China

Beiträge zum Thema China

Kultur
Rote Libelle, Schlosspark in Arcen

Rote Libelle

Für diejenigen die dafür empfindlich sind ist es deutlich. Ein Hauch von Herbst ist in der Luft. Es wurde schon vor mehr als 2000 Jahren in China im Kalender bestimmt, dass ein gewisser Tag, unser 7. August, der Anfang des Herbsts ist (立秋). Die Japaner übernahmen diesen Kalender, was erstaunlich ist, da das Kontinentalklima Chinas natürlich stark abwich von ihrem eigenen Klima. Die gleiche Neigung zu kodifizieren zeigt sich auch in den japanischen „Jahreszeitbüchern“ worin minutiös festgelegt...

  • Bedburg-Hau
  • 07.08.20
LK-Gemeinschaft
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Achtung Glosse - Corona treibt seltsame Blüten
Der Ellenbogenkuss: Wort des Jahres 2020?

Das Jahr 2020, es wird wohl als das Corona-Jahr in die Geschichtsbücher eingehen und nicht als Beginn der goldenen Zwanziger. Wie war das noch vor 2 Jahren zur Fußball-WM? Da war jeder Deutsche Jogi, Fußball-Experte und der verkannte Trainer der Deutschen Nationalmannschaft. Heute dagegen haben die Deutschen den Beruf des Weißkittels für sich entdeckt. Natürlich mit Mundschutz und eigenem Lagerraum für Desinfektionsmittel.  Des Deutschen neues Lieblingstier ist mittlerweile ein kleiner...

  • Kleve
  • 06.03.20
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Kultur
Chimonanthus praecox

Neujahr, ein Gedicht

Das alte Jahr wie stets zuvor in Lärm und Rauch verging Das was gewesen fort damit, das Neue man beging Das erste Licht sucht zögernd noch nach was ihm würdig ist Der Kelch des Winterblüherstrauchs mit Duft er es empfing Der „frühe Winterblüher“ (Chimonanthus praecox) blüht kurz nach der Wintersonnenwende. Einen aromatischen Duft verströmend wird er oft an milden Tagen besucht von einem Schwarm kleiner Fliegen. Traditionell verrichteten die Menschen alter Kulturen in Ostasien die ersten...

  • Bedburg-Hau
  • 01.01.20
  • 4
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Kultur

Wei Litong, 魏荔彤, der Weg nach Maling 馬陵道

Ein Bollwerk tausend Herbste her, nun Gras und Sand genug Kein Lanzenstück zur Frühlingszeit zu Tage bringt der Pflug Ruine längst, doch mitternachts mit Donner, Regenguss Wähnt man dass Bogen klingen tausendfacher Schuss auf Schuss 战垒 千秋 沙草平 更无 残戟 碍春耕 荒城 夜半 喧雷雨 还似 当年 万弩声 Der Dichter Wei Litong lebte im 17. Jahrhundert in China. Er ruft eine verfallene Stadt, Maling, in Erinnerung, die tausend Jahre vor seiner Zeit vernichtet wurde, daher auch die „tausend Herbste“. Gebrochene...

  • Bedburg-Hau
  • 02.10.19
Kultur

Wang Wei, an der Stromschnelle des Hauses Luang

Es rauscht und rauscht des Herbstes Windes Guss Das Flussbett seicht, vorbei an Steinen gischt Ein Wellensprung, mit andren sich vermischt Erschreckt den Reiher, landet neu am Fluss 颯颯秋雨中,淺淺石溜瀉。跳波自相濺,白鷺驚複下 Reiher, ein weißer Reiher (白鷺). Teil der zwanzigteiligen Sequenz "Wang-Fluss", N° 13. Andere Beispiele: "Hirschpark", “An den Stromschnellen genannt “Weißer Stein””, Hütte bei einem Dorf am Bambuswald und "Magnolia-Hang". ->...

  • Bedburg-Hau
  • 29.03.19
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Natur + Garten

Punktlandung bei der Blüte, 25. Dezember

Es blüht schon im Garten, und nicht einmal zu früh! Nach dem chinesischen Schriftzeichen zu urteilen blühte dieser Strauch, Chimonanthus praecox, Chinesischer Winterblüte, tatsächlich auf den Tag genau, nämlich am 25. Dezember. Es werden zwar auch einige andere Zeichen verwendet, aber das Schriftzeichen das die Japaner gebrauchen für den Strauch der bei ihnen Roobai heißt und in China Lámei, 臘, gibt ein Opferfest an, das drei Tage nach dem Wintersonnenwende gefeiert wurde, was in diesem Jahr,...

