Rünthe: Gedenkstein für Anna Kalina
Sie wollte Leben retten und wurde dafür hingerichtet

Der neue Gedenkstein hat nun einen Platz gleich bei den Kriegsgräbern gefunden, die rechts vom Trauer-Pavillon liegen.
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Sie war eine tapfere und engagierte junge Frau; in Bergkamen soll sie nie in Vergessenheit geraten: Anna Kalina ist beim Ruhraufstand von 1920 in der Altgemeinde Rünthe "standrechtlich" erschossen worden. Jetzt hat sie auf dem Ev. Friedhof einen neuen Gedenkstein erhalten.
Die damals noch sehr junge Frau (27) wurde am 2. April 1920 von einem Soldaten des Oberst Ritter von Epp beim Hof Schulze-Elberg standrechtlich erschossen. Und warum? -  Weil sie als Arbeiter-Samariterin einen verwundeten Kämpfer der Roten Ruhrarmee versorgt hat.
Kalina hatte den verletzten Mann in einem Gebüsch in der Lippe-Aue zwischen den Höfen Bimberg und Schulze-Elberg entdeckt und erste Hilfe geleistet. Dafür zahlte sie mit ihrem Leben.

Letzten Samstag wurde der in der Werkstatt von Wolfgang Kerak gefertigte Stein im kleinen Kreis offiziell eingeweiht.
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Zum Andenken blieb ihr Grab auf dem Rünther Friedhof für viele Jahrzehnte erhalten, vermutlich hatte der damalige Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Nach der Jahrtausendwende wurde die Grabstätte wohl aus Unkenntnis der historischen Bedeutung eingeebnet; vermutlich im Zusammenhang mit dem Abriss der alten Trauerhalle vor rund zehn Jahren.
Erst beim 100. Jahrestag des Ruhraufstands fiel es dem Rünther Bürger Manuel Izdebski auf, dass das Grab der Anna Kalina nicht mehr vorhanden war. Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Monika Wernau nahm sich nun der Sache an und beantragte beim Heimatministerium erfolgreich einen Förderscheck über 2.000 Euro, um einen neuen Gedenkstein für die getötete Arbeiter-Samariterin anzuschaffen.
Letzten Samstag wurde der in der Werkstatt von Wolfgang Kerak gefertigte Stein im kleinen Kreis offiziell eingeweiht. Pfarrerin Sophie Ihne von der evangelischen Kirchengemeinde hob die ortshistorische Bedeutung des Ereignisses hervor und unterstrich die Bedeutung des Friedhofs als Ort der Erinnerung und der Identitätsstiftung für die Rünther Bevölkerung.
Monika Wernau zollte der getöteten Arbeiter-Samariterin ihren Respekt: „Sie hat mit 27 Jahren ihr Leben gegeben, um einem anderen Menschen zu helfen.“

Der neue Gedenkstein hat nun einen Platz gleich bei den Kriegsgräbern gefunden, die rechts vom Trauer-Pavillon liegen.
Letzten Samstag wurde der in der Werkstatt von Wolfgang Kerak gefertigte Stein im kleinen Kreis offiziell eingeweiht.
Autor:

Anja Jungvogel aus Hagen

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