"Hallo" heißt auf arabisch "Saalam". Internetwörterbuch ermöglicht Willkommenskultur für Flüchtlinge

Auf der Flucht wird auch ein Bildmotiv flüchtig: für Menschen aus Krisengebieten ist es nicht leicht, stabil zu bleiben.
  • Auf der Flucht wird auch ein Bildmotiv flüchtig: für Menschen aus Krisengebieten ist es nicht leicht, stabil zu bleiben.
  • hochgeladen von Dr. Michaela de Groot

Ob Syrisch/Arabisch, Armenisch, Urdu, Farsi, Paschtu oder 25 andere Sprachen, Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer, Profis aus dem Bereich Soziales, Gesundheit oder Justiz: ein Wörterbuch mit über 300 Einträgen liefert Orientierung für die Kommunikation mit Flüchtlingen. Jede Sprache wird im jeweiligen Schriftsystem gezeigt, so dass beispielsweise Syrer ihr eigenes arabisches Zeichensystem wiedererkennen. Für Europäer wird die Lautsprache in den bekannten lateinischen Buchstaben vermerkt, die mündliche Kommunikation soll möglichst reibungslos verlaufen. Das Wörterbuch vermerkt Prasen wie "mein Kind ist müde" oder "uns ist kalt". Es spiegelt die Lebenslage der Flüchtlinge, deren Situation eine Kommunikation der Grundbedürfnisse erforderlich macht. So heißt auf syrisch "jemand wird kommen und ihnen helfen" dann auch "fi hada rah yaji ysa´dak". Auch in Deutschkursen, Seiteneinsteigerklassen und bei der Lernförderung ist das Wörterbuch für Minimalverständigungen wichtig. Zahlreiche Bottroper engagieren sich ehrenamtlich, sie profitieren von dem Wörterbuch.

Das Internetwörterbuch ist als Wikibook im Netz verfügbar, möglicherweise bald auch als App für das Smartphon. Entstanden aus einem nichtkommerziellen Hilfsprojekt in Berlin ist es, ähnlich wie Wikipedia, mittlerweile ein globales Gemeinschaftswerk. So wächst ein Stück gelebter Willkommenskultur. Die Schwarmintelligenz vieler Menschen kann ständig durch neue Einträge erweitert werden. Und das funktioniert auch ohne Editor, persönliche Autorenschaft und Copyright mit beachtlicher Qualität. TAZ-Autor Philip Brandstätter weist heute auf der Medienseite der Zeitung auch darauf hin, dass das Flüchtlingswörterbuch in offiziellen Kreisen etabliert ist, zum Beispiel bei der Polizei in Kroatien. Weitere Infos gibt es unter www.refugeephrasebook.de, dort sind auch die Listen mit den Redewendungen zu finden.

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