere Bühnen auf mehreren Plätzen geben auf denen unterschiedliche Musik gespielt wird. „Wir sind gespannt, auf einen tollen Abend mit viel guter Musik“, freuen sich die Gastronomen und Veranstalter.

Wer spielt wann und wo?

Uerige Treff, Friedensplatz 13: 18 bis 24 Uhr- The Sputniks (Tanz-Oldie).

Alter Hut, Elsässer Straße 26: 19 bis 24 Uhr- Time (Coverrock).

Café Bar Transatlantik, Elsässer Straße 25, und Café Lux, Helmholtzstraße 60: 18 bis 24 Uhr- The Batty Band (Pop/Rock).

Café Extrablatt, Marktstraße 42: 19 bis 21 Uhr- Feel Fine (Funk& Soul).

Eiscafé Galleria, Marktstraße: 21.30 bis 24 Uhr- Prime Time (Coverrock und Oldies).

Gdanska, Altmarkt 3: 19 bis 19.45 Uhr- Max Krumm (Akustik Pop); 20 bis 24 Uhr- Welcome (Rock).

Café Kultur, Paul-Reusch-Straße 36: 18 bis 20 Uhr- Mr. Most Money Man (Coverrock); 20 bis 24 Uhr- Nockrock (Coverrock).

Restaurant Pegasos, Paul-Reusch-Straße 22: 18 bis 24 Uhr- Fatzes (moderne griechische Musik).

Autor:

Daniela Neumann aus Oberhausen

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