  • Bedburg-Hau
  • 27.12.18
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Kultur

Li Bai, Klage auf der Marmortreppe

Auf Marmorstufen weißer Tau sich mehrt In langer Nacht durch Seidenstrümpfe dringt Hinein sie geht, der Kristallvorhang zu Es funkelt als sie schaut des Herbstes Mond 玉階生白露 夜久侵羅襪 卻下水晶簾 玲瓏望秋月 Li Bais Sprache ist einfach, wie auch die des berühmten Gedichts "Nachtgedanken", das aufgenommen wurde in den Kanon der 300 Gedichte der Tangzeit. Einfache Worte, einfache Szene: eine Frau will sich nach langem vergeblichen Warten in einer Herbstmondnacht auf den Marmorstufen ihres Pavillons, in...

  • Bedburg-Hau
  • 03.09.18
  • 1
Kultur

Bai Juyi, Lied von der Abendsonne auf dem Fluß. Passend zum 3. Oktober

Ein grader Weg, das letzte Licht das übers Wasser streicht Der halbe Fluss ist jadegrün das halb dem Tiefrot weicht Den neunten Monat liebe ich dazu die dritte Nacht Die Tropfen Tau wie Perlen sind und Mond dem Bogen gleicht ... 一道殘陽鋪水中 半江瑟瑟半江紅 可憐九月初三夜 露似真珠月似弓 Der neunte Mondmonat ist der letzte Herbstmonat, etwa Oktober. Mondmonate fangen immer mit Neumond an, daher ist der Mond der dritten Nacht eine Sichel, genau wie er am Himmel des 3. Oktobers zu sehen ist. Die...

  • Bedburg-Hau
  • 30.09.16
Kultur
Oben: Nacherzählung auf Japanisch. Unten rechts in größeren Zeichen das Original. Links davon Erklärungen.

Nachts Kühle suchend. Zen-Gedicht von Yang Wanli

Nachts Kühle suchend Die Hitze nachts die ist genau wie Mittagshitze steht Durchs off'ne Tor ein Weilchen man im Mondschein sich ergeht Im Bambushain verborgen tief Zikaden zirpen dort Zu dieser Zeit ein wenig kühl kein Windchen aber weht Für den Dichter Yang Wanli entsteht die kleine Abkühlung nicht durch Wind. Das drängende Zirpen, das sonst zum Hitzegefühl beiträgt, ist dieser Kühle nicht abträglich. Der vollendet runde Mond kühlt die Natur, so wie die Meditation das brennende Feuer...

  • Bedburg-Hau
  • 30.08.16
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Kultur
Rollbild aus Japan, Anfang 20. Jahrhundert

1200 Jahre sind nichts...

…in der Kunst Asiens! Die Ähnlichkeit zwischen den Habicht eine Rollbilds aus Japan, das nicht älter als 100 Jahre ist und den Zeilen des Dichters Tu Fu, der im 8. Jahrhundert lebte ist erstaunlich. Tu Fu befasste sich in seinen Gedichten oft mit der Malerei, und pries die Fähigkeit der Maler Habichte so darzustellen, dass Vögel die sich in eine Halle verirrten worin ein Bild des Greifvogels aufgehängt war, vor Schreck erstarrten. Auch merkt er auf, dass es verwunderlich ist, den Vogel nicht...

  • Bedburg-Hau
  • 06.08.16
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Kultur

BÜCHERKOMPASS: Japan, China, Frankreich

Bei unser Mitmach-Aktion Bücherkompass vergeben wir jede Woche Bücher zu einem bestimmten Thema an jene Nutzer, die die Bücher auf lokalkompass.de rezensieren möchten. Diese Woche wollen wir Euch ins Ausland entführen. Welche Destination spricht Euch am meisten an? Alle Teilnehmer bitten wir unter "meine Seite" im Profil möglichst alle Kontaktdaten einzutragen (für Außenstehende nicht einsehbar), damit wir Euch die Bücher ohne Wartezeiten per Post schicken können! Amélie Nothomb: Eine...

  • 29.12.15
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Kultur
Oberhalb vom Strich: eine Übersetzung auf Japanisch. Großgedruckt: das ursprüngliche Gedicht, links davon eine ausführliche Erklärung auf Japanisch.

Wang Wei “An den Stromschnellen"

“An den Stromschnellen genannt “Weißer Stein”” So rein und flach das Wasser schnelle rinnt Die Binsen grün, noch nicht geerntet sind Es Häuser gibt, am Fluß gen Ost und West Man Gaze wäscht, im klaren Mondschein lind Der Weg des Dichters Wang Wei (etwa 700-760) ist der des Zen. Er weiß Mittel und Wege dichterisch ganze Landschaften zu malen, weit zu schweifen, Einzelheiten hervorzuheben, Beziehungen herzustellen und doch das Nichts, syunyata, auszudrücken. Was wirklich scheint und...

  • Bedburg-Hau
  • 06.08.15
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Kultur
Im "Himmel" (oben) ist jede Perle fünfmal so viel wert als jede der "Erde" (unten) der gleichen Sparte. Von rechts nach links: Einzer-Reihe, Zehner-Reihe und so weiter. Dargestellt wird die Zahl: 7

Eine Erzählung aus dem alten China

Ein Kaiser fragte einst seinen Rechenmeister wie viel sieben und fünf sei. Der nahm darauf seinen Abakus, führte die Berechnung durch, überprüfte sie nochmals und gab dann die Antwort „Majestät, das Ergebnis ist zwölf“. Ein Hofbeamter meinte hinterher, dass es wohl lächerlich sei, für eine so einfache Rechenaufgabe den Abakus hinzuzuziehen. Der Rechenmeister antwortete darauf, dass zu seinem Amt der Gebrauch des Rechenbretts gehöre und dass er den Kaiser beschäme indem er ihm zeige dass...

  • Bedburg-Hau
  • 26.07.15
  • 1
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Kultur

In eigener Sache: Lyrik, chinesisch

Bai Juyi Lied vom Hinterzimmer Bai Juyi Ich höre Zikaden Bai Juyi Klage zum Frühlingswind Bai Juyi Kranich Bai Juyi Nächtlicher Regen Bai Juyi Schnee in der Nacht Bai Juyi Sorge um die Bauernrosen Bai Juyi Lied von der Abendsonne auf dem Fluss Du Fu Die reetgedeckte Hütte Du Fu Ein Pärchen Goldpirole Du Fu Landschaft am Fluß Du Fu Vierzeiler He Zhizhang Heimkehr Jia Dao Besuch beim Einsiedler Jia Zhi Frühlingsgedanken Li Bai Klage auf der Marmortreppe Li Bai Lied am...

  • Bedburg-Hau
  • 15.10.14
Kultur

Li Bai (701-762), Lied am Qiupu-Fluss

Dichterisches Formgeben und dadurch Erhöhen und Feiern von alltäglichen Geschehnissen kam in der Tang-Zeit zu einer frühen und prächtigen Blüte. Ein Lob auf die Arbeit der Gießer ist das folgende Gedicht. Die Männer, 郎, sind rot geworden von der Hitze. Die zweite Hälfte der letzten Zeile lautet: "bewegen-kalt-Fluss"; es ist nur ein Raten wie dieses "Bewegen" aufzufassen ist. Andrew Wong, die Quelle dieses kleinen Liedes, fasst es so auf, dass das Lied, ein Lied bei der Arbeit, den Fluss...

  • Bedburg-Hau
  • 22.02.14
  • 1
Kultur

Meng Haoran (689-740), Übernachtung am Fluss

Andrew Wong, ehemaliger hoher Beamter zu der Zeit als Hong Kong unter Britischer Verwaltung war, hat sich als Aufgabe gestellt, die große Dichtung der Tang-Zeit den Englischsprechenden näher zu bringen. Seine Versuche zeugen von einer großen Ehrlichkeit seiner eigenen Leistung gegenüber, Schwächen und Stärken, Gelungenes und Misslungenes, alles geprüft wie mit Königswasser. Am 4. Februar übertrug er ein Gedicht von einem der großen Dichter Chinas, Meng Haoran, "Übernachtung am Fluss". In nur...

  • Bedburg-Hau
  • 14.02.14
  • 2
Kultur
2 Bilder

Im Gefängnis, gedichtet auf eine Singzikade. Luo Binwang.

. . . . . . . . . Der Herbst ist nah, - Zikade noch mal sang In Kerkerhaft - die Trübsal mehrt sich dann Wer wohl erträgt - der dunklen Flügel Glanz Von ihr die singt, - zum weißen Haupt gelang? Wo Tau gehäuft - das Fliegen kaum gelingt Im Wind zuhauf - die Stimme mühsam singt Weil keiner glaubt, - dass dies sei hoch und rein Kann keiner seh’n - darin das Herze mein Ich stelle mir vor, dass die Zeit der Zikaden langsam zu Ende geht. Im Hochsommer ist ihr lautes...

  • Bedburg-Hau
  • 14.06.13
  • 1
Kultur
2 Bilder

Mein kleiner Schimmel, Gedicht von Bai Juyi, übersetzt von Erwin Ritter von Zach

Der Dichter Bai Juyi (auch als Po Chü-I geschrieben) lebte im 8. und 9. Jahrhundert in China. Man sagt, dass er seine Gedichte seiner Köchin vorlas und das änderte was sie nicht verstand. Nicht nur seine Liebe zu den Menschen ist aus seinen Werken zu spüren, sondern auch die zur ganzen Natur, wovon das folgende, etwas gekürzte Gedicht Zeugnis ablegt. Erwin Ritter von Zach, ein eminenter Sinologe, hat es in Prosa übersetzt und manchmal Erklärungen hineingeflochten um störende Fußnoten zu...

  • Bedburg-Hau
  • 22.05.13
Kultur
Dies kleine Bild, 35,15 cm hoch und 29,1 cm breit, mit schwarzer Tusche auf Papier gemalt und als Kakemono aufgezogen, ist eins der berühmtesten Werke der ostasiatischen Kunst. Kompositbild, retuschiert.
2 Bilder

Sechs Kaki-Früchte, Zen-Bild von Mu-hsi

Aus: Dietrich Seckel, "Mu-hsi:Sechs Kaki-Früchte". Dies schlichte und zunächst vielleicht nichtssagende Bild sagt sehr viel, aber mit sehr wenigen Worten; eben daß die Kaki-Früchte eigentlich nichts Besonderes sind, macht sie so überaus geeignet, über die Wirklichkeit etwas Gültiges auszusagen. Wie überall in der geistigen Sphäre des Zen, etwa in den Koan oder auch im japanischen Haiku oder in der Welt des Teekults wird dem Auge und dem Ohr ein Minimum geboten, damit der Sinn, sofern er...

  • Bedburg-Hau
  • 12.05.13
  • 1
Kultur

In Sorge um die Bauernrosen, Bai Juyi

. . . . In Sorge um die Bauernrosen Mit Schreck sah‘ ich / vor meinem Haus / die Bauernrosen rot Es Abend war / wie viel noch da! / nur zwei mit knapper Not In Morgengrau / der Wind der kommt / der wird sie blasen fort Ich sehnte nachts / nach Rot das geht / die Fackel Licht mir bot

  • Bedburg-Hau
  • 07.03.13
  • 1
Kultur
2 Bilder

Li Bai, Meine weißen Haare

. . . . "Gedichtet an der Herbstbucht" Das weiße Haar, unendlich lang es hängt Für Trauer tief, ein Lot ist mir geschenkt Ich kenn' ihn nicht, den mir der Spiegel zeigt Wann hat auf ihn der Frost sich wohl gesenkt? . . . . . . . Drei tausend Klafter sollen diese Haare lang sein! Wobei ein Klafter die Distanz ist zwischen zweiausgestreckten Armen.

  • Bedburg-Hau
  • 06.10.12
  • 1
Kultur

3 Gedichte von Bai Juyi [3/3]. Klage zum Frühlingswind

. . "Klage zum Frühlingswind" Am Baumesstamm / es taut der Schnee / die Knospen blütennah Vom Teichesrand / das Eis sich löst / und frei das Schilf steht da Nur gibt es noch / im Haar den Frost / weil alt es ist und weiß Vom Frühlingswind / für mich allein / ist kein Erbarmen da!

  • Bedburg-Hau
  • 08.09.12
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